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1:3 gegen Bremen : Mainzer Niederlage in der Führungskrise

Mainz und Niko Bungert verlieren schon wieder im eigenen Stadion. Bild: dpa

Mit einem 3:1-Auswärtssieg beendet Bremen seine Negativserie und verlässt Platz 16. Dem früheren Mainzer Ujah gelingt ein Doppelpack. Für den FSV kommt die dritte Heimniederlage der Saison zur Unzeit

          4 Min.

          Es waren ungewohnte Klänge, die in der Halbzeitpause im Mainzer Stadion ertönten. Drei Alphörner und ein Jodelchor aus der Walliser Heimat von Trainer Martin Schmidt sorgten für zumindest in deutschen Fußballstadien unbekannte Unterhaltung. Das eigentliche Hauptereignis, die Bundesligapartie gegen Werder Bremen, war schon so gut wie entschieden, ehe das ungewöhnliche Pausenprogramm wenigstens für ein bisschen Belustigung sorgte. Denn kurz vor Erklingen der Alphörner hatten Anthony Ujah (39./44. Minute) und Fin Bartels (45+3.) die Bremer 3:0 in Führung geschossen, Yoshinori Muto gelang vor 31.000 Zuschauern für die Mainzer nur noch der späte Ehrentreffer zum Endstand von 1:3 (90.).

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Mainz nähert sich nach gutem Saisonstart, aber zuletzt vier Niederlagen in fünf Spielen dem Tabellenkeller. Werder beendet indes mit dem Auswärtssieg eine Negativserie von zuletzt fünf Niederlagen und verlässt den Relegationsrang 16. Schon im Vorjahr war den Bremern zu einem ähnlichen Saisonzeitpunkt in Mainz im ersten Spiel unter Trainer Viktor Skripnik ein Befreiungsschlag gelungen mit einem 2:1-Sieg, der eine Erfolgsserie einleitete, die maßgeblich zu einer letztlich erfreulichen Bremer Saison beitrug.

          Keine Muse fürs Jodeln

          Der Mainzer Trainer Schmidt, selbst Mitglied im zu Werbezwecken für die Heimatregion angereisten Jodelchor Ahori, hatte entsprechend keinerlei Muse, der wohl erstmals auf einem Bundesligarasen intonierten traditionellen Musik aus seiner Heimat zu lauschen. Stattdessen versuchte er, seine Mannschaft wenigstens auf eine Leistungssteigerung im zweiten Spielabschnitt einzuschwören.

          Applaus, Applaus, doch der entscheidende Bremer bleibt im Hintergrund. Bilderstrecke
          Applaus, Applaus, doch der entscheidende Bremer bleibt im Hintergrund. :

          Die deutliche Bremer Führung zur Pause entsprach derweil nicht den Spielanteilen. Aber die bis dato überlegenen Mainzer verloren in den Schlussminuten der ersten Halbzeit vollkommen ihre Konzentration, nachdem Mittelfeldspieler Danny Latza wegen einer Unterarmverstauchung ausgewechselt werden musste. „Dannys Verletzung war der Hauptgrund für die Niederlage. Wir waren dann nicht hundert Prozent bei der Sache“, sagte Schmidt, der sich diese „Blackout-Minuten“ nicht recht erklären konnte.

          Mit ungewohnt dilettantischem Abwehrverhalten erleichterte seine Mannschaft dem Gegner in den folgenden Minuten erheblich die Arbeit. Die defensive Mittelfeldzentrale mit Kapitän Julian Baumgartlinger und dem für Latza von der Außenbahn ins Zentrum gerückten Christoph Moritz konnte bei den Bremer Angriffen jeweils keinen Druck auf die ballführenden Passgeber ausüben.

          Womöglich wäre eine positionsgetreue Einwechslung des jungen „Sechsers“  Suat Serdar mit der Anweisung zu aggressivem Auftreten die bessere Alternative gewesen statt den auf außen zuvor auf konstruktives Offensivspiel ausgerichteten Moritz plötzlich in die Verantwortung für die Defensive zu nehmen.

          Ujah trifft gegen seinen alten Klub

          Nutznießer der Mainzer Schwächen war der einst in einer Saison bei Mainz kaum in Erscheinung getretene Ujah. Er bewies bei seinen beiden Treffern jeweils auf mustergültige Vorlage von Alejandro Garcia Torriecher und Abschlussqualität, die seinem früheren Trainer Thomas Tuchel einst nicht genügten. Dort war Ujah nie wirklich wohl gelitten, weil sein taktisches Verständnis in der Arbeit gegen den Ball als nicht ausreichend bewertet wurde.

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