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Probleme in zweiter Liga : Darmstadt trotzt den frühen Tiefschlägen

  • -Aktualisiert am

Ein Lichtblick bei den „Lilien“: Magnus Warming Bild: Jan Huebner

Die schlechten Nachrichten reißen beim SV Darmstadt 98 nicht ab. Kummer zum Saisonstart sind die „Lilien“ aber gewohnt. Beim ersten Heimspiel soll nun der intakte Zusammenhalt weiterhelfen.

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          Da war die neue Saison keine 20 Sekunden alt, und schon lagen die „Lilien“ 0:1 zurück. Da war die Saison noch keine 45 Minuten alt, als mit Patric Pfeiffer (Gelb-Rot) der erste Spieler vom Platz gestellt wurde. Die Saison war 90 Minuten alt, als beim SV Darmstadt 98 eine 0:2-Auftaktniederlage bei keinesfalls furchterregenden Regensburgern feststand. Kurz darauf folgte die Hiobsbotschaft, dass Pfeiffers Kollege in der Innenverteidigung, Thomas Isherwood, aufgrund eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel viele Wochen lang ausfallen wird.

          2. Bundesliga

          Es soll Fußballstandorte geben, deren Binnenklima aufgrund solch einer sportlichen Nachrichtenlage leiden würde. Beim SVD lehrt nicht zuletzt die Erfahrung der Vorsaison, dass ein verpatzter Saisonstart noch keinen Sommer macht. Als „ärgerlich“ bezeichnet Sportdirektor Carsten Wehlmann die Bilanz des Beginns – mehr aber auch nicht.

          Die trotz Unterzahl überwiegend überlegen bestrittene zweite Halbzeit habe gezeigt, „wie gefestigt die Truppe ist. Der im Vorjahr entwickelte Zusammenhalt ist intakt, und die gesamte Vorbereitung über hat man gesehen, dass die Jungs richtig Bock haben“, so Wehlmann. Das dürfte auch für das erste Heimspiel im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor an diesem Freitagabend (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur 2. Bundesliga und bei Sky) gelten.

          „Sofort ein gutes Gefühl“

          Gegen den SV Sandhausen wird indes eine neubesetzte Innenverteidigung benötigt. Gut möglich, dass der am Mittwoch von Norwich City verpflichtete Christoph Zimmermann gleich in die Startformation durchstartet. Allerdings haben die Darmstädter mit Jannik Müller und dem erst 19-jährigen Clemens Riedel noch zwei gelernte wie einsatzbereite Innenverteidiger im Kader.

          Zimmermann ist jedenfalls eine spannende Personalie. Der 29-Jährige, der in Südhessen einen Vertrag bis zum 1. Juli 2025 unterzeichnete, kommt mit fünfjähriger Erfahrung in England (139 Spiele), davon zwei Saisons in der Premier League, zu den „Lilien“. Wenn Zimmermann diese von der wohl besten Liga der Welt geprägte Expertise beim SVD einbringen kann, dürfte er eine echte Verstärkung sein.

          Und ein potentieller Führungsspieler in der Innenverteidigung, was die jungen Pfeiffer und Isherwood in der Form nicht sind. „Ich hatte bei Darmstadt 98 sofort ein gutes Gefühl“, sagt Zimmermann. Und sein Trainer Torsten Lieberknecht war schlichtweg begeistert nach dem Erstkontakt. „Ich hab mit noch keinem Spieler solch ein tolles erstes Gespräch geführt. Er ist ein ganz besonderer Typ“, so der Pfälzer.

          Bleibt Ende Juli nur noch eine freie Planstelle im Darmstädter Kader. Benötigt wird ein Profi für den nach dem Abgang von 17-Tore-Mann Luca Pfeiffer und dem Ausfall von Aaron Seydel (Hirnhautentzündung) ausgedünnten Angriff. „Dies kann ein klassischer Stürmer oder ein variabler Offensivspieler sein. Wir schauen, was möglich ist“, sagt Wehlmann.

          Der vom IFK Göteborg gekommene Oscar Vilhelmsson (Vertrag bis Juni 2026) sei mit seinen 18 Jahren und von seinem Stürmerprofil her „kein Pfeiffer-Ersatz“, betont der Sportdirektor. „Bei ihm ist es ein Mix daraus, dass er sofort helfen kann, aber natürlich auch Zeit zur Entwicklung benötigt und diese von uns auch bekommt.“ Der Schwede Vilhelmsson durfte in Regensburg schon seine ersten zwanzig Zweitligaminuten schnuppern, zog sich aber nun im Training prompt einen doppelten Bänderriss im Sprunggelenk zu, wie die Darmstädter am Donnerstag mitteilten.

          Eine Halbzeit lang in Regensburg überzeugend debütieren konnte der 22-jährige Magnus Warming. Der mit Kaufoption vom FC Turin ausgeliehen Däne bot schon Kostproben seines dynamischen Spiels auf der Außenbahn. Wehlmann spricht von „Ansätzen, die uns froh stimmen“.

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