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Suche nach der Nummer 1 : Dreikampf in aller Eintracht

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Kämpft mit Nikolov und Fährmann um den Posten der Nummer 1: Eintracht-Torwart Pröll Bild: dpa

Wer in der kommenden Saison im Tor der Frankfurter Eintracht steht, ist offen, wie Trainer Michael Skibbe sagt. Die Kandidaten geben sich entschlossen wie immer – gleichzeitig aber auch kollegial.

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          Drei Spiele bestreitet die Frankfurter Eintracht in dieser Woche im Rahmen des Trainingslagers in Kärnten. Danach soll der Dreikampf zwischen den Torhütern entschieden werden. „Idealerweise“, sagte Trainer Michael Skibbe in Hermagor, soll bei der Generalprobe für das DFB-Pokalspiel gegen Kickers Offenbach am Samstag, dem 25. Juli, in Kaiserslautern, „der im Tor stehen, der auch die Saison beginnt“. Der 29 Jahre alte Markus Pröll hat zunächst einmal am Mittwochabend im Testspiel gegen NK Osijek zwischen den Pfosten gestanden. Der 20 Jahre alte Neuzugang Ralf Fährmann, der vom FC Schalke 04 an den Main gewechselt war, und der 35 Jahre alte Routinier Oka Nikolov werden am Samstag gegen Timisoara und am Montag gegen Austria Kärnten ihre Chancen erhalten. Nach diesen drei Begegnungen wird sich Skibbe mit Torwarttrainer Andreas Menger beraten. „Und dann werde ich meine Entscheidung fällen“, sagt er.

          Aktuell sei der Kampf „völlig offen“, versichert er. „Ich habe noch keine Präferenz.“ Mit allen drei Kandidaten sei er bisher zufrieden, sagt Skibbe, „sie sind hochmotiviert und versuchen schon im Training, sich positiv zu präsentieren.“ Klingt alles nach einem Dreikampf mit offenem Ausgang. Alle drei hatten auch schon ihre Chance in den bisherigen Testspielen, keine habe enttäuscht. Er werde nicht einzelne Fehler in den Vordergrund seiner Überlegungen stellen, sondern das Gesamtbild beurteilen. Das ist beruhigend für Ralf Fährmann, dem zuletzt beim 1:2 gegen Dynamo Kiew ein stattlicher Fehler unterlaufen war, und für Markus Pröll, der beim 3:2 in Stadtallendorf nicht immer sicher gewirkt hatte. Die Kandidaten gehen derweil offen und fair miteinander um.

          „Wir sind erwachsene Männer und benehmen uns so“

          Die Platzhirsche Nikolov und Pröll, die sich in der Vergangenheit je nach Form oder Verletzung im Tor der Eintracht abgewechselt hatten, loben den Herausforderer. Fährmann sei „ein netter Kerl und ein talentierter Torwart“. Ein Torwartzimmer – wie in den vergangenen sechs Jahren üblich, – gibt es in diesem Jahr im Hotel allerdings nicht. Nikolov und Pröll haben in Sebastian Jung und Marcel Heller neue Zimmerpartner gefunden. Ein Dreibettzimmer für die Torwart-Konkurrenten sei nicht mehr frei gewesen, sagt Nikolov. Dem kollegialen Verhältnis werde das aber nicht schaden. „Wir sind erwachsene Männer und benehmen uns so“, fügt er hinzu.

          Nikolov zum Thema Konkurrenz: „Wir sind erwachsene Männer und benehmen uns so”

          Auf dem Platz hören die Freundlichkeiten allerdings auf. Alle drei suchen mit aller sportlichen Konsequenz ihre Chance. Routinier Nikolov, dessen Vertrag gerade um ein weiteres Jahr verlängert worden war, sieht sich keinesfalls als Auslaufmodell. Die Auffassung, er habe per se die schlechtesten Aussichten, teilt er nicht. „Ich will noch ein paar Jahre spielen“, sagt er, „und ich will auch dieses Jahr spielen.“ Dabei mache es ihm wenig aus, dass in der Öffentlichkeit bisher hauptsächlich ein Zweikampf zwischen Pröll und Fährmann wahrgenommen wird. Ob er aus der Außenseiterrolle heraus starte oder von einer Art Pole-Position, sei ihm „völlig egal“, sagt Nikolov mit all seiner Erfahrung. „Wichtig ist allein, was der Trainer entscheidet.“ Nikolov kann warten. Dafür hat er schon genug erlebt.

          Pröll: Ich ziehe mein Ding durch

          Genau so selbstbewusst tritt Markus Pröll auf. Die Rivalen würden ihn nur am Rande interessieren, behauptet er, „ich ziehe mein Ding durch.“ Er sei nun im siebten Jahr in Frankfurt, und sein Herz hänge an der Eintracht. Die nicht verstummenden Gerüchte, der Verein würde ihn gern gegen eine Ablösesumme loswerden, motivierten ihn mehr als sie ihn ärgerten. „Ich habe immer alles gegeben, und jeder weiß, dass ich ein guter Torwart bin“, sagt er. „Wenn man mich nicht mehr haben will, soll man es mir sagen.“ Bisher habe er in dieser Richtung aber keinerlei Signale erhalten. Also gebe es auch „nicht den geringsten Grund, hier die Zelte abzubrechen“.

          Pröll kämpft wie zu erwarten war entschlossen um seine Chance und glaubt, dass ihm der Trainerwechsel zugutekommen wird. Bei Skibbes Vorgänger Friedhelm Funkel jedenfalls habe er in der vergangenen Saison das „hundertprozentige Vertrauen“ vermisst. Pröll vergleicht die Situation unter Funkel mit jener von Oliver Kahn unter Jürgen Klinsmann, dem früheren Teamchef der deutschen Nationalmannschaft. Klinsmann habe auf einen Fehler von Kahn gewartet und sich dann für Lehmann entschieden. So ähnlich habe er seine Situation in Frankfurt empfunden. Aktuell sei dies wieder anders. „Ich fühle mich wohl und gut in Form“, sagt er.

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