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Stuttgarts 2:1 in Freiburg : Korkuts nächster Streich

Die Stuttgarter Spieler jubeln über den Auswärtserfolg, für die Freiburger könnte die Situation nun ungemütlich werden. Bild: EPA

Mario Gomez trifft doppelt beim fünften Sieg unter Neu-Trainer Tayfun Korkut und nimmt dem VfB Stuttgart damit wohl die Abstiegssorgen. Freiburg wehrt sich lange, muss sich aber der taktischen Raffinesse des VfB beugen.

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          Für ihn sei es wichtig, mit einem guten Ergebnis in die Länderspielpause zu gehen, hatte VfB-Trainer Tayfun Korkut vor der Partie gegen den SC Freiburg gesagt, dann könne er in Ruhe mit seiner Mannschaft an taktischen und technischen Ideen arbeiten. Nach dem 2:1 (1:0)-Erfolg im Breisgau, dem fünften Sieg im siebten Spiel von Korkut, ist klar: Der Nachfolger von Hannes Wolf hat in seiner ersten Phase als Cheftrainer beim Stuttgarter Bundesligaklub in nur wenigen Wochen das geschafft, was ihm viele anfangs nicht zugetraut hatten. Defensiv äußerst kompakt erspielten sich die Schwaben immer wieder Chancen. Dabei konnten sie sich stets auf ihren Winterneuzugang Mario Gomez verlassen. Erst traf der Nationalspieler nach einem Freistoß von Aogo per Kopf (4.) – der ersten Offensivaktion im Spiel überhaupt – dann  aus kurzer Distanz (75.) nach einer missglückten Abwehr von SC-Schlussmann Alexander Schwolow. Zwischenzeitlich hatte Freiburgs Kapitän Nils Petersen zum 1:1 ausgeglichen (53.).

          Bundesliga

          „Es war ein verdammt schweres Stück Arbeit. Ich bin froh, dass ich noch das zweite Tor machen konnte. Freiburg hat zu Hause wahnsinnige Stärken. Alles in allem war es aber ein hochverdienter Sieg. Es werden immer die 40 Punkten vorgerechnet. Die zwei Mannschaften, auf die wir schauen, müssten vier Spiele gewinnen. Ich glaube aber auch nicht, dass wir alle sieben verlieren. Wir haben einen guten Lauf, müssen einfach dranbleiben“, sagte Gomez.

          Von Beginn an war das Auswärtsteam am Freitagabend vor 24.000 Zuschauern im Schwarzwald-Stadion spielüberlegen. Die Stuttgarter agierten druckvoller mit und gegen den Ball und arbeiteten zielgerichtet nach vorne. Dabei profitierten sie immer wieder vom fehlerhaften Freiburger Positionsspiel. Etwa direkt nach dem Führungstreffer von Gomez, als erst Gentner (9.) und anschließend abermals Gomez (13.) nach guten Kombinationen mit ihren Schüssen einzig an Schwolow scheiterten.

          Freiburgs Trainer Christian Streich hatte seine Startelf auf zwei Positionen verändert. Für den verletzten Amir Abrashi und Tim Kleindienst rückten Nicolas Höfler und Marco Terrazzino in die Mannschaft. Korkut indes setzte weiterhin auf Kontinuität und trat mit der gleichen Formation an wie vor einer Woche beim torlosen Remis gegen RB Leipzig. Diese Kontinuität zeigte auch seine Mannschaft, als nach 32 Minuten wieder Aogo mit einem Freistoß aus ähnlicher Position wie beim 1:0 den Ball gefährlich vor das SC-Tor brachte. Abermals musste Schwolow im Anschluss hinter sich greifen, doch weil Schiedsrichter Benjamin Brand zuvor abgepfiffen hatte, blieb es vorerst bei der knappen Führung.

          Nach dem Wechsel tauchte Petersen dann vor VfB-Torhüter Ron-Robert Zieler auf, den er mit einem Heber kunstvoll überwand. Der SC-Kapitän nutzte dabei einen Stellungsfehler des Stuttgarters Holger Badstuber, der zu weit aus der Defensivreihe herausgerückt war. Anschließend flachte die Partie zunehmend ab. Beide Mannschaften neutralisierten sich. Doch 15 Minuten vor dem Schlusspfiff war ein weiteres Mal Gomez zur Stelle und traf zum Stuttgarter Auswärtssieg, den Gentner in der Schlussphase sogar noch höher gestalten hätte können. Doch der Mittelfeldspieler schoss knapp am rechten Pfosten vorbei. Der VfB-Coach sicherte dann die knappe Führung wie schon in den vergangenen Wochen mit personellen Wechseln und Umstellungen.

          Bewies abermals taktisches Feingefühl: Stuttgarts Trainer Tayfun Korkut.
          Bewies abermals taktisches Feingefühl: Stuttgarts Trainer Tayfun Korkut. : Bild: EPA

          Bei Korkuts Dienstantritt stand der VfB noch vier Punkte hinter den Freiburgern, vor der Partie am Freitagabend vier Punkte davor. Nun sind es derer sieben und der Verein vom Cannstatter Wasen besitzt damit ein komfortables Polster zwischen sich und dem Relegationsrang. Beim SC Freiburg richtet sich der Blick nach der neunten Saisonniederlage in Richtung Tabellenende, wo mit dem VfL Wolfsburg und dem FSV Mainz zwei Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib an diesem Samstag bis auf zwei Punkte heranrücken können.

          Stuttgarter Doppeltorschütze: Mario Gomez.
          Stuttgarter Doppeltorschütze: Mario Gomez. : Bild: dpa

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