https://www.faz.net/-gtm-9ixz4

Stuttgarts 0:3 in Düsseldorf : Was passiert nun beim VfB?

  • -Aktualisiert am

Wieder kein Sieg: Markus Weinzierl und der VfB Stuttgart müssen gegen Düsseldorf eine Niederlage einstecken. Bild: EPA

Bei der Machtdemonstration der Fortuna zerfallen die Stuttgarter in ihre Einzelteile. Während sich Düsseldorfs Trainer Funkel über ein Jubiläum freut, stellt sich in Bezug auf VfB-Coach Weinzierl eine zentrale Frage.

          Markus Weinzierl blieb nach dem Abpfiff noch etwas sitzen und starrte ins Leere. So, als müsse er erst mal verarbeiten, was er da gerade gesehen hatte. Aber auch so, als wisse er, dass sich seine Zeit als Cheftrainer des VfB Stuttgart dem Ende zuneigen dürfte und es wohl dauern wird, bis er wieder auf einer Bank der Fußball-Bundesliga sitzen darf. 0:3 hatten die Schwaben am Sonntagabend bei Fortuna Düsseldorf zuvor verloren. Es war das sechste sieglose Spiel in Serie für den VfB, der damit weiter auf dem Relegationsplatz steht.

          „Wir haben hochverdient verloren“, sagte Mittelfeldspieler Daniel Didavi. „So wird es nicht reichen. Das einzig Gute ist, dass wir nicht abgeschlagen sind. Natürlich ist da auch eine mentale Blockade.“ Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel meinte: „Das war noch kein entscheidender Schritt, aber wir gehen jetzt optimistisch in die nächsten Wochen. Der Klassenerhalt hätte den größten Stellenwert in meiner Karriere.“ Für den Rheinländer war es in dessen 800. Spiel als aktiver Profi und Trainer ein weiteres Erfolgserlebnis.

          Stuttgarts Benjamin Pavard indes war schon zur Pause bedient. Als der Halbzeitpfiff ertönte, drosch er den Ball wütend weg, und als Torwart Ron-Robert Zieler ihn darauf ansprechen wollte, winkte er genervt ab und stapfte in die Kabine. Grund zur Freude hatte der französische Weltmeister in der Tat keinen. Bereits nach fünf Minuten hatte der Außenverteidiger Gelb gesehen, weil er einen Düsseldorfer Konter irgendwie stoppen musste. Es war nicht der letzte, auch danach rannte die Fortuna immer wieder auf die Stuttgarter Defensive zu.

          „Das ist der Tiefpunkt“

          Zur Pause hatten die Statistiker 10:4 Torschüsse für die Düsseldorfer gezählt. Was die Überlegenheit der Rheinländer sogar nur unzureichend abbildete. Selbiges galt für das Ergebnis von 1:0 – passenderweise erzielt vom gebürtigen Stuttgarter Kenan Karaman. Nach der Pause erhöhten Oliver Fink und Benito Raman. VfB-Profi Nicolas Gonzalez sah wegen einer Tätlichkeit in der Nachspielzeit die Rote Karte (90.+3).

          Für die Stuttgarter war damit die nächste enttäuschende Woche perfekt. Dabei sollte die doch die große Wende bringen. „Die Spiele gegen Freiburg und in Düsseldorf werden richtungsweisend sein“, hatte Sportvorstand Michael Reschke gesagt. Und das wurden sie auch, allerdings nicht so, wie sie sich das beim VfB vorgestellt hatten. Gegen Freiburg kassierte er in der Nachspielzeit den 2:2-Ausgleich, beim 0:3 in Düsseldorf hatte er dem Aufsteiger kaum etwas entgegenzusetzen. Und zwischendurch hatte es ja noch Theater um den Rücktritt von Vereinslegende Guido Buchwald gegeben, weil der nach dem Freiburg-Spiel im VIP-Raum von einem Kollegen aus dem Aufsichtsrat öffentlich angegangen wurde.

          Lauter Jubelschrei nach dem Treffer: Kenan Karaman freut sich über sein Tor zum zwischenzeitlichen 1:0.

           „Wir sind natürlich enttäuscht. Wir haben die Zweikämpfe nicht so bestritten wie der Gegner. Bei den Gegentoren haben wir mitgeholfen. Meine Zukunft interessiert mich nicht", sagte Weinzierl, der als Nachfolger von Tayfun Korkut nur drei Siege in 14 Spielen holte.

          „Wir haben die Schnauze voll“, riefen die lange Zeit tapfer anfeuernden VfB-Fans nun am Ende in Düsseldorf. Und als sich die Mannschaft hinterher für die Unterstützung bedanken wollte, wurde sie gnadenlos ausgepfiffen. Markus Weinzierl erlebte das aus der Entfernung. Und Torhüter Zieler war bedient. „Das ist der Tiefpunkt“, sagte er.

          Weitere Themen

          Die Erfolge des Niki Lauda Video-Seite öffnen

          Tod einer Formel-1-Legende : Die Erfolge des Niki Lauda

          Der Österreicher Niki Lauda feierte in der Formel 1 große Erfolge und ließ sich auch von Unfällen und Verletzungen nicht unter kriegen. Die rote Kappe wurde zu seinem Markenzeichen. Mit 70 Jahren ist er nun im Kreis der Familie verstorben.

          Die Erfolge des Niki Lauda Video-Seite öffnen

          Formel-1-Legende gestorben : Die Erfolge des Niki Lauda

          Der Österreicher Niki Lauda feierte in der Formel 1 große Erfolge und ließ sich auch von Unfällen und Verletzungen nicht unter kriegen. Die rote Kappe wurde zu seinem Markenzeichen. Mit 70 Jahren ist er nun im Kreis der Familie verstorben.

          Topmeldungen

          Ibiza-Video : Anwalt soll Drahtzieher der Strache-Falle sein

          Ein selbst ernannter Spionage-Fachmann behauptet im österreichischen Fernsehen, er wisse, wer die Hintermänner des „Ibiza-Videos“ sind. Er habe auf dem Video einen ehemaligen Geschäftspartner aus München erkannt.
          Internetnutzer in Simbabwe

          Digitale Entwicklung : Der Süden vernetzt sich

          Mehr als die Hälfte aller Internetnutzer lebt in Entwicklungsländern. Sie digitalisieren schnell – doch nicht alle haben etwas davon.
          „Sie sollen weiter kaufen“: Rapper John-Lorenz Moser, bekannt unter seinem Künstlernamen Bonez MC, ist Mitglied der 187 Strassenbande aus Hamburg.

          Gewaltvorwürfe gegen Musiker : Der Deutsch-Rap muss umdenken

          Auf die Debatte um #MeToo wollte die Szene nicht hören. Also müssen wir den Künstlern die Grenzen der Gewalt zeigen. Ein Gastbeitrag von einer Rap-Journalistin, die selbst schon körperlich angegangen wurde.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.