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1:1 gegen Werder : Stuttgart tritt auf der Stelle

  • -Aktualisiert am

Hartes Duell: Bremens Garcia (l.) hängt sich gegen VfB-Spieler Werner rein Bild: AP

Wieder kein Sieg für den VfB Stuttgart: Gegen Werder Bremen reicht die Führung nicht. Ujah gleicht aus. Beide Teams präsentieren sich wie Abstiegskandidaten.

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          Insgesamt neun deutsche Meistertitel haben der VfB Stuttgart und der SV Werder Bremen in ruhmreicheren Zeiten erobert. Dass die heutigen Bundesliga-Mannschaften der ehemaligen Erfolgsklubs derzeit in ganz anderen Tabellen-Gefilden zuhause sind, war beiden Teams bei ihrer Sonntagsbegegnung in der Stuttgarter Arena von der ersten bis zur letzten Minute anzusehen. Der VfB, der das Ziel hatte, mit einem Sieg vom letzten auf den drittletzten Platz voranzukommen, war zwar lange die bessere Mannschaft, musste sich aber schließlich mit einem 1:1 nach den Toren von Rupp (33. Minute) und Ujah (71.) begnügen.

          Ein Remis, das den VfB-Sportvorstand Robin Dutt dazu zwingen könnte, möglichst rasch einen Nachfolger für den vor zwei Wochen entlassenen Alexander Zorniger zu finden. Jürgen Kramny, derzeit der Platzhalter auf dem Cheftrainerposten, dürfte seine kleine Chance auf Zornigers Erbe nach der 1:4-Niederlage bei Borussia Dortmund und dem Remis gegen Werder schon wieder verspielt haben.

          Zwei Abstiegskandidaten

          Auch die Bremer Verantwortlichen werden sich nach dem schwachen Auftritt Werders in Stuttgart Gedanken darüber machen, wie lange es mit dem seit rund einem Jahr zum Nachfolger von Dutt bestimmten Fußballlehrer Viktor Skripnik weitergehen kann. So wie sich beide Teams am Sonntag präsentierten, der VfB als Vorletzter, Werder als Viertletzter, bleiben sie vorerst heiße Abstiegskandidaten.

          Fixe Führung: Der VfB bejubelt den Treffer zum 1:0 Bilderstrecke
          Fixe Führung: Der VfB bejubelt den Treffer zum 1:0 :

          Gegentore pflastern ihren Weg: Stuttgart musste vor dem Sonntagsspiel 35 Wirkungstreffer einstecken, Bremen 28 – Schreckensbilanzen, die kein anderer Bundesligaklub auch nur annähernd aufzuweisen hat. Werder war froh, wieder auswärts gefragt zu sein, hatte die Mannschaft von Trainer Skripnik auf Reisen doch zehn ihrer dreizehn Punkte erobert. Beim VfB wiederum freute sich Kramny nach der 1:4-Premierenniederlage in Dortmund auf sein erstes Heimspiel als Verantwortlicher des Profiteams. „Da werden wir einen raushauen“, versprach der pragmatische Kurzzeit-Nachfolger des dogmatischen Alexander Zorniger voreilig. Kollege Skripnik forderte dagegen Wiedergutmachung nach dem 1:3 daheim gegen den Hamburger SV vor einer Woche.

          Fragte sich nur, mit welchen Mitteln. Die Bremer verrieten vor dem Wechsel mehr noch als die Stuttgarter, dass sie im Elendsquartier der Liga daheim sind. Kaum eine Kombination, die zusammenpasste, kaum Tempo in den wenigen Aktionen nach vorn, kaum ein Funken Esprit. Und doch hatte Werder auch Pech, als Schiedsrichter Meyer den Norddeutschen nach Baumgartls Tritt gegen Ujahs Oberschenkel einen Strafstoß verweigerte (30.). Der VfB verdiente sich andererseits die knappe Pausenführung durch Rupps Schuss unter die Latte nach Kostics Hereingabe (33.) als das mutigere, spielerisch stärkere und solider wirkende Team. Baumgartl (15.) und Werner (22.) besaßen ähnlich kapitale Gelegenheiten, vertaten sie aber.

          Konservativer Stil

          Was auffiel: Die Schwaben befleißigen sich unter Kramnic eines konservativeren Stils als unter dem auf die Balljagd fixierten Zorniger. Am Sonntag waren fast immer genügend Spieler hinter dem Ball, wenn, selten genug, Gefahr von Werder drohte.

          Was vorher schon Fußball auf niedrigem Bundesliganiveau war, verflachte nach der Pause noch mehr. Werder traute sich zwar häufiger in die Offensive, ohne dabei jedoch zunächst eine Idee oder gar einen Plan zu haben. Die Stuttgarter begnügten sich derweil damit, ihren dünnen Vorsprung tapfer zu verteidigen. Kein Augenschmaus für die 47 000 Zuschauer im schwäbischen WM-Stadion. Zumindest die 3000 Werder-Fans durften sich dann doch einmal noch freuen, als ein Schuss von Fritz, den Sunjic abfälschte, bei Ujah gelandet war. Der Nigerianer zögerte nicht lange, aus der unverhofften Gelegenheit den Ausgleich zu machen (71.). Der war dann auch verdient, zumal dann auch noch Öztunalis Schuss gegen die Latte prallte (85.).

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