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6:2 gegen Hoffenheim : Stuttgart spielt wie eine Landeshauptstadt

  • -Aktualisiert am

Es geht doch: Vedad Ibisevic freut sich mit Antonio Rüdiger über den Führungstreffer beim 6:1 gegen Hoffenheim Bild: dpa

Erfolgreicher Bundesligaeinstand für Thomas Schneider. In seinem ersten Bundesligaspiel schafft der VfB im baden-württembergischen Duell mit den Badenern aus Hoffenheim. einen fulminanten ersten Saisonsieg. Vedad Ibisevic alleine trifft dreimal.

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          Das Drehbuch sah es vor, dass der Schlusspunkt unter turbulente Tage beim VfB Stuttgart noch vor dem Anpfiff des Derbys gegen Hoffenheim gesetzt wurde. Die Verabschiedung des alten Kapitäns Serdar Tasci, der nach 14 Jahren im Verein den VfB quasi über Nacht in Richtung Russland zu Spartak Moskau verließ, war ein Zeichen, dass künftig vieles neu werden soll in Stuttgart. Nach den ersten 90 Bundesligaminuten der Ära Thomas Schneider war klar, dass dabei vieles zum Besseren werden kann. Mit 6:2 schlug der VfB im Nachbarschaftsduell die gut in die Saison gestartete TSG Hoffenheim.

          Dass der VfB unter Schneider wieder offensiven und attraktiven Fußball spielen soll, war bei dessen unglücklichem Trainerdebüt mit dem Ausscheiden in der Europa-League-Qualifikation am Donnerstag gegen Rijeka schon in Ansätzen zu erkennen. Am Sonntag mussten dies die Hoffenheimer Profis in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena leidvoll erfahren. „Dominant, mutig und ständig angriffsbereit“ hatte Schneider seine Spielphilosophie bei Dienstantritt beschrieben.

          Schon nach knapp einer Woche Trainingsarbeit kamen seine Spieler diesem Ideal beeindruckend nahe. Schnell und direkt wurde in die Spitze gespielt, die 42.500 Zuschauer sahen begeisternden Offensivfußball, gepaart mit einem Schuss Risiko und Raffinesse. Wer das Spiel sah, dem wurde deutlich, warum Sportvorstand Fredi Bobic um einen Trainerwechsel nicht mehr herumkam. Schneider scheint der Mannschaft einen neuen Geist eingehaucht zu haben. Die faden Auftritte des VfB unter Bruno Labbadia scheinen vergessen.

          Spieler blühen auf

          Und die Spieler blühen dabei auf: William Kvist etwa erledigt seinen Job im defensiven Mittelfeld zuverlässig wie einst, dabei hatte der Däne von Labbadia seit Monaten keine Berücksichtigung mehr gefunden und stand zum Verkauf. Kvists Nebenmann, der neue Kapitän Christian Gentner, spielt dank des alten, neuen Partners wieder eine offensivere Rolle, die ihm wesentlich besser passt. Und vorne wirbelten die VfB-Angreifer Hoffenheims Abwehr durcheinander. Der Rumäne Alexandru Maxim, von Labbadia wegen fehlender Fitness zuletzt kaum berücksichtigt, zeigte seine außergewöhnlichen Qualitäten und seine wohl beste Leistung im VfB-Trikot. Und das 17 Jahre alte Offensivtalent Timo Werner degradierte bei seinem Startelfdebüt Hoffenheims Kapitän Andreas Beck zum hinterlaufenden Statisten.

          Begrüßung des Debütanten Thomas Schneider: Vor dem Spiel lachte auch sein Hoffenheimer Kollege Markus Gisdol (l.) noch
          Begrüßung des Debütanten Thomas Schneider: Vor dem Spiel lachte auch sein Hoffenheimer Kollege Markus Gisdol (l.) noch : Bild: dpa

          Das muntere Toreschießen der Schwaben begann schon nach zwölf Minuten. Ein schnell ausgeführter Freistoß von Moritz Leitner, der ebenfalls neu in der Startelf stand, ein Querpass von Maxim und der 20 Jahre alte Innenverteidiger Antonio Rüdiger durfte sein erstes Bundesligator bejubeln. Sieben Minuten später köpfte Vedad Ibisevic einen Maxim-Eckball ins Tor seines früheren Klubs (19.). Nur Sekunden, nachdem die Hoffenheimer durch einen abgefälschten Schuss von Kevin Volland verkürzen konnten (26.) , erzielte der VfB das 3:1 als Koproduktion der beiden Besten an diesem Nachmittag. Einen perfekt getimten langen Pass von Werner schob Maxim ins verwaiste Hoffenheimer Tor (28.).

          Nach der Pause drehten die Stuttgarter weiter auf: Zweimal Ibisevic (47./63.) sowie Maxim (55.) erhöhten auf 6:1, bevor Hoffenheim durch Roberto Firmino noch der Treffer zum 6:2-Endstand gelang (87.).

          VfB Stuttgart - 1899 Hoffenheim 6:2 (3:1)

          VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Schwaab, Rüdiger, Boka - Gentner, Kvist (80. Khedira) - Leitner (73. Harnik), Maxim (68. Cacau) - Ibisevic, Werner
          1899 Hoffenheim: Casteels - Beck, Abraham, Vestergaard, Johnson - Polanski (59. Rudy), Strobl - Volland, Roberto Firmino, Elyounoussi (75. Herdling) - Modeste (58. Schipplock)
          Schiedsrichter: Drees (Münster-Sarmsheim)
          Zuschauer: 42.450
          Tore: 1:0 Rüdiger (12.), 2:0 Ibisevic (19.), 2:1 Volland (26.), 3:1 Maxim (28.), 4:1 Ibisevic (47.), 5:1 Maxim (55.), 6:1 Ibisevic (63.), 6:2 Roberto Firmino (87.)
          Gelbe Karten: Kvist (1), Maxim (1) / Abraham (1), Volland (1)

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