https://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/streit-um-50-1-kartellamt-kritisiert-ausnahmen-fuer-konzernklubs-17367173.html

Einschätzung zu 50+1 : Kartellamt kritisiert Ausnahmen für Konzernklubs

  • Aktualisiert am

Logo der DFL in einem Frankfurter Hotel Bild: dpa

Das Bundeskartellamt hat Ausnahmen von der 50+1-Regel im deutschen Profifußball bemängelt. Sie verzerrten den Wettbewerb. Die DFL kündigte an, die Einschätzung zu berücksichtigen.

          1 Min.

          Das Bundeskartellamt hat in einer vorläufigen Bewertung der 50+1-Regel im deutschen Profifußball die derzeit geltenden Ausnahmeregelungen für die Vereine Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und TSG 1899 Hoffenheim kritisiert. „Wenn einigen Klubs größere Möglichkeiten zur Einwerbung von Eigenkapital zur Verfügung stehen als anderen, dürfte dies nicht zur Ausgeglichenheit des sportlichen Wettbewerbs beitragen, sondern ihn eher verzerren“, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Einschätzung. Diese hat die Behörde für die Deutsche Fußball Liga (DFL) vorgenommen.

          Grundsätzlich hält die Behörde die 50+1-Regel mit dem geltenden Kartellrecht für vereinbar. Sie sei zwar „unzweifelhaft eine Wettbewerbsbeschränkung“, heißt es in der Mitteilung. Allerdings wolle die DFL mit dieser nur im deutschen Profifußball gültigen Regelung „für eine Vereinsprägung und eine gewisse Ausgeglichenheit des sportlichen Wettbewerbs sorgen. Diese sportpolitischen Ziele können auch im Rahmen des Kartellrechts anerkannt werden“.

          Das Bundeskartellamt hält es allerdings für unverhältnismäßig, dass die derzeitige Förderausnahme für die drei konzern- oder investorengeführten Vereine aus Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim gilt. Diese gehören jeweils mehrheitlich dem Bayer-Konzern, dem Volkswagen-Konzern beziehungsweise der Person Dietmar Hopp. Die DFL, die betroffenen Klubs und auch ihre Investoren sollen nun zu der Einschätzung des Kartellamts Stellung nehmen.

          Die Dachorganisation der 36 Proficlubs verwies darauf, dass sie 2018 nach einem entsprechenden Präsidiumsbeschluss beim Bundeskartellamt ein Verfahren beantragt habe, um mögliche kartellrechtliche Bedenken bezüglich der grundsätzlichen Anwendung und Auslegung der 50+1-Regel prüfen zu lassen. Die Behörde habe seine vorläufige Bewertung am Montag bei einem Termin mit DFL-Vertretern erläutert.

          Das DFL-Präsidium kündigte an, sich „zeitnah“ mit der Kritik des Bundeskartellamts an den Ausnahmen bei der 50+1-Regel im deutschen Profifußball zu befassen. Dies teilte die Deutsche Fußball Liga am Montag in Frankfurt/Main auf Nachfrage mit. Man werde dabei „auch die vorläufige schriftliche Einschätzung des Bundeskartellamts berücksichtigen“.

          Die 50+1-Regel soll den Einfluss externer Investoren auf einen Verein der Bundesliga oder zweiten Bundesliga begrenzen. Sie sieht im Kern vor, dass der Stammverein nach der Ausgliederung seiner Profi-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft weiter die Mehrheit der Stimmenanteile besitzen muss.

          Weitere Themen

          Eintracht verpflichtet Lucas Alario

          Neuer Stürmer für Frankfurt : Eintracht verpflichtet Lucas Alario

          Nach Mario Götze verstärkt sich die Eintracht mit einem weiteren Offensivakteur. Aus Leverkusen stößt Stürmer Lucas Alario zu den Frankfurtern. Der Argentinier unterschrieb beim Europa-League-Sieger einen bis Sommer 2025 laufenden Vertrag.

          Topmeldungen

          In der Ampelregierung knirscht es. Da wird schon mal der ein oder andere schiefe Blick geworfen.

          Gräben statt Gemeinsamkeiten : Immer Ärger in der Ampel

          Schuldenbremse, Atomkraft, Verbrennermotor: In der Ampelregierung häufen sich die Streitthemen. Das bedeutet eine harte Landung in der Realität für die Koalition. Die dominante Figur ist dabei Finanzminister Christian Lindner.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.