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Probleme beim BVB : Schon ist Dortmunds Stimmung wieder im Keller

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Erling Haaland spielte in Bremen nicht von Beginn an beim BVB. Bild: Picture-Alliance

Der BVB war zum Start der Rückrunde im Torrausch und freute sich über den sensationellen Start von Wunderstürmer Erling Haaland. Nun ist das Hoch schon wieder vorbei. Und der Trainer bekommt heftigen Gegenwind.

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          Das Pokal-Aus in Bremen wirkt nach bei Borussia Dortmund. Die Hypothek des Ausscheidens und deutlichen Stimmungsabfalls nimmt der BVB nun mit ins Bundesliga-Spitzenspiel am Samstagabend bei Bayer Leverkusen (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky). Sportchef Michael Zorc war auch zwei Tage nach dem abermaligen Achtelfinal-Aus gegen Werder Bremen verärgert. „Weil es ein Wettbewerb weniger ist, in dem wir vertreten sind. Das tut weh, dass wir in Bremen ausgeschieden sind“, sagte Zorc mit säuerlicher Miene.

          Bundesliga

          Schon im Vorjahr flog der BVB im Achtelfinale gegen Werder raus. Da spielten die Hanseaten noch um die Europapokalplätze mit, nun steckt Werder mitten im Abstiegskampf. Auch dies gibt Zorc und Trainer Favre zu denken, zumal am Samstag beim Bundesliga-Fünften deutlich mehr Druck droht. „Es war allen nach den Spielen gegen Köln und Union Berlin klar, dass wir mehr Gegenwind bekommen werden. Das war in Bremen jetzt der Fall. Das wird in Leverkusen, die noch mal mehr Qualität haben, noch mal mehr sein“, sagte Zorc.

          Durch das 2:3 (0:2) nach ganz schwacher erster Halbzeit in Bremen und den wochenlangen Ausfall von Kapitän Marco Reus scheint der Aufschwung nach den ersten drei Ligaspielen im neuen Jahr mit neun Punkten und 15 Toren wie weggewischt. Recht heftigen Gegenwind bekommt Favre nach wie vor für seine Entscheidung, den neuen Top-Torjäger Erling Haaland bei Werder zunächst auf der Bank gelassen zu haben. Mit seinen sieben Toren aus den ersten drei Rückrundenspielen hatte der junge Norweger großen Anteil daran, dass der BVB in der Liga weiter im Meisterschaftsrennen dabei ist.

          „Ich bin der Erste, der ihn immer von Anfang bringen will. Aber wir müssen bei ihm aufpassen, wir müssen vernünftig sein“, rechtfertigte sich Favre. Haaland war wegen den Nachwehen einer Knieverletzung Anfang Januar im Trainingslager in Marbella erst dosiert bei den Westfalen eingestiegen. Damit die Dortmunder weiter langfristig Spaß an den überragenden Abschlussqualitäten Haalands haben, will Favre sein Juwel in den nun startenden Englischen Wochen nicht verheizen. „Er ist erst 19“, meinte der BVB-Coach. „Aber nach dem Spiel ist man natürlich immer schlauer.“

          Zorc kann die Debatte ohnehin nicht nachvollziehen. „Wir müssen von dieser einen Personaldiskussion wegkommen. Die Elf, die in der ersten Halbzeit auf dem Platz gestanden hat, hätte es besser machen können“, sagte Zorc und benannte weitere Probleme: „Wir waren zu langsam und haben die Zweikämpfe nicht richtig angenommen. Das muss alles besser werden.“ Vorerst fehlt zu allem Überfluss Kapitän Reus wegen einer Muskelverletzung. Gut möglich, dass ihn in Leverkusen der erst 17 Jahre alte Giovanni Reyna ersetzt. „Warum nicht? Das ist möglich“, sagte Favre dazu. Reyna war nicht nur wegen seines Zaubertors zum 2:3 der einzige Dortmunder Lichtblick in Bremen.

          Eine weitere schlechte Nachricht kam aus Spanien. Ousmane Dembélé vom FC Barcelona wird am kommenden Dienstag am rechten Oberschenkel operiert. Der Eingriff wegen eines Sehnenrisses werde in Finnland durchgeführt, teilte der spanische Meister am Donnerstag mit. Einzelheiten zur Länge der Genesungszeit sollen nach der OP bekanntgegeben werden. Laut Beobachtern könnte die Saison für den 22 Jahre alten früheren Dortmunder vorbei sein.  Es handelt sich um genau die gleiche Verletzung, die Dembélé Ende 2017 im Spiel beim FC Getafe erlitt, damals am linken Oberschenkel. Der Franzose wurde daraufhin ebenfalls in Finnland operiert und musste eine viermonatige Zwangspause einlegen.

          Dembélé leidet immer wieder unter Verletzungen und ist nur sporadisch einsatzfähig. Seinen früheren Verein Borussia Dortmund werde die neue Blessur voraussichtlich fünf Millionen Euro an Bonuszahlungen kosten, berichteten spanische Sportmedien. Der Angreifer habe bisher 74 Pflichtspiele für Barça bestritten, erst bei der 75. Partie im Laufe dieser Spielzeit hätte der BVB die millionenschweren Boni bekommen, rechnete das Blatt „AS“ vor. Dembélé war 2017 für eine Rekordsumme von 105 Millionen Euro plus Zusatzzahlungen bis zu 40 Millionen Euro zu den Katalanen gewechselt.

          Am Montag hatte er sein Training mit dem Team um Weltfußballer Lionel Messi und Nationaltorwart Marc-André ter Stegen mit starken Schmerzen abbrechen müssen. Der Stürmer bereitete sich auf sein Comeback vor, nachdem er sich Ende November im Champions-League-Spiel gegen Borussia Dortmund eine andere Verletzung am rechten Oberschenkel zugezogen hatte und seitdem nicht einsatzfähig war.

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