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Neuer Trainer beim 1. FC Köln : Am richtigen Platz

  • -Aktualisiert am

Nicht glamourös, aber der richtige Mann für den 1. FC Köln: Steffen Baumgart Bild: dpa

Seine Vita ist nicht unbedingt glamourös, der Fußball, den er verkörpert, aber schon. Für das ausgehungerte Publikum in Köln gibt es kaum einen besseren Trainer als Steffen Baumgart.

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          Die Berichte über Trainer, die am Saisonende ihren Verein verlassen, um anderswo mit einem besseren Kader arbeiten zu können, haben im Saisonverlauf eine große zerstörerische Wirkung entwickelt. Borussia Mönchengladbach verspielte die Chancen auf eine abermalige Champions-League-Teilnahme, nachdem Marco Rose erklärt hatte, er wolle ab dem Sommer den BVB trainieren. Ähnliches droht in Frankfurt: Seit Adi Hütter bekanntmachte, Roses Nachfolger werden zu wollen, läuft es nicht mehr bei der Eintracht. Selbst RB Leipzig hat zuletzt nur drei von acht Partien gewonnen, als sich immer konkreter abzeichnete, dass Julian Nagelsmann zum FC Bayern wechseln will. In Köln hoffen sie nun auf den gegenteiligen Effekt in einem Fall, der genau andersherum liegt.

          Steffen Baumgart wird von der kommenden Saison an Trainer bei dem vom Abstieg bedrohten Verein. Die derzeit laufende Rettungsmission von Friedhelm Funkel war von Anfang an bis zum Sommer beschränkt, die Klarheit mit Baumgart soll nun Köpfe frei machen und Kräfte entfesseln für die beiden anstehenden Duelle bei Hertha BSC und gegen Schalke 04. Vor allem aber ist der künftige Kölner Trainer ein Versprechen auf eine freudvolle Zukunft. Baumgart habe „bewiesen, dass er Spieler egal welchen Alters weiterentwickeln und besser machen kann“, teilte Sportgeschäftsführer Horst Heldt am Dienstag mit und erklärte: „Damit ist er der richtige Mann für den Weg, den wir in den nächsten Jahren gehen müssen. Dazu ist er ein emotionaler Leader, der sehr gut zum FC passt.“

          Die deutlich geschrumpfte Fraktion der Größenwahnsinnigen in dieser Fußballstadt mag die Nase rümpfen über eine Karriere mit Trainerstationen beim 1. FC Magdeburg, dem SSV Köpenick-Oberspree, Union Berlin und dem SC Paderborn. Die Vita Baumgarts ist nicht unbedingt glamourös, der Fußball, den er verkörpert, allerdings schon. Der gebürtige Rostocker ist ein überzeugter Offensivtrainer, der mit beeindruckender Konsequenz zu seinen Überzeugungen von einem schönen Fußball steht, sein Credo: „Der kürzeste Weg zum Tor ist der beste.“ Damit geht eine zähe Ära der Pragmatiker in Köln zu Ende. Peter Stöger, den einige Nostalgiker gerne zurückgeholt hätten und mit dem auch gesprochen wurde, war ein Meister des 0:0. Markus Anfangs Konzept hat keine Spuren hinterlassen, Achim Beierlorzers Ideen kamen nicht in der Mannschaft an, und Markus Gisdol steht für beinahe ein Jahr ohne Heimsieg.

          Fans feiern zwar jede Art von Fußball, wenn er nur erfolgreich ist. Aber Baumgart hat die Fähigkeit, den FC – beflügelt von der Rückkehr eines ausgehungerten Stadionpublikums – zu einer neuen Macht zu formen. Nicht weil die Spieler so stark sind, für teure Einkäufe fehlt das Geld. Für die besonderen Momente, die dem großartigen Stadion von Müngersdorf mit der Rückkehr der Zuschauer hoffentlich bevorstehen, gibt es kaum einen besseren Trainer als Steffen Baumgart. Und sei es mit Spielen gegen Schalke 04 und den FC St. Pauli.

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