https://www.faz.net/-gtm-a3dnk

Hygienekonzepte beim Fußball : Fan-Rückkehr schneller als gedacht?

  • Aktualisiert am

Nicht nur Pappkameraden: Die Fans sollen wieder leibhaftig und zahlreich ins Stadion kommen, sofern das Hygienekonzept stimmt. Bild: dpa

Die Debatte um Zuschauer in den Stadien begleitet die Klubs vor dem Bundesliga-Start. Von Geisterspielen ist längst keine Rede mehr. Doch wie gut funktionieren die Hygienekonzepte angesichts der Eindrücke aus Rostock und Dresden?

          4 Min.

          Der Eindruck der glückseligen Fans im DFB-Pokal wirkte noch nach, als selbst CSU-Chef Markus Söder einlenkte. Nach wochenlanger Abwehrhaltung sieht der einflussreiche bayerische Ministerpräsident inzwischen „eine Chance“ für eine schnelle Rückkehr der Zuschauer in die Fußball-Stadien. Schon an diesem Dienstag (16.00 Uhr) beraten nach dpa-Informationen die Chefs der Staatskanzleien der Länder über eine bundeseinheitliche Lösung, die früher kommen soll als Ende Oktober.

          Man wolle in dieser Woche versuchen, einen Kompromiss zu finden für einen Probebetrieb mit Zuschauern, verkündete Söder am Montag nach einer Kabinettssitzung in München. Dies könne möglicherweise schon zum Start der Bundesliga an diesem Wochenende mit der Eröffnungsspiel zwischen Bayern München und Schalke 04 am Freitag (20.30 Uhr, im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga, in ZDF und Dazn) erfolgen.

          Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) bezeichnete dies am Montag nach Gesprächen mit den Bundesländern als mögliches Szenario. „Die Annäherung ist schon sehr weit fortgeschritten“, sagte Braun auf einer Klausur der CSU-Fraktion im Landtag in München. Dies hänge aber von den entscheidenden Gesprächen der Länder an diesem Dienstag ab.

          Braun erklärte, absolute Verbote seien immer schwierig. Wenn jemand vorweisen könne, dass er ein ausgefeiltes Hygienekonzept habe, dann sei es meistens schwer, ein absolutes Verbot durchzusetzen. Braun betonte allerdings: „Es geht aber nicht nur darum, dass man im Stadion sitzt, mit sauberem Abstand, sondern es gibt den Weg zum Fußball, es gibt den Weg vom Fußball zurück.“

          Mehrere Tausend Fans erwartet

          Zum Saison-Auftakt im Oberhaus werden in vier von neun Stadien mehrere Tausend Fans erwartet. Tendenz steigend. Die Behörden in Leipzig (8500 Besucher), Frankfurt (6500), Berlin (5000) und Bremen (8500) segneten die Hygienekonzepte der jeweiligen Klubs teils mit Sonderlob ab. „Die Fans haben gefehlt“, sagte Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald und sprach von einem „wichtigen Signal.“

          In Nordrhein-Westfalen könnte noch in dieser Woche eine neue Corona-Schutzverordnung für mehr als nur ein paar Hundert Zuschauer erlassen werden. Bisher gilt eine Obergrenze von 300 Zuschauern. Laut Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl Josef Laumann (CDU) soll in der Regionalliga künftig „ein Drittel der Sitzplätze wieder mit Zuschauern“ möglich sein.

          Die Öffnung der Stadien dürfe nicht die Öffnung von Schulen und Kitas gefährden, sagte Söder der „Bild“-Zeitung in einem Live-Interview am Sonntagabend. Er bleibe zurückhaltend, der Probebetrieb sei aber möglich. „Wie viele Zuschauer das pro Stadion sind, das muss man noch verhandeln“, sagte der Ministerpräsident.

          Konkrete Ergebnisse gefordert

          Nach dpa-Informationen halten es mehrere Bundesländer für nötig, bereits bis Mitte September zu Ergebnissen bezüglich Obergrenzen und Kapazitäten zu kommen. Schleswig-Holsteins Regierung will den Vereinen bereits vor Saisonstart Klarheit über die Zuschauersituation verschaffen. ZDF und „Handelsblatt“ hatten berichtet, dass in der eingesetzten Arbeitsgruppe über eine Auslastungsgrenze von bis zu 40 Prozent der Stadionkapazität gesprochen werden soll. Auch fixe Obergrenzen würden diskutiert.

          Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag lediglich: „Der Auftrag der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin an die Arbeitsgruppe, der gilt weiterhin.“ Auf die Terminfrage ging er nicht ein. Ein entsprechender Beschluss könnte auch Grundlage sein für andere Sportarten, die noch viel mehr unter der Corona-Pandemie zu leiden haben als der Fußball.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Nahostkonflikt : Israels Militär droht Hamas mit gezielten Tötungen

          Israels Raketen zerstören ein Hochhaus mit Journalistenbüros im Gazastreifen. Der Armeesprecher kündigt weitere Angriffe auf die Führungsriege der Hamas an. Iran stellt sich hinter sie. Und US-Präsident Biden telefoniert — mit Israels Regierungschef Netanjahu und Palästinenserpräsident Abbas.
          Grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock

          Grüne : Baerbock will als Kanzlerin Flugreisen verteuern

          Solaranlagenpflicht für Neubau, Kurzstreckenflüge sollen obsolet werden: Annalena Baerbock kündigt ein „Klimaschutzsofortprogramm“ an, sollte die Grüne im September Kanzlerin werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.