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Eintracht und die Corona-Krise : Fußball für alle ist Frankfurts Ziel

Gegen Hertha BSC werden zwar deutlich mehr Zuschauer im Stadion sein, als hier gegen Köln – voll ausgelastet ist der Deutsche-Bank-Park dann aber trotzdem nicht. Bild: dpa

Der FC Bayern kann sein Stadion nun wieder voll auslasten – davon ist Eintracht Frankfurt noch ein Stück entfernt. Die Verantwortlichen hoffen auf die neue Corona-Verordnung.

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          Von ganz hinten nach ganz vorne. Für den FC Bayern ist dies eine ungewöhnliche Entwicklung. Denn sportlich sind es die meisterlichen Münchner ja gewohnt, das Klassement anzuführen. Was die Anzahl der in Corona-Zeiten zugelassenen Zuschauer betrifft, werden sie bald wieder spitze sein. „Die Bayern sind jetzt nach vorn geschossen“, sagte am Freitag Philipp Reschke, der Justitiar des Klassenrivalen Eintracht Frankfurt.

          Bundesliga
          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Der Tabellenführer profitiert von der aktuellen Corona-Schutzverordnung, die im Bundesland Bayern gilt – aber eben nicht in Hessen. Reschke, der auch im Gespräch mit der F.A.Z. einen detaillierten Einblick in die mitunter verzwickte Zuschauerproblematik gab, wünschte sich die bayerische Verordnung. „Das wäre die Lösung für unsere Probleme.“

          Während der FC Bayern ab sofort wieder alle Zuschauer zu Fußballspielen in die dann sicherlich ausverkaufte Arena bitten darf, ist die Eintracht an die hessische Verordnung vom 16. September gebunden. Die besagt, dass für das kommende Bundesliga-Heimspiel am Samstag in einer Woche gegen Hertha BSC maximal 40.000 Zuschauer zugelassen sind. 38.000 von ihnen müssen geimpft oder von Corona genesen sein. Weitere 2000, die einen negativen PCR-Test vorweisen können, dürfen gleichfalls beim Spiel gegen die Berliner live im Stadion dabei sein. Ein 3-G-Plus-Modell.

          Das gilt auch für das Europa-League-Spiel gegen Olympiakos Piräus am 21. Oktober, wie der Klub am Samstagmorgen bekanntgab. Dann allerdings nur mit insgesamt 35.000 Zuschauern, weil der Stehplatzbereich, wie immer bei internationalen Spielen, mit Sitzplätzen ausgerüstet wird. Dadurch verringert sich die Kapazität.

          Es hängt auch an der Test-Regelung

          Die Eintracht-Verantwortlichen, ließ Reschke im Proficamp des Frankfurter Bundesligavereins wissen, würden es gern allen Interessierten möglich machen, die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner im Stadion spielen zu sehen. Doch der Verein ist an das gebunden, was die Verordnung vorsieht und was das Frankfurter Gesundheitsamt genehmigt hat. Der Wunsch der Eintracht: Die gegen Hertha gültige Regelung, dass im Stehplatzbereich Maskenpflicht besteht, soll zukünftig ebenso fallen, wie es fortan keine Deckelung der PCR-Zugänge von aktuell fünf Prozent der insgesamt 40.000 zugelassenen Zuschauer geben soll.

          Wie die Bayern will auch die Eintracht Fußball für alle ermöglichen – also auch für Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren, die sich bislang noch nicht gegen Corona impfen lassen dürfen und unter die derzeit gültige Fünf-Prozent-Regel fallen – bei zusätzlichen Kosten von rund 75 Euro, die ein solcher PCR-Test im Schnitt kostet. 31.000 Dauerkarteninhaber hat die Eintracht. Ihnen allen, so Reschke, will der Klub so schnell wie möglich die Chance eröffnen, bei jedem Heimspiel dabei zu sein. Derzeit ist dies nicht gewährleistet.

          Physische Dauerkarten, wie es sie bislang in Scheckkartengröße gegeben hat, gibt der Klub in Zeiten, in denen eine Vollauslastung der Frankfurter Arena noch nicht erlaubt ist, nicht aus. Stattdessen erhalten die Dauerkarteninhaber, die die Eintracht sehen wollen, Tageskarten zu einem Siebzehntel des Gesamtpreises. Die Bestellfrist für Karten gegen die Hertha ist an diesem Wochenende abgelaufen. Von Montag an können Tickets gekauft werden. Ob aber auch wirklich alle 40.000 angebotenen Karten reißenden Absatz finden, vermag Reschke nicht zu sagen.

          Ein 2G-Modell, wie es beispielsweise der Ligarivale 1. FC Köln praktiziert, lehnt die Eintracht ab. „Das ist nicht unser Wunsch“, sagte Reschke. Zwei Tage vor dem Anpfiff gegen die Truppe aus der Hauptstadt, bei der der einstige Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic mit bislang bescheidenem Erfolg als Geschäftsführer wirkt, wird das hessische Corona-Kabinett eine neue Verordnung verabschieden. „Wir hoffen, dass sich die Dinge nach dem 14. Oktober maßgeblich ändern“, sagte Reschke.

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