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Staatshilfe für Schalke : Fußballtradition ist nicht systemrelevant

Graue Wolken: Um Schalke ist es aufgrund eigener Fehler schlecht bestellt. Bild: dpa

Es steht im Raum, dass die nordrhein-westfälische Landesregierung Schalke 04 mit finanziellen Hilfen unterstützen will. Die Misere ist aber hausgemacht. Die Politik sendet falsche Signale.

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          Die Corona-Krise hat die Fußballindustrie wie viele andere Branchen in finanzielle Bedrängnis gebracht. Erst seit die Bundesliga mit ihren Geisterspielen zumindest die Saison zu Ende spielen und Einnahmen erzielen konnte, ist an den meisten Standorten etwas Ruhe eingekehrt. Doch niemand kann vorhersagen, welche Schwierigkeiten noch zu meistern sind.

          Die Schieflage von Schalke 04, dem, gemessen am Umsatz, drittstärksten deutschen Fußballklub und dem sechsgrößten Sportverein der Welt, hat mit den Auswirkungen der Pandemie allerdings nur am Rande zu tun, selbst wenn die Verantwortlichen in Gelsenkirchen zuletzt versuchten, den traditionsreichen Verein als Opfer der aktuellen Krise darzustellen. Die schlechten Zahlen lagen schon vor der Pandemie auf dem Tisch.

          In Wahrheit haben Missmanagement und Größenwahn Schalke 04 nahe an den Abgrund manövriert. Für diesen fatalen Hochmut steht gerade der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies, der nun, nach 19 Jahren an der Spitze, von seinen Positionen im Verein zurücktreten wird. Sein Krisenmanagement im Klub war ein Misserfolg – mit seiner Großschlachterei in Rheda-Wiedenbrück und dem größten Corona-Hotspot im Lande steht er vor einem Scherbenhaufen.

          Dass nun ausgerechnet das zum größten Problemfall der Bundesliga geschrumpfte Fußballunternehmen Schalke 04 mit einer millionenschweren Bürgschaft vom Land Nordrhein-Westfalen vor dem Ruin gerettet werden könnte, müsste viele seriös wirtschaftende Fußballvereine ärgern. Schon vor zehn Jahren sicherte nur der Einstieg einer städtischen Energiegesellschaft in Gelsenkirchen die Stabilität des wankenden Riesen.

          Keiner der Verantwortlichen hat daraus gelernt. Auch wenn eine Bürgschaft nicht bedeutet, dass am Ende tatsächlich Steuerzahlergeld in einen schlecht geführten Profibetrieb fließt und damit Millionengehälter von Spielern, Trainern und Managern finanziert werden, wird damit von der Politik das falsche Signal gesendet. Fußballtradition ist eine schöne Sache – aber nicht systemrelevant.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

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