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St. Pauli gegen Rostock : Nie mehr an einem Freitagabend

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Gespenstige Szene in St. Pauli: Schwere Ausschreitungen nach dem Nord-Derby Bild: dpa

Nach den schweren Krawallen rund um das Fußballderby zwischen St. Pauli und Rostock hat die Hamburger Polizei mehr Augenmaß bei der Ansetzung von Risikospielen gefordert. Es könne nicht sein, dass man mehr als 1000 Polizisten aufbieten müsse, um Hooligans auseinanderzuhalten.

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          Nach den schweren Krawallen rund um das Nordderby zwischen dem FC St. Pauli und Hansa Rostock hat die Hamburger Polizei mehr Augenmaß bei der Ansetzung von Risikospielen gefordert. „Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen sollte ein solches Spiel beim nächsten Mal nicht noch einmal an einem Freitagabend stattfinden“, sagte Polizeisprecher Ralf Meyer am Samstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Es kann nicht wahr sein, dass man Wasserwerfer und mehr als 1000 Polizeibeamte aufbieten muss, um Fans zweier rivalisierender Vereine auseinanderzuhalten.“ Bei den Straßenschlachten am Freitag waren fünf Polizisten und zwei Fußballfans verletzt worden.

          Die Polizei nahm fünf Menschen vorläufig fest und zehn weitere in Gewahrsam. Rund 1350 Polizisten waren im Einsatz. Die Einsatzkräfte rückten mit mehreren Wasserwerfern an und setzte Schlagstöcke sowie Pfefferspray ein. „Die beiden Fangruppen sind so verfeindet, dass sie nur noch rot sehen“, sagte eine Polizei-Sprecherin.

          „Dass es ein Problem mit den Rostocker Fans gibt, war allen vorher bewusst“

          Bereits vor dem Spiel war es zu Randalen gekommen. Die Polizei nahm den ersten FC. St. Pauli-Fan bereits am Nachmittag fest, nachdem er Anhänger des Gastvereins provoziert hatte. Ein zweiter St. Pauli-Fan wurde vorläufig festgenommen, weil er einen Rostocker Fan mit einer Gaswaffe bedroht hatte. Die Rostocker wurden unter Polizeibegleitung vom Hamburger Hauptbahnhof zum U-Bahnhof Feldstraße gebracht, wo sie auf St. Pauli-Fans trafen. Randalierer aus beiden Lagern bewarfen Polizisten mit Steinen, Flaschen und Böllern. Die Polizei rückte mit Wasserwerfern an, um die Angriffe zu beenden.

          Straßenschlacht in Hamburg: Es ging um ein Fußballspiel
          Straßenschlacht in Hamburg: Es ging um ein Fußballspiel : Bild: dpa

          In der Halbzeit des Nordderbys zündeten Rostocker Chaoten bengalische Feuer und Feuerwerkskörper. Das Stadion war voller Rauch. Anhänger von Hansa Rostock hielten ein Transparent hoch, auf dem „Hansa Hooligans“ stand. Insgesamt waren nach Polizeiangaben rund 1500 Rostocker Fans im Stadion. Nach Spielende kam es zu weiteren Ausschreitungen. Gegen 21.00 Uhr gelang es der Polizei, die Rostocker Fans mit Entlastungszügen der U-Bahn vom Bahnhof Feldstraße zum Hauptbahnhof zu bringen.

          „Zumindest ist es gelungen, das Spiel über 90 Minuten durchzuführen

          Am Neuen Pferdemarkt sammelten sich am Abend bis zu 1000 St. Pauli-Fans und schwarz gekleidete Autonome. „Alles, was sich bewegen ließ, war auf der Straße verteilt - von Müllcontainern bis zu herausgerissenen Gehwegplatten“, sagte die Polizeisprecherin. Beamte seinen massiv angegriffen worden. Dabei wurde unter anderem ein 23 Jahre alter Polizeimeister aus Schleswig-Holstein von Glasscherben schwer am Bein verletzt. Ein Passant wurde am Kopf verletzt. Rettungswagen brachten die Verletzten ins Krankenhaus. Die Polizei setzte erneut Wasserwerfer ein, woraufhin sich die Krawallmacher in kleinen Gruppen zurückzogen. Gegen 22.00 Uhr hatte sich die Lage beruhigt.

          Bereits beim Hinspiel in Rostock hatte es Krawalle gegeben. 15 Menschen waren verletzt worden, darunter sechs Polizisten. Die Polizisten hatten 52 Personen in Gewahrsam genommen. „Dass es ein Problem mit den Rostocker Fans gibt, war allen vorher bewusst“, sagte Corny Littmann, Präsident des FC St. Pauli. Littmann war erleichtert, dass die Partie zu Ende gespielt werden konnte: „Zumindest ist es gelungen, das Spiel über 90 Minuten durchzuführen.“

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