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Sportwetten : Vereinstreue Rechtsbrecher

  • -Aktualisiert am

Werder-Fan: Wohin mit den vier Buchstaben? Bild: picture-alliance/ dpa

Dem Sportwetten-Anbieter „Bwin" ist am Donnerstag jede weitere Tätigkeit verboten worden. Trotzdem werden am kommenden Sonntag wohl bis zu zwanzigtausend Fußball-Mannschaften für ihn Werbung machen.

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          Für den internationalen Sportwetten-Anbieter „Bwin", ehemals „Betandwin", dem am Donnerstag vom Regierungspräsidium Chemnitz die Tätigkeit ab sofort verboten worden ist, werden am kommenden Sonntag wahrscheinlich zahllose Fußballfans Werbung machen.

          Der Bundesligaklub Werder Bremen hat mehr als sechstausend Trikots mit dem Bwin-Logo an seine Fans verkauft, von denen viele zum Bundesliga-Saisonauftakt nach Hannover fahren dürften. Der Profimannschaft kann der Zeugwart, der neuen (wegen des Einspruchs von Bwin womöglich nur vorläufigen) Rechtslage entsprechend, flugs Trikots ohne Werbeaufschrift bereitlegen. Aber welcher Fan wird schon auf seinen teuer bezahlten Treuebeweis verzichten? Wie werden die Behörden gegen diese „Rechtsbrecher" vorgehen?

          Permanente Rechtsverstöße landauf, landab

          Der Streit für und wider ein staatliches Wettspiel-Monopol könnte kaum auffälliger ausgetragen werden als auf diesem Spielfeld - im Profifußball in der Saison eins nach der Weltmeisterschaft. Bwin investiert zweistellige Millionenbeträge in den Fußball, auch in den Amateurfußball, dazu in weitere Sportarten wie Handball und Basketball.

          Bei 1860 München werden die Schriftzüge entfernt
          Bei 1860 München werden die Schriftzüge entfernt : Bild: picture-alliance/ dpa

          Die Reiterweltspiele, die in Kürze in Aachen stattfinden sollen, sind ebenfalls betroffen, Bwin ist dort einer der acht großen Sponsoren. Bis zu zwanzigtausend Fußball-Amateurmannschaften haben von dem Wettanbieter preisgünstig Trikots mit Werbelogo bezogen. Landauf, landab könnte es so zu permanenten Rechtsverstößen kommen.

          Am Tropf rar gesäter Sponsoren

          Der deutsche Sport ist nicht der einzige, aber der populärste Nutznießer der staatlichen Erträge aus Wetten und Lotterien. Immerhin fließen aus dieser Quelle mehr als fünfhundert Millionen Euro im Jahr. Dennoch sind die Sportverbände nicht erst seit dem Bundesverfassungsgerichtsurteil zu Sportwetten vom März uneins über eine Strategie, ihre Finanzierung langfristig zu sichern.

          Der Deutsche Fußball-Bund drängt auf eine Marktliberalisierung und bringt sich sogar selbst als Sportwettenanbieter in Stellung. Fußball und Restsport wollen am 22. August bei einem „Sportwettengipfel" nach einem Konsens suchen. Fest steht: Attraktive Fußballvereine wie Werder Bremen werden nie verlegen sein, Geldgeber zu finden. Klubs und Sportarten jedoch, die weit weniger im Rampenlicht stehen, hängen immer am Tropf der öffentlichen Hand - und rar gesäter Sponsoren.

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