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RB Leipzig : Der reizvolle Abschied des Ralf Rangnick

Das war’s in Leipzig: Ralf Rangnick widmet sich einer neuen Aufgabe. Bild: dpa

Nach sieben Jahren verlässt Ralf Rangnick Leipzig und wechselt zum Konzern Red Bull. Dieser Schritt dürfte allerdings nur eine Etappe zu einem noch größeren Ziel sein. Einen Nachfolger für Rangnick gibt es auch schon.

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          RB Leipzig steht vor dem größten Umbruch in seiner jungen Vereinsgeschichte. Am Dienstag hat Ralf Rangnick seinen Posten als Sportdirektor nach sieben Jahren in Leipzig endgültig aufgeben, nachdem er in dieser Zeit dort nebenher auch zweimal als Trainer tätig war. Zuletzt in der vergangenen Saison, in der Rangnick seine Mannschaft ins DFB-Pokalfinale führte sowie auf Platz drei in der Bundesliga und damit direkt in die Champions League. Rangnick wird nun, wie RB Leipzig mitteilte, zum 1. Juli 2019 auf eigenen Wunsch als „Head of Sport and Development Soccer“ zum Konzern Red Bull wechseln, wo er in beratender Funktion für die Fußballstandorte des Getränkeherstellers in New York, Brasilien und Leipzig tätig werde.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Experten der Leipziger Verhältnisse sehen in diesem Schritt des 60 Jahre alten Trainers und Sportdirektors allerdings nur eine Etappe. Rangnick hatte zuletzt angedeutet, dass ihn ein Job alleine als Sportdirektor unter dem neuen Trainer Julian Nagelsmann nicht mehr ausgefüllt hätte. Es wäre daher vermutlich keine Überraschung, wenn der Architekt des Leipziger Erfolgsmodells über kurz oder lang nach einer neuen Herausforderung bei einem Spitzenklub oder in einem Fußballverband sucht. Rangnick hatte in dieser Saison schon anklingen lassen, dass ihn sowohl der Posten als Bundestrainer, aber auch eine Rolle in der Premier League reizen würde.

          RB Leipzig wiederum hat die Position des Sportdirektors an den 38 Jahre alten Markus Krösche übergeben, dem ein maßgeblicher Anteil am Aufschwung des SC Paderborn zugeschrieben wird. Der westfälische Klub, der rein sportlich im Jahr 2017 in die vierte Liga abgestiegen wäre, bis 1860 München die Lizenz entzogen wurde, schaffte innerhalb von zwei Jahren den Durchmarsch in die Bundesliga. Krösche erhält in Leipzig einen Dreijahresvertrag.

          Zudem vereinbarten beiden Klubs eine langfristige Kooperation. Über die Ablösemodalitäten für den neuen Leipziger Sportdirektor vereinbarten die Vereine Stillschweigen. „Markus Krösche ist auch der absolute Wunschkandidat von Ralf Rangnick und mit ihm bekommen wir einen ausgewiesenen Fachmann. Wir sind davon überzeugt, dass er zusammen mit Julian Nagelsmann unseren eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen wird“, so RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff.

          Kenner der Leipziger Verhältnisse werten den Entschluss von Rangnick, in der kommenden Saison nicht an der Seite von Nagelsmann arbeiten zu wollen, allerdings auch als Resultat der Selbsterkenntnis des sportlich prägenden Mannes hinter dem beispiellosen Erfolg von RB. Nur alleine Sportdirektor „in dem großen Mikrokosmos RB Leipzig“ zu sein, hätte nur Entwicklungsschritte im kleinen Prozentbereich ermöglicht, sagte Rangnick auf einer Pressekonferenz über die Aussichten, wenn er auf den Leipziger Sportdirektorenstelle zurückgekehrt wäre. Durch seine neue Arbeit an den verschiedenen Standorten könne RB nun womöglich „zu internationalen Topklubs aufschließen, die jetzt noch sehr weit weg sind“. Die neue Aufgabe sei extrem reizvoll.

          Wie Rangnick ist allerdings auch der künftige Leipziger Trainer Nagelsmann mit einem ausgeprägtem Selbstbewusstsein ausgestattet. In seinen drei Jahren als Trainer in Hoffenheim hatte er es jedoch nie mit einem vergleichbar starken Sportdirektor zu tun, wie er ihn mit Rangnick in Leipzig gehabt hätte. Rangnick hat den gesamten Kader von Leipzig zusammengestellt, dessen Wert von „transfermarkt.de“ nach drei Jahren in der Bundesliga derzeit auf über 430 Millionen Euro beziffert wird. Nur Borussia Dortmund (600 Millionen) und der FC Bayern (770 Millionen) stehen in dieser Rangliste noch vor RB Leipzig.

          Rangnicks Nachfolger Krösche war früher Profi bei Werder Bremen und beim SC Paderborn, dort ist er mit 372 Pflichtspieleinsätzen auch Rekordspieler. Der von mehreren Bundesligaklubs umworbene Krösche, der zuvor auch als Ko-Trainer in Paderborn und bei Bayer Leverkusen gearbeitet hatte, kann neben der Fußball-Lehrerlizenz auch ein abgeschlossenes Studium der Betriebswirtschaft vorweisen.

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