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Sponsoren-Streit : „Löwen“ müssen Werbung vom Trikot entfernen

  • Aktualisiert am

Manager Reuter (r.) wird neue Trikots ordern müssen Bild: dpa

Der Sport droht zum Verlierer im Verteilungskampf um die Sponsoring-Millionen zu werden. Nachdem Werder Bremen und die Münchener „Löwen“ von der Staatsanwaltschaft ins Visier genommen wurden, fürchten komplette Profi-Ligen ein Verbot des privaten Wettanbieters „betandwin“.

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          Der Sport droht zum großen Verlierer im Verteilungskampf um die Wett-Milliarden zu werden. Nachdem Bundesligist Werder Bremen und Zweitligist TSV 1860 München von der Staatsanwaltschaft ins Visier genommen und nach Unterlassungsverfügungen nicht mehr mit dem Logo von „betandwin“ auflaufen dürfen, fürchten Vereine und sogar komplette Profi-Ligen ein Verbot des privaten Wettanbieters und damit um lukrative Einnahmen.

          „Das wäre für die Basketball-Bundesliga und vor allem für unsere Nachwuchsförderung ein harter Schlag“, sagt BBL-Geschäftsführer Jan Pommer. Auch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) mit dem Liga-Pokal, der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) und die Handball-Bundesliga (HBL) sitzen mit im Boot. Im Ausland ist das Unternehmen ebenfalls aktiv und unter anderem Trikotsponsor bei AC Mailand.

          Das große Bangen

          Während sich Werder und die „Löwen“ nicht mehr mit dem Logo des Wettanbieters zeigen dürfen, tun es 1.000 Amateurvereine. Das Unternehmen hatte den Klubs subventionierte Hemden zur Verfügung gestellt. Auch Handball-Bundesligist SG Flensburg-Handewitt und der Eishockey-Club Kölner Haie stehen unter Vertrag. Weitere Premium-Partner sind der VfL Bochum, Arminia Bielefeld, der VfB Stuttgart, Borussia Dortmund, der VfL Wolfsburg, der 1. FC Köln oder der SC Freiburg (Siehe auch: Wett-Aktien im Sturzflug).

          Sportwetten : Wettmonopol muß dem Schutz vor Spielsucht dienen

          Man habe die Angelegenheit „intern sehr ausführlich und auf unterschiedlichen Ebenen diskutiert“, sagte Hanno Franke, der Marketing-Chef der Freiburger. Dabei sei man ebenso wie der Deutsche Fußball-Bund und die DFL zu der Überzeugung gelangt, daß ein Verbot der Werbung für Sportwetten mit „erheblichen und nachteiligen Konsequenzen für den Fußball wie für den übrigen Breiten- und Profisport“ verbunden sei.

          Mit DDR-Lizenz

          „Wir warten höchstrichterliche Entscheidungen ab. Und denen werden wir uns dann auch beugen. Aber noch haben wir einen Vertrag mit betandwin und gehen davon aus, daß unser Partner gültige Lizenzen hat. Meiner Einschätzung nach ist die Politik in dieser Sache nicht neutral und vertritt auch Eigeninteressen“, stellte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke fest. „Wir hätten sicherlich ein Problem, wenn wir nicht weiter mit dem Partner arbeiten könnten, weil es ein sehr guter und verläßlicher Partner ist“, sagte Handball-Bundesliga-Marketing-Leiter Mark Schober.

          Bald 30 Millionen Euro jährlich steckt „betandwin“ in das Sportsponsoring. 3,6 Milliarden Euro setzten die „Privaten“ im vergangenen Jahr in Deutschland um. Der staatliche Anbieter „Oddset“ kam auf rund 430 Millionen Euro. Falls der Wettmarkt liberalisiert werden sollte, wird mit einer Steigerung auf bis zu acht Milliarden Euro gerechnet.

          Bayern greift durch

          „Betandwin“ betreibt sein Geschäft mit einer DDR-Lizenz und ist damit zu einem der Konkurrenten des staatlichen Anbieters Oddset geworden. Das Bundesverfassungsgericht hatte zwar das staatliche Monopol auf Oddset-Sportwetten Ende März grundsätzlich als zulässig erklärt, aber an strenge Vorgaben zum Kampf gegen die Spielsucht geknüpft. Möglich ist aus Sicht des Karlsruher Gerichts entweder ein deutlich zurückhaltenderes staatliches Angebot oder die Zulassung privater Unternehmen. Die Länder oder der Bund müssen bis zum 31. Dezember 2007 eine Neuregelung erlassen.

          Auch der staatliche Wettanbieter - Bayern-Lotto bietet seit 1999 Oddset-Wetten an - unterstützt den Sport. Am Mittwoch machte der Freistaat Bayern weiter Druck. Nach dem Verein TSV 1860 München wurde auch der betandwin-Fernsehpartner Deutsches Sportfernsehen (DSF) ins Visier genommen. „In Bayern wird Recht und Ordnung durchgesetzt“, sagte Innenstaatssekretär Georg Schmid (CSU) in einer Fragestunde des Landtages. Auch viele Onlineanbieter sind Werbepartner des Wettanbieters. Ihnen drohen ähnliche Probleme.

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