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Spionage in der Bundesliga : Bremen gibt Drohnen-Einsatz zu

  • Aktualisiert am

Das Training von Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann wurde überwacht. Bild: dpa

Vor dem Bundesliga-Duell mit Hoffenheim spioniert ein Bremer Mitarbeiter beim Training des Gegners – mit Hilfe einer Drohne. Das räumt Werder nun ein. Die Polizei ermittelt. Andere nehmen den Vorfall mit Humor.

          Fußball-Bundesligaverein Werder Bremen hat den Einsatz einer Drohne während des Abschlusstrainings von 1899 Hoffenheim am vergangenen Dienstag zugegeben. „Ein Scout hat vor Ort versucht, Informationen einzuholen. Kurzzeitig kam eine Drohne zum Einsatz. Sie ist aber zu keiner Zeit über den Trainingsplatz geflogen. Es bestand keine Gefahr“, erklärte Sportchef Frank Baumann am Freitag. „Wir haben intern alles besprochen. Ich übernehme dafür die Verantwortung“, fügte Baumann hinzu.

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          Am Mittwoch hatte Hoffenheim vor dem Spiel in Bremen (1:1) bekanntgegeben, dass am Tag zuvor „eine Drohne ohne Erlaubnis über den Trainingsplatz in Zuzenhausen geflogen“ sei. Die Angelegenheit wurde der Polizei übergeben, hieß es. „Aus unserer Sicht haben wir nichts Illegales getan“, wehrte Baumann ab. „Mit Hoffenheim haben wir zudem alles geklärt. Sollte die Aktion zu einer gewissen Verunsicherung auf dem Trainingsplatz geführt haben, dann möchten wir uns dafür entschuldigen.“

          Nationalspieler Nico Schulz nahm die Drohnen-Posse mit Humor. „Ich habe danach noch viel besser trainiert“, scherzte der Hoffenheimer Mittelfeldspieler nach dem Spiel. „Ob da einer hinter einem Baum sitzt oder eine Drohne fliegt, ist mir egal. Man schaut uns beim Laufen zu, viel mehr ist es nicht.“ Nicht das teilweise hochklassige Bundesliga-Spiel und die schön herausgespielten Treffer dabei am Mittwochabend im Mittelpunkt – sondern die Spionage-Aktion eines Bremer Analysten mit Hilfe einer Drohne beim Hoffenheimer Abschlusstraining am Dienstag.

          Der Vorfall liegt bei der Polizei. Sie habe die Ermittlungen aufgenommen, erklärte Hoffenheims Klubsprecher Holger Kliem. Denn: Das Überfliegen von Drohnen über Menschenansammlungen ist verboten. Gegner-Spionage ist für Julian Nagelsmann generell kein Problem. „Es ist doch normal, dass man sich den Gegner versucht anzuschauen“, erklärte der Hoffenheimer Coach, der das Flugobjekt am Dienstag während der Übungseinheit auch wahrgenommen hatte. Der kommende Trainer von RB Leipzig hatte vor zwei Jahren bereits berichtet, dass er Drohnen zur eigenen Trainingsbeobachtung einsetzen lassen wolle. „Aber hier geht es um die Sicherheit“, betonte er.

          Daher gab es noch am Dienstagabend zwischen Nagelsmann und Werder-Trainer Florian Kohfeldt direkten Kontakt. Dies bestätigten die beiden Fußball-Lehrer. „Ich bin dem Analysten generell auch nicht böse, wenn er seinen Job macht“, erklärte Nagelsmann. „Grundsätzlich ist das als Mitarbeiter lobenswert, sich für seinen Klub reinzuhängen und zu versuchen, den anderen Klub auszuspionieren.“ Die Bilder der Drohne sind, so versichert Kohfeldt, in der Spielvorbereitung auf das Hoffenheim-Spiel „nicht zum Einsatz gekommen.“ Nicht nur deswegen fürchten die Hanseaten keine Konsequenzen durch die Polizei-Ermittlungen. „Da sind wir entspannt“, sagte Sportchef Baumann. 

          Dennoch gab es auch an der Weser Unruhe im Vorfeld der Partie. „Es hat meine Vorbereitung auf das Spiel gestört“, monierte Kohfeldt. Der 36-Jährige habe selbst in der Vergangenheit immer wieder ungebetene Trainingsgäste „aus dem Gebüsch gezogen oder aus dem Stadion geholt“. So hatte er im Februar vor dem Nordderby gegen den Hamburger SV in der vergangenen Saison einen Beobachter versteckt in der Hecke erwischt.

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