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Kommentar : Jatta für Deutschland?

  • -Aktualisiert am

Und plötzlich ein Kandidat für Deutschland: Bakery Jatta Bild: dpa

Vor wenigen Tagen noch wurde Bakery Jatta verdächtigt, unter falscher Existenz in Deutschland Fußball zu spielen. Nun sind die Zweifel ausgeräumt. Und U-21-Trainer Stefan Kuntz hätte ihn gerne in seinem Team.

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          Für den Hamburger SV sind es ungewohnte Takte, die gerade angeschlagen werden. Bundesweit wird der jahrelang für allerlei Peinlichkeiten geschmähte Klub gelobt, wie er sich im „Fall Jatta“ verhalten hat. Bei heftigem Gegenwind hat sich die Vereinsführung nicht weggeduckt, sondern stand zusammen und stärkte ihren Spieler. Woche für Woche. Ganz vorn stand Dieter Hecking. Wohl auch deshalb sprang ihm Jatta nach seinem Tor gegen Hannover am Sonntag in die Arme: Er wusste, bei wem er sich bedanken musste, schließlich hatte der Trainer zu ihm gestanden und trotz des beträchtlichen Drucks eingesetzt.

          Die Hoffnung der Hamburger, dass nun Ruhe einkehren werde, nachdem das Bezirksamt die Ermittlungen zu Jattas Identität einstellte und Nürnberg, Karlsruhe und Bochum ihre Einsprüche gegen die Spielwertungen zurückzogen, hat sich nicht erfüllt. Allerdings ist die jüngste Wendung eine positive.

          Auch Stefan Kuntz lobte den HSV und Bakery Jatta für die Widerstandsfähigkeit in den vergangenen Wochen. Eine Eigenschaft, die Kuntz ebenso am Spieler Jatta schätzt. Schon vor einigen Wochen hatte Kuntz beim HSV vorgefühlt, ob eine Einbürgerung Jattas und Einsätze in der U-21-Nationalmannschaft möglich sein könnten. Nun frischte der Auswahltrainer sein Interesse beim Sender „Sport1“ auf: „Ich würde gerne versuchen, Bakery bei der Einbürgerung zu helfen, weil ich ihn von der U 21 überzeugen möchte.“ Kuntz baut gerade eine neue U 21 auf.

          Jatta könnte helfen

          Bei der Zusammenstellung des Kaders will der zuletzt sehr erfolgreiche DFB-Coach „kreativ“ sein, wie er jüngst sagte. Er habe da noch „die eine oder andere Idee“. Eine dieser Ideen war Lukas Nmecha, der in englischen Nachwuchs-Nationalmannschaften gespielt hatte, ehe Kuntz ihn überzeugte, für den DFB aufzulaufen. Als Integrationsminister macht sich Kuntz auf die Suche nach kreativen Lösungen, denn nur wenige Spieler der Jahrgänge 1998 und 1999 sind bei Vereinen der ersten oder zweiten Liga Stammspieler. Kuntz sagte: „Es ist ja kein Geheimnis, dass jetzt die Jahrgänge kommen, die mit ihren DFB-Junioren-Nationalmannschaften in der Vergangenheit eher nicht so erfolgreich waren.“

          Ein wuchtiger Stürmer wie Jatta mit Erfahrungen in der ersten und zweiten Liga könnte helfen. Er selbst würde gern deutscher Staatsbürger werden. Kuntz hat schon gesagt, dass er den designierten DFB-Präsidenten Fritz Keller bald fragen werde, ob eine schnelle Einbürgerung möglich sei. Ein beim Innenministerium beantragtes Eilverfahren könnte es dem DFB ermöglichen, Jatta bald und dann auch bei den Olympischen Spielen einzusetzen, denn es gibt Beispiele, in denen es nur ein halbes Jahr gedauert hat.

          Bakery Jatta als deutscher Nationalspieler: das muss ihm nach dem Spießrutenlaufen der vergangenen vier Wochen fast zu schön vorkommen, um wahr zu sein.

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