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Zweite Bundesliga : Notarzteinsatz wegen FCK-Trainer Jeff Strasser

  • -Aktualisiert am

Kaiserslauterns Trainer Jeff Strasser hatte wohl gesundheitliche Probleme in der Halbzeit Bild: dpa

Spielabbruch in der zweiten Bundesliga: Beim Spiel zwischen Darmstadt 98 und dem 1. FC Kaiserslautern hat Gästetrainer Jeff Strasser gesundheitliche Probleme. Der Vorfall ereignete sich in der Halbzeitpause.

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          Wegen eines medizinischen Notfalls ist das Zweitligaspiel zwischen dem SV Darmstadt 98 und dem 1. FC Kaiserslautern am Mittwochabend abgebrochen worden. Gäste-Trainer Jeff Strasser soll Herzprobleme bekommen haben. Der 43-Jährige hatte während der torlosen ersten Halbzeit des Abstiegskampf-Duells seine Mannschaft an der Seitenlinie stehend gecoacht. Auf dem Weg in die Kabine soll es in den Katakomben des Stadions am Böllenfalltor dann passiert sein. Strasser wurde umgehend notärztlich versorgt. Als der Stadionsprecher den Abbruch des Spiels um kurz vor 20 Uhr bekanntgab, verließ der Krankenwagen mit Strasser an Bord gerade mit Blaulicht, aber ohne Sirene das Stadiongelände. Der Chefcoach soll bei Bewusstsein und aufrecht sitzend zur Kontrolle in eine Darmstädter Klinik gebracht worden sein. Später am Abend sagte ein FCK-Sprecher, dass Strasser sich nicht in Lebensgefahr befinde.  Am Donnerstag soll Assistenzcoach Alexander Bugera das Training leiten.

          Derweil meldete die „Rheinpfalz“, dass Martin Bader neuer Vorstandschef beim Fußball-Zweitligaklub werden soll. Der 49-Jährige soll demnach die Nachfolge von ThomasGries antreten. Der Tabellenletzte hatte sich Anfang Januar im Zuge seiner Führungskrise von Gries getrennt.

          Darmstadt sendet Genesungswünsche

          Von Seiten der „Lilien“ äußerte sich Rüdiger Fritsch über den vereinseigenen Twitter-Kanal. „Wir senden Genesungswünsche nach Kaiserslautern und wünschen Jeff Strasser gute Besserung. An Tagen wie heute werden wir alle wieder daran erinnert, dass es wichtigere Dinge gibt als Fußball“, sagte der SVD-Präsident.

          Die Deutsche Fußball-Liga muss nun entscheiden, wie mit dem abgebrochenen Match umgegangen wird. Ein Wiederholungsspiel scheint die wahrscheinlichste Lösung. Über den möglichen Zeitpunkt wurde zunächst nichts bekannt. Es hatte einige Zeit gedauert, bis die 17.400 Zuschauer im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor informiert wurden, warum die Spieler und Offiziellen nicht auf den Platz zurückkehrten nach Ablauf der Halbzeitpause. Der Stadionsprecher sprach von einem „medizinischen Notfall im Trainerteam des 1. FC Kaiserlautern“ und bat um Geduld bis zur Entscheidung, ob das Match zwischen dem südhessischen Tabellensechzehnten und dem Schlusslicht aus der Pfalz nochmal angepfiffen wird.

          Publikum reagiert mit aufmunterndem Applaus

          Der Abbruch der Partie war angesichts des Geschehens freilich die einzig richtige Entscheidung. Die Spieler beider Mannschaften kamen nochmal auf den Rasen, um sich zu den Klängen des Songs „You’ll never walk alone“ von den Zuschauern zu verabschieden. Das Publikum antwortete mit aufmunterndem Applaus – und verließ geordnet und friedlich das Stadion.

          Strasser war Ende September von den Kaiserslauterern als Retter in höchster sportlicher Not verpflichtet worden. Der Luxemburger war als kampferprobter Profi in seiner aktiven Zeit auf dem Betzenberg bei den Fans äußerst beliebt. Den Niedergang des 1. FCK in dieser Zweitligasaison vermochte aber auch Strasser nicht aufzuhalten. Mit elf Punkten aus 17 Partien sind die Pfälzer abgeschlagen Tabellenletzter. Das Match bei den auf dem Relegationsrang 16 angesiedelten „Lilien“ bot nun die Gelegenheit, den Rückstand auf vier Zähler zu verkürzen und neue Hoffnungen zu schöpfen.

          Bei einer Niederlage zum Start ins Pflichtspieljahr hätte der Rückstand auf das rettende Ufer schon zehn Punkte betragen. Im Wissen um die sportliche Brisanz des Spiels hatte Strasser im Vorhinein von einem Endspiel in Darmstadt gesprochen. Zumal auf dem sportlichen Betrieb der Lauterer nicht nur sportlich ein enormer Druck lastet. In finanziell turbulenten Zeiten für den Traditionsverein gilt es als unsicher, ob der Klub überhaupt die Lizenz für die dritte Profiliga erhalten würde.

          SVD-Trainer Dirk Schuster wollte in dem bedeutungsvollen Spiel gegen die „Roten Teufel“ den Grundstein für den avisierten Klassenverbleib legen und den Anschluss an tabellarisch angenehmere Tabellengefilde herstellen. In den 45 Minuten Spielzeit hatten die „Lilien“ den besseren Start gegen vor allem auf Torsicherung bedachte Pfälzer erwischt. Beide Teams hatten je eine Torchance.

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