https://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/spielabbruch-nach-hopp-plakaten-in-hoffenheim-waere-richtig-gewesen-16658127.html

Schmähungen gegen Hopp : Ein Spielabbruch wäre richtig gewesen

  • -Aktualisiert am

Die Münchner Spieler auf dem Weg zu den Fans in Sinsheim nach dem Zeigen eines Schmähplakats. Bild: Reuters

Hoffenheimer und Münchner Spieler kicken den Ball zum Protest hin und her. War diese Reaktion auf die Schmähplakate ausreichend? Nein! Solidarität muss unmittelbar und radikal erfolgen. Ansonsten ist sie nahezu wertlos.

          1 Min.

          War diese Reaktion auf die Schmähplakate in Hoffenheim ausreichend? Zwei Mannschaften kicken sich beim Spielstand von 0:6 die Bälle nur noch hin und her und bringen so ihren Protest zum Ausdruck? Was von den Vereinsverantwortlichen der TSG Hoffenheim und des FC Bayern als starker solidarischer Akt der Spieler gewertet wurde, war in Wahrheit doch nur noch die minimalmöglichste Reaktion, um das zu verhindern, was eigentlich dringend angeraten gewesen wäre: den Spielabbruch.

          Bundesliga

          Damit hat der Deutsche Fußball-Bund schon oft genug gedroht – so oft, dass den Verband niemand mehr ernst nimmt. Kollektivstrafen hatte der DFB einst abgelehnt, zuletzt aber doch eine gegen die Fans von Borussia Dortmund ausgesprochen, von denen ein Teil gegen die nach den langjährigen Aktionen gegen den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp auferlegten Bewährungsauflagen verstoßen hatte.

          Daran haben sich der neuerliche Streit eines Teils der Ultras mit dem DFB und die überall wieder aufgeflammten Schmähungen gegen Hopp entzündet. Auch in Dortmund und Köln wurden die Partien am Samstag wegen Diffamierungen von Hopp unterbrochen, selbst in Darmstadt waren beim Zweitliga-Spiel gegen Heidenheim Schmäh-Transparente zu sehen.

          Die Partie in Hoffenheim wird in die Wertung eingehen, weil sie offiziell zu Ende gespielt wurde. Vom Platz zu gehen und nicht wieder zu kommen wäre aber das richtige Ende gewesen. Und das in Zukunft nicht nur bei Schmähgesängen gegen Dietmar Hopp, sondern vor allem und noch viel eher bei rassistischen Äußerungen von den Rängen. Solidarität kann nicht vom Abwiegen von Vor- und Nachteilen abhängig sein. Sie muss unmittelbar und radikal erfolgen, ansonsten ist sie nahezu wertlos.

          Peter Penders
          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Weitere Themen

          Hertha BSC steht vor dem Abstieg

          0:1 in Relegations-Hinspiel : Hertha BSC steht vor dem Abstieg

          Der drohende Absturz in die Fußball-Zweitklassigkeit kommt für den Berliner Bundesligaklub immer näher. Im Hinspiel der Relegation verliert Hertha BSC im eigenen Stadion gegen den HSV. Auch Trainer Felix Magath wirkt ratlos.

          Topmeldungen

          Eine zerstörtes Gebäude in Mariupol

          Was in der Nacht geschah : Selenskyj: Donbass-Region ist komplett zerstört

          Die Kämpfe zwischen russischen und ukrainischen Truppen gingen vor allem im Osten der Ukraine im Donbass weiter. Nach russischen Angaben haben sich seit Wochenbeginn 1730 ukrainische Soldaten aus dem belagerten Asow-Stahlwerk in Mariupol ergeben. Die Nacht im Überblick.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.