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Krimi im Minutenprotokoll : So verrückt lief der Abstiegskampf der Bundesliga

Auf dem Boden, aber nicht am Boden: Ginczek trifft entscheidend für den VfB Bild: dpa

Der letzte Spieltag bietet einen der spannendsten Abstiegskämpfe der Fußball-Bundesliga. Paderborn muckt auf, das Stadion in Hamburg explodiert, Hertha rutscht immer weiter ab – lesen Sie die turbulenten Minuten nochmal im Protokoll.

          3 Min.

          In einem der spannendsten Abstiegskämpfe der Bundesligageschichte hat es der VfB Stuttgart am letzten Spieltag doch noch geschafft – und der HSV sich auf den Relegationsrang 16 gerettet. Absteiger sind die Kleinen: Paderborn und Freiburg müssen nach 1:2-Niederlagen in die zweite Liga. In der Nachspielzeit hätte sich Freiburg mit einem Treffer in Hannover noch direkt retten können. Aber es hat nicht mehr gereicht.

          Michael Horeni
          Fußballkorrespondent Europa in Berlin.

          15.30 Uhr: Paderborn startet mit 31 Punkten als Tabellenletzter, aber mit der Unterstützung von Paderborner Schornsteinfegern in das Abstiegsfinale. Der HSV beginnt als zweiter direkter Absteiger mit 32 Punkten seine Aufholjagd, Stuttgart steht mit 33 Punkten auf dem Relegationsrang. Hannover, Freiburg und Hertha BSC sind beim Anstoß auf der sicheren Seite.

          15.33 Uhr: Kiyotake trifft für Hannover zum 1:0 gegen Freiburg – und rettet damit seinen Klub vor der zweiten Liga. Platz 13. Freiburg kommt dem Abgrund einen Schritt näher.

          15.34 Uhr: Paderborn mischt den Abstiegskampf von hinten auf. Vucinovic glückt das 1:0 gegen den VfB. Nun stehen die beiden Großen auf den Abstiegsplätzen: Hamburg und Stuttgart, Paderborn rückt auf den Relegationsplatz vor. Aber auch Hamburg profitiert vom Treffer in der Provinz. Mit einem Sieg gegen Schalke hat der HSV nun erstmals die Rettung wieder selbst in der Hand, obwohl er auf den letzten Platz zurück fällt.

          15.38 Uhr: 1:0 für Hoffenheim gegen Hertha. Es wird immer enger im Abstiegskampf. Zwischen Platz 18 (HSV) und Platz 14 (Berlin) liegen nur noch zwei Punkte. Die Relegation rückt immer näher an die Hauptstadt.

          16.05 Uhr: Alles wieder auf Anfang: Didavi schlägt für die Schwaben in Paderborn zu. Stuttgart, das nach dem Rückstand nervös geworden war, kehrt dank des Ausgleichs zum 1:1 wieder auf Relegationsplatz 16 zurück (34 Punkte), der HSV klettert wieder auf Rang siebzehn (33 Punkte), und Paderborn (32 Punkte) ist Letzter.

          16.18 Uhr: Halbzeit. Paderborn abgestiegen, Hamburg abgestiegen, Stuttgart auf Platz 16 – aber ein Treffer kann alles ändern. Wenn der HSV in der zweiten Halbzeit trifft, wäre der Dino gerettet. Und Freiburg fände sich in der Relegation wieder, Paderborn und Stuttgart in der zweiten Liga. Die HSV-Fans kauen auf den Nägeln: Nach 51 Jahren und 272 Tagen bündelt sich der sportliche Überlebenskampf der Hamburger in einem einzigen Tor.

          16.36 Uhr: Die Arena in Hamburg explodiert. Dem 35 Jahre alten Rückkehrer Olic fällt der Ball vor die Füße – und der Oldie trifft für den Dino. 1:0 gegen Schalke. Der HSV ist gerettet (Platz 15/35 Pkt.), Freiburg (16/34), Stuttgart (17/34) und Paderborn (18/32) liegen jetzt dahinter.

          Das tut richtig weh: Freiburg und Guede müssen absteigen
          Das tut richtig weh: Freiburg und Guede müssen absteigen : Bild: AP

          16.44 Uhr: Der Dino lebt – und wie! Nach einem Freistoß von Holtby glückt Rajkovic mit einem Kopfball das 2:0. Die Rettung rückt näher. Aber wenn Freiburg der Ausgleich in Hannover gelingt, fällt der HSV auf den Relegationsrang zurück. Aufsteiger Paderborn hilft bei einem HSV-Erfolg nun nicht einmal mehr ein Sieg gegen Stuttgart.

          16.58 Uhr: Stuttgart meldet sich zurück. Ginczek schiebt bei seinem zweiten Solo des Spiels den Ball diesmal ins Tor zur 2:1-Führung in Paderborn. Nun hat es die beiden Kleinen erwischt. Paderborn und Freiburg gehen gemeinsam in die zweite Liga – der HSV wie im Vorjahr in die Relegation. Stuttgart ist gerettet. Aber wenn Freiburg der Ausgleich gelingt, bleibt der SC in der Bundesliga. Einen Absturz wie von Freiburg – von Platz 14 auf 17 am letzten Spieltag – hat es seit 16 Jahren nicht mehr gegeben. Die Liga schaut nach Hannover.

          16.59 Uhr: Die Hertha verabschiedet sich aus dem Abstiegskampf. Beerens erzielt in Hoffenheim das 1:1.

          17.07 Uhr: Oder doch nicht? Firmino bringt Hoffenheim mit 2:1 wieder in Führung.

          Auf dem Boden, aber nicht am Boden: Ginczek trifft entscheidend für den VfB
          Auf dem Boden, aber nicht am Boden: Ginczek trifft entscheidend für den VfB : Bild: dpa

          17.11 Uhr: Freiburg meldet sich vom Abgrund. Torwart Bürki wäre kurz vor der Torlinie wohl noch an den Ball gekommen, aber Krmas gerät in Panik und haut den Ball bei seinem Rettungsversuch ins eigene Tor. 2:0 für Hannover. Paderborn und Freiburg verlieren den Anschluss. Hamburg bleibt auf Rang 16, nur durch die schlechtere Tordifferenz von Hertha BSC von der direkten Rettung getrennt.

          17.17 Uhr: Abpfiff in Hamburg. Wenn Paderborn noch trifft, wäre der Tabellensechzehnte HSV direkt gerettet.

          17.19 Uhr: Abpfiff in Paderborn. Stuttgart gewinnt 2:1 und bleibt in der Bundesliga.

          17.20 Uhr: Freiburg trifft in der Nachspielzeit zum 2:1 durch Petersen. Wenn Freiburg jetzt der Ausgleich glückt, dann steigt der HSV doch noch ab, und Freiburg rettete sich auf Platz 15 – Hannover wäre plötzlich in der Relegation.

          17.22 Uhr: Abpfiff in Hannover. Freiburg schafft die späte Wende nicht mehr. Paderborn und Freiburg steigen ab. Hamburg spielt in der Relegation gegen den Dritten der zweiten Liga. Hertha fällt auf Rang 15 zurück, Stuttgart klettert auf 14 und Hannover auf 13.

          Hermann darf noch etwas bleiben: Das HSV-Maskottchen wäre bei Abstieg ausgemustert worden
          Hermann darf noch etwas bleiben: Das HSV-Maskottchen wäre bei Abstieg ausgemustert worden : Bild: AFP

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