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Zweite Bundesliga : HSV und Köln siegen – Modeste muss warten

  • Aktualisiert am

Der nächste Sieg: Hamburg besiegt Paderborn und bleibt an der Spitze. Bild: dpa

Die Favoriten auf den Aufstieg werden ihrer Rolle in der zweiten Liga gerecht. Hamburg reicht ein Tor zur erfolgreichen Verteidigung des ersten Platzes. Mehr ist beim Sieg der Kölner los. Neues gibt es auch von Modeste.

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          Der Hamburger SV ist nur noch ein Spiel von der Herbstmeisterschaft in der zweiten Fußball-Bundesliga entfernt. Die Norddeutschen gewannen am Freitagabend ihr Heimspiel gegen Aufsteiger SC Paderborn mit 1:0 (1:0) und behaupteten damit die Tabellenspitze vor dem 1. FC Köln, der bei Jahn Regensburg zur gleichen Zeit mit 3:1 siegte. Khaled Narey (11. Minute) erzielte mit seinem fünften Saisontor vor 49.449 Zuschauern im Volksparkstadion den Siegtreffer. Die Paderborner bleiben auf dem neunten Tabellenplatz.

          2. Bundesliga

          Die Hamburger hübschten ihre magere Heimbilanz auf. Im neunten Spiel vor heimischem Publikum schafften sie erst den vierten Sieg. Zu Beginn überrannten sie das zweitbeste Offensivteam der zweiten Liga überfallartig und kündigten ein schnelles Tor an. Zunächst scheiterte Narey und traf nur den linken Posten (4.). Wenige Minuten später wurde er von Orel Mangala klug in Szene gesetzt und vollendete ins linke Eck zur Führung. Dann nahmen die Hamburger Tempo aus der Partie. Die Paderborner kamen nun häufiger vor das Tor der Gastgeber. Beim einem Freistoß des Spezialisten Philipp Klement streichelte der Ball den Querbalken (16.). Der Mittelfeldspieler ist mit neun Toren, darunter vier Freistößen, bester Schütze der Paderborner. Wieder tanzte der Ball nach einem Kopfball von Babacar Gueye auf der Querstange (49.). Danach versäumten die Hamburger, ihre Führung auszubauen. Narey (2), Bakery Jatta, Hee-Chan Hwang und Fiete Arp scheiterten nur knapp. Der Sieg war hochverdient, aber wie immer nur knapp.

          Köln meisterte unterdessen auf dem Weg zum direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga auch die knifflige Aufgabe in Regensburg. Das Team von Trainer Markus Anfang demonstrierte beim 3:1 (2:0) seine spielerische Klasse und festigte mit 33 Punkten den Aufstiegsplatz. Simon Terodde mit seinem 20. Saisontor (11. Minute) und der zweimal erfolgreiche Dominick Drexler (41./55.) trafen vor 15.210 Zuschauern in der Continental Arena. Die zuvor zehnmal ungeschlagenen Regensburger wehrten sich bis zum Abpfiff, trafen aber nur durch Sargis Adamyan (54.). Jahn-Verteidiger Marcel Correia traf kurz vor Schluss erst den Pfosten (86.) und sah dann Rot wegen einer vermeintlichen Notbremse an FC-Angreifer Serhou Guirassy (89.).

          Die Gäste spielten oft wunderbar direkt nach vorne. Terodde traf nach so einem schnellen Gegenzug über Jhon Cordoba und Vorlagengeber Drexler. Auf Zuspiel von Cordoba vergab Terodde die Großchance zum 2:0 (38.). Das erzielte der starke Drexler mit einem Volleyschuss nach einem langen Ball von Verteidiger Rafael Czichos. Den Regensburger steckten nie auf, waren aber nicht so effektiv wie die abgezockteren Gäste. Adamyans Tor nach Zuspiel von Adrian Fein war eine Ausnahme. Köln schlug sofort zurück: Cordoba traf die Latte, Drexler staubte ab. Regensburg drängte aber bis zum Ende – erfolglos.

          Köln hat zunächst weiterhin keine Klarheit über die Einsatzmöglichkeiten von Rückkehrer Anthony Modeste. Im Streit zwischen dem Franzosen und seinem früheren Klub Tianjin Quanjian folgte der Weltverband Fifa der Klage des Spielers nur teilweise: Modestes Zahlungsansprüche gegen die Chinesen wurden anerkannt, Schadenersatzansprüche wurden keiner Seite zugesprochen. Das teilten die Kölner mit. Eine Begründung der Entscheidung steht noch aus. „Wir werden nun sorgfältig prüfen, welche Auswirkungen die Entscheidung der Fifa auf das Verfahren über die Erteilung der Spielberechtigung hat“, sagte FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle. Der Zweitligaklub ist in das Verfahren zwischen Modeste und Tianjin nicht involviert. Allerdings hatte die Fifa das Registrierungsverfahren für Modestes Spielgenehmigung angesichts des ausstehenden Urteils zuletzt ausgesetzt.

          In Regensburg sagte Kölns Sportchef Armin Veh bei Sky, dass man vor dem Jahreswechsel nicht mehr mit Einsatzmöglichkeiten für Modeste rechne. Dies sei aber ohnehin der Plan gewesen. Der FC hatte Modeste, der den Klub in der Saison 2016/2017 mit 25 Bundesligatreffern in den Europapokal geführt hatte, Mitte November aus China zurückgeholt. Dies war nach Ansicht des Klubs und von Modeste möglich geworden, weil die Chinesen ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkamen. Die Fifa-Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten habe nun „dem Spieler diejenigen offenen Zahlungsansprüche zugesprochen, die er zum Anlass seiner Kündigung genommen hat“, sagte Modestes Anwalt Markus Buchberger: „Gleichzeitig sieht die angerufene Instanz aber keinen Anlass dazu, ihm Schadenersatz zuzusprechen. Uns liegt noch keine Begründung vor, so dass die Entscheidung für uns auch deshalb noch nicht nachvollziehbar ist.“ Es bestehe in jedem Fall die Möglichkeit, die Entscheidung vor dem nun zuständigen Internationalen Sportgerichtshof Cas anzugreifen.

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