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Hoffenheims Sebastian Rudy : „Solche wie mich gibt es nicht oft“

Sebastian Rudy glaubt fest daran, dass er sich auch beim FC Bayern durchsetzt. Bild: Picture-Alliance

Eine Enttäuschung bringt Sebastian Rudy voran. Zur neuen Saison wagt der Hoffenheim-Kapitän den nächsten Schritt. Im Interview spricht er über den Wechsel zum FC Bayern und Trainer Nagelsmann.

          Wer eintauchen will in die Zukunft des Fußballs, der nimmt die Abfahrt Wiesloch-Rauenberg auf der A 6, biegt in Horrenberg nach links in die Weinberge ab und schlängelt sich dann auf einer Straße, die so schmal ist, dass es nicht einmal einen Mittelstreifen gibt, nach Zuzenhausen, der kleinen Nachbargemeinde von Hoffenheim. Journalisten aus Australien, aus Brasilien, Indien, Japan, England und den Vereinigten Staaten haben diesen Weg in den vergangenen Monaten genommen, um in das Epizentrum des Erfolgs der TSG 1899 Hoffenheim zu gelangen. Im Dietmar-Hopp-Sportpark gibt es feine Rasenplätze, moderne Funktionsräume und mittendrin ein restauriertes Schloss, das inzwischen als Tagungsstätte dient.

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Von hier aus haben die Hoffenheimer die Fußball-Bundesliga in den vergangenen Monaten auf den Kopf gestellt, haben vor dem 32. Spieltag an diesem Samstag bei Borussia Dortmund (15.30 Uhr / Live bei Sky und im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET) nur dreimal verloren und sind damit auf dem besten Weg in die Champions League: eine historische Leistung. Derzeit stehen die Hoffenheimer einen Punkt vor dem BVB auf Platz drei. Noch vor zwanzig Jahren spielte der Verein in der Verbandsliga Nordbaden gegen Durlach und Ittersbach, nun könnten bald Real Madrid, Juventus Turin oder der FC Chelsea in den Kraichgau kommen.

          Sebastian Rudy ist einer der Köpfe dieses Erfolgs. Als alleiniger Abräumer im defensiven Mittelfeld soll er die gegnerischen Angriffe schon im Keim ersticken und dann die in der Liga gefürchteten Guerrillaangriffe der Hoffenheimer Offensive einleiten. Rudy, der Kapitän dieser Mannschaft, erfüllt diese Aufgabe in dieser Saison beinahe in Perfektion. Das hat ihn sogar für den FC Bayern München interessant gemacht. Zur neuen Saison wechselt der Siebenundzwanzigjährige deshalb ablösefrei zum deutschen Rekordmeister.

          Herr Rudy, was war Ihr schönster Moment in dieser Saison?

          Das waren einige. Was mir sofort einfällt, ist der Sieg gegen die Bayern. Es war der erste von Hoffenheim gegen die Bayern überhaupt. Die Emotionen auf dem Platz, das Feiern mit den Fans, die Ansprache in der Kabine von Herrn Hopp (Dietmar Hopp, Mäzen und Mehrheitseigner von 1899 Hoffenheim/ Anm. d. Red.) – die komplette Grundstimmung: Alles war einfach super. Und dann natürlich noch, dass wir in Köln die erstmalige Teilnahme an der Europa League klarmachen konnten. Solche Momente bleiben in Erinnerung.

          Wann haben Sie gemerkt: In dieser Saison geht etwas?

          Wir hatten eine richtig gute Vorbereitung im Sommer. Dann sind wir mit vier Unentschieden in die Saison gestartet, danach begann unsere kleine Siegesserie. Von Spiel zu Spiel hat man dann gemerkt, dass das eine richtig gute Saison werden kann. In dieser Mannschaft war von Anfang an eine sehr gute Stimmung, auf dem Platz, neben dem Platz. Und jeder Einzelne hat in dieser Saison noch einmal einen großen Schritt gemacht. Das alles trägt man mit in die Spiele, und wenn die dann positiv verlaufen, wird die Stimmung immer besser. Wir haben versucht, diesen Flow mitzunehmen – das hat bisher sehr gut funktioniert.

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