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Ärger um Schalke-Torwart : „Man muss sich fair verhalten – das war nicht so“

  • Aktualisiert am

Begehrter Torwart: Alexander Nübel von Schalke 04 Bild: Picture-Alliance

Mit 22 Jahren ist er Kapitän bei Schalke 04. Die Begehrlichkeiten anderer Klubs lassen Torwart Alexander Nübel äußerlich kalt. Nun muss er sich aber deutlicher Kritik erwehren – von seinem bisherigen Ausrüster.

          U-21-Nationaltorhüter Alexander Nübel muss sich wegen der Umstände seines Wechsels des Handschuh-Ausrüsters heftige Kritik gefallen lassen. Sein bisheriger Ausrüster („POPE’s Goalkeeper Gloves“) schrieb am Sonntag in den sozialen Netzwerken, das Verhalten des Torhüters vom Fußball-Bundesligaverein Schalke 04 habe „nachweisbar alles andere als die geforderte Sozialkompetenz für einen Kapitän des FC Schalke 04 und dessen Vereinswerte verkörpert“.

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          Nübels Berater Stefan Backs kommentierte den ungewöhnlichen Vorgang gelassen. Firmen-Chef Christoph Nowak sei „ein leidenschaftlicher Mensch, der Herzblut in seine Arbeit steckt. Dass er enttäuscht ist, dass Alex künftig nicht mehr seine Handschuhe trägt, kann ich verstehen“, sagte Backs der Deutschen Presse-Agentur. „Ob man damit in die Öffentlichkeit gehen muss und ob das seinem Geschäft dienlich sein wird, weiß ich nicht.“

          Nowak rechtfertigte sein Vorgehen. „Man muss immer damit rechnen, dass einer für die Großen interessant wird. Aber dann muss man sich fair verhalten. Das war in dem Fall nicht so“, sagte er. „Kurz bevor er ins Training eingestiegen ist, haben wir uns noch über neue Modelle unterhalten. Nichts deutete darauf hin, dass er uns verlassen könnte.“ In einer 25-sekündigen WhatsApp-Nachricht habe Nübel mitgeteilt, „dass er wahrscheinlich künftig Adidas trägt“, so Nowak.

          Endgültig informiert habe Nübel das Unternehmen über seinen Wechsel laut Nowak nicht. Seit der Nachricht habe er „ihm vier oder fünf Wochen Zeit gegeben, das noch freundschaftlich zu regeln, aber es ist nie etwas gekommen“, sagte Nowak. Backs erklärte, Nübel habe versucht, Nowak zu erreichen. Weil dies nicht gelungen sei, habe er die WhatsApp-Nachricht geschickt.

          Nübel bleibt derweil auf dem Rasen die Ruhe selbst. So cool er am Samstag das 0:0 bei Borussia Mönchengladbach mit einer Glanzparade gegen Raffael rettete, geht der 22 Jahre alteTorhüter auch mit dem gestiegenen Interesse an ihm um. Wohl nicht ohne Hintergedanken hatte Schalkes neuer Coach David Wagner das umworbene Talent zum Kapitän gemacht. Nübel ist damit jüngster Spielführer der Fußball-Bundesliga. Der Vertrag der Schalker Nummer eins läuft aber zum Ende der Saison aus.

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          Die Begehrlichkeiten anderer Klubs könnten noch zur Belastungsprobe für S04 werden, solange Nübel beim Schalker Angebot zur Vertragsverlängerung zögert. Unter anderem Leipzig und der FC Bayern sollen Interesse haben. Nächster Gegner Schalkes: Der FC Bayern. „Nö“, meinte Nübel lässig auf die Frage, ob dieses Spiel eine besondere Bedeutung für ihn habe. „Das ist mein erstes Spiel gegen Bayern München. Gleich zuhause. Ich freue mich drauf, vor allem als Kapitän. Aber es hat keine besondere Brisanz.“

          Betont entspannt geht der Umworbene auch mit seiner Zukunft um. Schalkes Angebot liegt vor, eine Deadline gibt es aber nicht. Weder vom Klub, noch von Nübel selbst: „Ich habe hier noch ein Jahr Vertrag, das ist genug Zeit.“

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