https://www.faz.net/-gtm-9hs8r

3:1 in Stuttgart : Schalke atmet auf

  • -Aktualisiert am

Geschlossener Jubel: Schalke 04 zeigte in Stuttgart eine gute Mannschaftsleistung. Bild: dpa

Wieder kein Sieg für den VfB, dafür beweisen die Königsblauen in leuchtendem Grün, dass sie doch als Mannschaft zusammenhalten können. Der Auswärtssieg der Schalker ist der Verdienst des Kollektivs.

          3 Min.

          Es war ein Duell der Frustrierten aus der Fußball-Bundesliga: Der VfB Stuttgart, in der vorigen Aufstiegssaison noch Tabellensiebter und nun im Kreis der Abstiegskandidaten, gegen den ebenso in den Tiefen der Tabelle angesiedelten FC Schalke 04, der nach der vergangenen Spielzeit noch von weit oben als Tabellenzweiter gegrüßt hatte. Einem von beiden winkte am letzten Hinrundenspieltag immerhin der Trostpreis für das neue Jahr: ein Sieg als Starthilfe für bessere Zeiten 2019.

          Bundesliga

          Das Weihnachtsgeschenk schnappten sich die zu Recht mit drei Punkten belohnten Schalker nach den Treffern von Skrzybski (10. Minute) und Gomez per Eigentor (70.). Sie ließen sich das Präsent nicht mehr entreißen, obwohl Gonzalez noch per Kopfball auf 1:2 verkürzen konnte (76.). Schalke konterte postwendend durch den kurz zuvor eingewechselten Kutucu (78.) zum 3:1-Sieg. Während die Schalker als Tabellendreizehnte zumindest den Sprung ins untere Mittelfeld geschafft haben, verharrt der VfB Stuttgart während der Winterpause auf Relegationsrang sechzehn. Eine brandgefährliche Ausgangslage für die Mitte Januar startende Rückrunde. Domenico Tedesco wird deweil angeblich sehr ruhige Weihnachtsfeiertage verbringen. "Der Trainer", kündigte Manager Christian Heidel jedenfalls an, "kriegt jetzt mal drei, vier Tage Handyverbot." Das war ernst gemeint. Die Hinrunde in der Bundesliga hat tiefe Spuren hinterlassen bei Schalke 04, und Tedesco, das will Heidel erkannt haben, "sieht ein bisschen abgekämpft aus". Was übrigens kein Wunder sei: "Der Junge gibt ja auch alles dafür, dass Schalke Erfolg hat." Erfolgreich war Königsblau in der Bundesliga nicht, immerhin gelang zum Abschluss der Hinrunde der fünfte Sieg.

          "Dieser Sieg", sagte Heidel, "ist gut für das Gefühl und das Gemüt", jetzt müsse er am Heiligen Abend "mal nicht an Fußball denken", und dasselbe solle auch für Tedesco gelten. Danach aber, sagte der Manager, "werden wir überlegen: Was ist schiefgelaufen?" Die Erklärungen bei Schalke klingen zunächst einfach: "Wir haben einfach schlechten Fußball gespielt", sagte Heidel, außerdem sei es auch in Stuttgart ja so gewesen, dass fünf Stürmer sowie der offensivstarke Amine Harit fehlten. Da ist freilich noch mehr. Heidel sprach auch von "interne Problemen", die bis zum Beginn der Vorbereitung auf die Rückrunde am 4. Januar angesprochen und beseitigt werden müssten, bis dahin aber will auch erst mal kurz "die Birne durchlüften".

          Die Anspannung vor dem Spiel wich bei Schalke-Trainer Domenico Tedesco nach dem Abpfiff großer Freude.
          Die Anspannung vor dem Spiel wich bei Schalke-Trainer Domenico Tedesco nach dem Abpfiff großer Freude. : Bild: EPA

          VfB-Sportchef Michael Reschke verkündete da schon den ertsen Transfer: Alexander Esswein von Hertha BSC wird zunächst für die Rückrunde ausgeliehen, danach besitzen die Schwaben eine Kaufoption.Beim VfB sind sie derweil zu weiteren Investitionen bereit, bis zu zehn Millionen Euro für weitere Verpflichtungen in diesem Winter auszugeben, und auch die Schalker, gebeutelt durch die wochenlangen Verletzungen der schmerzlich vermissten Angreifer Embolo, Uth, Burgstaller und Di Santo, werden im Januar weiter in die Verstärkung ihres Kaders investieren.

          Neuanfang beim VfB

          Mit dem einen Stürmer, der ihnen noch zur Verfügung steht, erzielten die Königsblauen vor der Pause maximale Wirkung. Steven Skrzybski, als bekennender Schalke-Fan zu Saisonbeginn von Union Berlin gekommen, schoss nach feinem Rückpass von Oczipka das 1:0 für die aggressiveren Westfalen. Der in einem Retro-Trikot angetretene VfB dagegen, beim Pausenpfiff von Schiedsrichter Brych von Teilen seines Anhangs ausgepfiffen, hatte Probleme mit dem früh anlaufenden Gegner und verschaffte sich nur ausnahmsweise Spielräume, um selbst für Gefahr zu sorgen. So war die Pausenführung für das Team von Tedesco verdient, zumal Skzybski noch auf 2:0 hätte erhöhen können (44.). Zieler jedoch parierte den Schuss und hielt seine Mannschaft im Spiel.

          Sein Gegenüber Ralf Fährmann indes setzte alles aufs Spiel, als er kurz nach der Pause mitspielen wollte und den Ball Gonzalez in den Lauf servierte. Der Argentinier aber, offenbar erschrocken, das leere Tor vor sich zu haben, zirkelte den Ball genau – gegen den Pfosten (48.). Gegen die nun stürmischer anrennenden Schwaben bekam Schalke auf dem seifigen Rasen Gelegenheiten zu Kontern. Einen davon hätte Skrzybski beinahe zum 2:0 genutzt, wäre er nicht im letzten Moment noch gestört worden (52.).

          Das zweite Tor für die bessere Mannschaft fiel dann nach einem Eigentor von Mario Gomez, der mit der Schulter auf der verkehrten Seite traf, als er Oczipkas Eckball mit der Schulter ins eigene Tor lenkte. Der Treffer passte zu einem wieder einmal verkorksten Stuttgarter Bundesliga-Nachmittag. Ihn konnte auch Gonzalez’ Anschlusstreffer nicht mehr aufhellen, zumal wenig später der Schalker Kutucu den alten Abstand wiederherstellte. Drei Tore und drei Punkte als Mitbringsel aus Stuttgart versüßten 04 die Vorfreude auf den Heiligen Abend.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Markus Söder am Donnerstag in München

          Corona-Beratungen : Hat da jemand „schlumpfig“ gesagt?

          Bis in den späten Abend hinein ringen Kanzlerin und die Ministerpräsidenten um die neue Linie in Sachen Corona. Zu fortgeschrittener Stunde kommt es in der Schalte zum Schlagabtausch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.