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Schalke 04 : Auf der Suche nach dem Teamgeist

Findet er Lösungen? Domenico Tedesco muss Schalke voranbringen. Bild: dpa

Von Aufbruch ist bei Schalke 04 nach der desaströsen Hinserie vor dem Rückrundenauftakt gegen Wolfsburg noch keine Spur: Hinter der Trennung von Naldo steckt der Versuch, das Alltagsklima im begabten Team in Spielfreude zu verwandeln.

  • -Aktualisiert am
          4 Min.

          Ein schwerwiegendes Ärgernis konnten die Verantwortlichen des FC Schalke 04 gerade noch verhindern in der Woche vor dem Rückrundenstart. Aufgrund von internen Umstrukturierungen bei der Deutsche Post DHL Group, die den Schalker Trikotärmelsponsor AllyouneedFresh verkauft hat, muss das Logo des Lebensmittellieferanten von der königsblauen Arbeitskleidung verschwinden. Zwischenzeitlich stand zur Debatte, das AllyouneedFresh-Pad durch feindliche Symbole zu ersetzen, doch Mitte der Woche verkündete der Klub erleichtert: „Der FC Schalke konnte den Konzern davon überzeugen, auf das Deutsche Posthorn in Schwarzgelb zu verzichten und die Größe des Logos zu verringern.“ Die Farben des BVB auf dem heiligen Königsblau wären ein Tabubruch gewesen. Dass ihnen diese Demütigung erspart bleibt, ist aber nur ein matter Lichtblick inmitten einer finsteren Zeit beim FC Schalke 04.

          Man musste am Freitag nur in die müden Gesichter von Trainer Domenico Tedesco und von Sportvorstand Christian Heidel blicken, um die ganze Freudlosigkeit zu sehen, die den in der ersten Saisonhälfte von einem sagenhaften Verletzungspech gebeutelten Klub derzeit umgibt. Die Minen der Herren waren ernst, die Stimmen klangen nachdenklich, von Aufbruch keine Spur. „Wir haben versucht, an zahlreichen Schrauben zu drehen“, verkündete der Trainer des in die Abstiegszone abgestürzten Champions- League-Teilnehmers (Ergebnisse, Termine, Spielplan mit Schalke gegen Manchester City), man habe im Wintertrainingslager intensiv an der Offensive gearbeitet: Die Chancenauswertung soll besser werden.

          Bundesliga

          Das Rätsel Naldo

          Ob diese Bemühungen Früchte tragen, ist nach den Enttäuschungen der Hinrunde offen. Auch weil viele Nebengeräusche die Detailarbeit am während der Hinrunde oftmals biederen Spiel des Teams störten, zum Beispiel der immer noch etwas rätselhafte Verkauf des in der vergangenen Saison so starken Naldo. Er durfte für 1,2 Millionen Euro zu AS Monaco wechseln. Der unter Fans sehr beliebte Innenverteidiger habe den Wunsch nach mehr Einsatzzeiten geäußert, und man habe ihm keine Steine in den Weg legen wollen, so lautet die offizielle Erklärung für die großzügige Haltung.

          Dass die Schalker nun aber auf dem komplizierten Wintertransfermarkt ausgerechnet nach einem Innenverteidiger suchen, ist kurios. Schon im Spiel gegen den VfL Wolfsburg an diesem Sonntagabend (18 Uhr/ live im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und Sky) droht Salif Sané auszufallen. Dessen Ersatzmann in der Vorrunde, Naldo, könnte dringend gefragt sein, ist aber weg. Schlüssig erscheint der Verkauf nur im Kontext einiger anderer Vorgänge: Der Weggang Naldos ist Teil größerer Umbaumaßnahmen, die dem Vorsatz folgen, die soziale Struktur der Gruppe, die Hierarchien und das zwischenmenschliche Alltagsklima zu ändern. „Wir sind enger zusammengerückt, haben bis dato einen kleineren Kader, das heißt, die Zufriedenheit wird größer sein in der Rückrunde“, sagte Tedesco.

          Teil des Problems? Naldo durfte Schalke verlassen.

          Im Umkehrschluss heißt das, dass die Unzufriedenen (zu denen auch Naldo zählte) zu viel Einfluss hatten. Wobei der vom Spieler der Saison zum Dauerreservisten degradierte Verteidiger nur einen kleinen Teil im Gesamtbild dieser internen Missstände darstellt. In der Winterpause wurde bekannt, dass sich eine Gruppe von offenbar sieben Spielern, der auch Naldo angehörte, nach der enttäuschenden Niederlage beim FC Porto in der Champions League zum Unmut des Trainers den Vergnügungen des portugiesischen Nachtlebens hingegeben haben. Das bestätigte der Verein auf Anfrage.

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