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Ungebremster Absturz : Schalke 04 ist am Boden

  • -Aktualisiert am

Wieder eine Niederlage: Schalke 04 mit Matija Nastasic Bild: Picture-Alliance

Beim 1:4 in Mönchengladbach zeigt sich ein weiteres Mal: Der FC Schalke 04 ist nur bedingt konkurrenzfähig. Eine Situation wie diese hat der stolze Klub noch nicht erlebt – er blickt auf eine Bilanz des Schreckens.

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          Es war in den Gesichtern nicht viel mehr als Ratlosigkeit und eine große Leere zu erkennen. Wieder einmal hatten die Spieler des FC Schalke 04 beim 1;4 in Mönchengladbach aufgezeigt bekommen, dass sie momentan kaum konkurrenzfähig sind. Auch das 25. Bundesligaspiel nacheinander konnten die Gelsenkirchener nicht gewinnen. Der Absturz des so stolzen Ruhrgebietsklubs geht ungebremst weiter.

          Bundesliga

          Dabei hatten sich die sportliche Führung um Sportvorstand Jochen Schneider und Trainer Manuel Baum Erleichterung und einen Aufschwung von der turbulenten Woche erwartet. Mit der Suspendierung von Amine Harit und Nabil Bentaleb sowie der Vertragsauflösung von Vedad Ibisevic zum Jahresende sollte sich die Stimmung in der Mannschaft wieder aufhellen. Der erhoffte Effekt dauerte allerdings kaum mehr als 30 Minuten an, in denen die Schalker sich auf Augenhöhe mit der Mannschaft von Trainer Marco Rose messen konnten.

          Selbst den ersten Gegentreffer durch Florian Neuhaus (15.) ertrugen sie in bislang nicht gekannter Gelassenheit, glichen durch Benito Raman (20.) aus – und hatten mehrere Chancen, weitere Treffer zu erzielen. Schalke war kurzzeitig das bessere Team, auch weil Mark Uth in der Offensive unermüdlich um ein höheres Niveau für sein Team kämpfte. Mit dem 2:1 durch Oskar Wendt (36.) brachen aber wieder einmal alle Dämme und die Schalker ergaben sich ihrem mittlerweile gewohnten Schicksal. Marcus Thuram (52.) und Hannes Wolf (80.) erzielten die weiteren Treffer zum letztlich souveränen Erfolg der Borussia.

          „Wir verteidigen zu naiv“

          „Bei uns stimmen Aufwand und Ertrag nicht“, urteilte Baum, dessen Team zwar Engagement zeigte, das aber in zu vielen Mannschaftsteilen zu fehlerhaft und auch spielerisch zu limitiert war. Die ersten kleinen Hoffnungsschimmer auf Seiten der Schalker verflüchtigten sich so schnell, wie sie gekommen waren. „Wir brauchen nicht von Schritten sprechen, wir brauchen Ergebnisse“, sagte Mittelfeldspieler Steven Skrzybski nach Abpfiff.

          Baum setzte bei diesem Schalker Neuanfang auf junge Spieler. Matthew Hoppe, ein 19-Jähriger Amerikaner aus der Nachwuchsabteilung, der in der Regionalliga West in 15 Spielen einen Treffer erzielte, sollte die Lücke im Sturmzentrum füllen – und war damit trotz einiger guter Ansätze überfordert. Auf der Auswechselbank saßen zudem die Junioren Münir Levent Mercan, Kerim Calhanoglu und Luca Schuler. Die Zukunft für den Klub, der sich aufgrund der mehr als 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten kaum noch namhafte Spieler leisten können wird. Und so sind die groben Unzulänglichkeiten des Baum-Teams für die Gegner stets leicht auszumachen. Die Borussia suchte immer wieder den Weg über die Außenbahnen, weil sie dort auf den Außenverteidigerpositionen die Schwachstellen der Schalker ausgemacht hatten. Die sehr bemühten aber unerfahrenen und in den entscheidenden Momenten überforderten Kilian Ludewig (20) und Malick Thiaw (19) machen das Schalker Dilemma besonders deutlich, das der Trainer in knappe Worte fasste. „Wir verteidigen zu naiv“, sagte Baum.

          28 Gegentore sowie drei Punkte nach neun Bundesliga-Spielen hat der Klub noch nie erlebt. Von saisonübergreifend 75 möglichen Punkten holten die Schalker neun Zähler. Eine Bilanz des Schreckens. Die Unruhe im Verein, die Diskussionen um Jochen Schneider, werden sich nun fortsetzen. Einen Rücktritt schloss der Sportvorstand aus. Der Abstieg, den der Klub finanziell kaum überleben dürfte, rückt indes näher. In der kommenden Woche müssen die Schalker gegen Bayer Leverkusen antreten, das ebenfalls als unüberwindbare Hürde gelten dürfte.

          Während bei den Schalkern die nähere Zukunft geradezu trostlos erscheint, konnten Marco Rose und sein Team die Partie gegen den Ruhrgebietsklub als erfolgreiche Pflichterfüllung schnell abhaken. „Es ist eine Entwicklung für uns, eine absolute Spitzenmannschaft zu werden, auf konstant hohem Niveau auch die erste halbe Stunde da zu sein“, sagte der Trainer.

          Ob die Gladbacher auf diesem Weg bereits nachhaltig sind, wird sich bei einem echten Highlight für Rose, der Mannschaft und dem ganzen Klub bereits am Dienstagabend erweisen. Mit einem Heimsieg gegen Inter Mailand in der Champions-League-Gruppenphase könnte sich die Borussia die Qualifikation für das Achtelfinale in einer Gruppe mit Inter, Real Madrid und Schachtjor Donezk bereits am fünften Spieltag vorzeitig sichern. „Wir haben uns eine Ausgangsposition geschaffen, die es uns ermöglicht, den ganz großen Wurf zu schaffen für den Verein, für die Fans“, sagte Rose. Größer könnten die Gegensätze zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach derzeit wohl nicht sein.

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