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Maximilian Eggestein : Aus dem Werder-Mittelfeld in die Nationalelf?

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Geht es hoch hinaus? Maximilian Eggestein (links) blickt in Augsburg mit Max Kruse zur Anzeigetafel. Bild: dpa

Maximilian Eggestein macht sich im Werder-Mittelfeld unverzichtbar. Die Entwicklung ist Ergebnis von vier Jahren kontinuierlicher Aufbauarbeit im Werder-Wohlfühlklima.

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          Es ist ein Adelsschlag, wenn der Trainer einen Spieler in den Kreis der „Unverzichtbaren“ beruft – zumal dann, wenn der Auserwählte erst 21 Jahre alt ist. Maximilian Eggestein gehört neben Torwart Jiri Pavlenka, Innenverteidiger Niklas Moisander und Kapitän Max Kruse zu jenen Werder-Profis, die Florian Kohfeldt immer dabeihaben möchte. Seit sieben Jahren schon kennt der Trainer den laufstarken Mittelfeldspieler Eggestein; davon waren die ersten drei Jahre von 2011 an Spielzeiten in der Jugend und der zweiten Mannschaft.

          2014 betrat Eggestein die Bühne Bundesliga. Die Bremer Fußballöffentlichkeit kennt den ruhigen, in seinen Worten aber deutlichen Hannoveraner also schon lange. Und deswegen kommt es ihr manchmal seltsam vor, dass Eggestein erst in seine zweite Saison als Stammspieler geht. Die vergangene begann unter Trainer Alexander Nouri und nahm von Oktober an unter Florian Kohfeldt Fahrt auf. Als defensiver Mittelfeldspieler gehört Eggestein stets zu Kohfeldts Gesetzten. Eggestein läuft viel, geht geschickt in Zweikämpfe, bietet sich klug an und ist mit seinen wohldosierten Flachpässen ein idealer Aufbauspieler. Aber etwas fehlt in dieser Aufzählung.

          Aufstieg zum „Torjäger“

          Dass Eggestein in der noch jungen Saison nicht mehr nur als Defensivspieler wahrgenommen wird, sondern in die Kategorie „torgefährlicher Achter“ aufgestiegen ist, liegt an seinen Treffern gegen den 1. FC Nürnberg (1:1) und beim FC Augsburg (3:2). Die Tore zum 1:0 gegen den „Club“ und zum 2:0 beim FCA lassen Eggesteins jüngste Leistungen strahlen. An diesem Dienstag gegen die Hertha (18.30 Uhr/ live im F.A.Z.-Bundesliga-Liveticker und Sky) wollen sich Eggestein über rechts, Bargfrede dahinter in der Mitte und der neue Niederländer Davy Klaassen auf der linken Seite wieder als erstklassige Reihe beweisen. Nach vier nominell leichten Gegnern kommt der Tabellenzweite ins Weserstadion; eine reizvolle Partie zweier bislang Ungeschlagener.

          Ein Musterschüler: Werder-Trainer Florian Kohfeldt kennt Maximilian Eggestein (rechts) schon lange

          Spieler wie Maximilian Eggestein und sein jüngerer Bruder Johannes sind für das Werder-Image und die Verbindung zu den Fans besonders wichtig. Vom TSV Havelse gekommen, hat sich Maximilian Eggestein Jahr für Jahr eine stärkere grünweiße Identität zugelegt. Warum Werder für ihn der richtige Verein ist, hat Maximilian Eggestein gegenüber dieser Zeitung so begründet: „Hier kennen die meisten mich und meine Stärken und Schwächen. Ich bin mit einem Voreindruck Profi geworden. Ich brauche auch das Gefühl, anerkannt zu werden. Wenn man seinen Profivertrag unterschreibt, zeigt es, dass man Wertschätzung genießt.“ Zum „Wohlfühlpaket“ gehörte für ihn gerade an der Klippe zum Bundesligaspieler auch die bekannte Durchlässigkeit bei Werder: „Wichtig war zu sehen, dass viele junge Spieler hier den Weg in die Bundesliga geschafft haben.“

          Maximilian Eggestein hat auf dem Feld und daneben eine unangestrengte Leichtigkeit, Verantwortung zu übernehmen. Auf dem Rasen ist sein Spiel nie übertrieben verbissen oder aggressiv, in der Interviewzone wirkt er selten wie jemand, der dort hingeprügelt werden musste.

          Die Bremer Verantwortlichen sind ausgesprochen zufrieden mit seiner Entwicklung. „Maxi spielt sehr gut und sehr konstant“, lobte Frank Baumann, der „Geschäftsführer Sport“, gegenüber dem „Kicker“. Kohfeldt dachte schon einen Schritt weiter und wies darauf hin, dass Eggestein nach seinen beiden Toren nun mit mehr Widerstand zu rechnen habe. In Bundestrainer Joachim Löws Bemühen um mehr defensive Stabilität könnte Maximilian Eggestein bald aufrücken. Bisher ist er „nur“ U-21-Nationalspieler. Bliebe er die nächsten Bundesligaspiele so (positiv gesprochen) auffällig, könnte das Debüt vielleicht schon in den Partien am 13. und 16. Oktober in den Niederlanden und Frankreich folgen.

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