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Ärger bei Paderborn-Trainer : „Langsam werden wir schwachsinnig“

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Premiere in der Bundesliga: Der Schiedsrichter zeigt Paderborns Trainer (links) die Gelbe Karte. Bild: dpa

Aufsteiger Paderborn zeigt wieder schönen Offensiv-Fußball, verliert aber auch das zweite Spiel in der Bundesliga-Saison. Nach dem 1:3 gegen Freiburg stört Trainer Steffen Baumgart noch etwas ganz anders.

          Steffen Baumgart warf wutentbrannt seine Mütze auf den Boden – und kassierte die Gelbe Karte. „Regeltechnisch ist das in Ordnung, er hat mich zuvor nicht ermahnt, aber das musste er auch nicht“, beschrieb der Coach von Aufsteiger SC Paderborn die Szene in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit bei Sky, nachdem die Ostwestfalen auch das zweite Spiel verloren hatten.

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          Aber Baumgart legte nach: „Langsam werden wir schwachsinnig. Hier geht es eher um Schutz und nicht um das Fußballspiel. Bisher war ich damit einverstanden. Mittlerweile ist es schon schwierig für mich, ohne Emotionen am Rand zu stehen. Wenn man dann von uns draußen erwartet, dass wir ruhig sind, puh, dann werde ich öfter eine Gelbe Karte bekommen.“

          Wieder verkaufte sich Paderborn wie schon beim 2:3 in Leverkusen gut, aber noch steht der Klub ohne Punkte da. Gegen den SC Freiburg hieß es am Ende 1:3 (1:2) – der Offensiv-Fußball a la SCP wird zurzeit im Fußball-Oberhaus nicht belohnt. Dagegen läuft es beim Sport-Club wie am Schnürchen. Nach dem 3:0 gegen Mainz vor Wochenfrist gab es den nächsten Sieg.

          Mit sechs Punkten sind die Freiburger genauso gut gestartet wie Tabellenführer Borussia Dortmund. Einziger Aufreger: Unbesonnene Fans warfen Bierbecher auf die Freiburger Trainerbank. „Da regt man sich natürlich auf, aber das hat mit Paderborn nichts zu tun, sondern mit den betreffenden Personen. So etwas tut man einfach nicht“, sagte Trainer Christian Streich bei Sky.

          Seine Mannschaft feierte den zweiten Sieg im zweiten Spiel – das war den Breisgauern in ihren bisher 19 Spielzeiten im deutschen Fußball-Oberhaus noch nie gelungen. Luca Waldschmidt (21., Handelfmeter), Nils Petersen (40.) und Chang-Hoon Kwon (90.) trafen vor 14.322 Zuschauern für die lange Zeit unauffälligen Gäste.

          Paderborn war durch das schnellste Tor seiner jungen Bundesliga-Geschichte von Streli Mamba (3.) früh in Führung gegangen – verpasste in der Folge trotz bester Chancen aber, weitere Treffer zu erzielen. So bleibt der SCP nach seiner nächsten sehr munteren Vorstellung ohne Punkt.

          Eindringlich hatte Streich sein Team unter der Woche vor dem überfallartigen Paderborner Powerfußball gewarnt – doch es half nichts: Gerade zwei Minuten waren gespielt, als der Ball im Gäste-Tor lag. Sebastian Vasiliadis hatte nach einem Ballgewinn am eigenen Sechzehner Übersicht bewiesen und den flinken Mamba über die linke Seite geschickt. Dieser blieb vor SC-Keeper Alexander Schwolow cool und verwandelte flach ins lange Eck.

          Der Ausgleich der Gäste durch Waldschmidt – SCP-Kapitän Christian Strohdiek hatte eine Hereingabe klar mit der Hand gestoppt – fiel dann aus dem Nichts – besserte das Freiburger Spiel aber nicht. Paderborn lauerte stets und kam mit steilen Pässen über die Außenbahnen zu guten Chancen.

          Erst leistete sich Mamba in bester Abschlussposition einen technischen Fehler (30.), dann touchierte Sebastian Vasiliadis“ Kopfball nach einem Standard den rechten Pfosten (39.). Freiburg bestrafte die Schludrigkeiten der bis dahin deutlich aktiveren Paderborner humorlos und entführte drei Punkte. Paderborn investierte viel, wurde aber nicht belohnt.

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