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1:1 gegen Hoffenheim : Paderborns Hoffnung wird immer kleiner

  • Aktualisiert am

Dennis Srbeny trifft zwar für Paderborn, zu einem Sieg reicht es aber wieder nicht. Bild: AFP

Das Schlusslicht der Bundesliga sammelt Punkte – aber nur mit der Eichhörnchen-Taktik. Im Heimspiel gegen Hoffenheim reicht es wieder nur zu einem Unentschieden. Die TSG bleibt im Mittelfeld stecken.

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          Der SC Paderborn ist trotz eines ordentlichen Auftritts weiter auf dem Weg zurück in die zweiten Fußball-Bundesliga. Das Team von Trainer Steffen Baumgart kam gegen die TSG 1899 Hoffenheim im ersten Heimspiel seit der Coronavirus-Zwangspause vor leeren Rängen nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus und wartet nun seit fast vier Monaten auf einen Sieg. Dennis Srbenys sehenswertes Tor in der 9. Minute reichte für die Ostwestfalen am Samstag nur zum Remis, nachdem Robert Skov Hoffenheim ganz früh in Führung geschossen hatte (4.). Die Punkteteilung hilft auch der TSG nicht wirklich weiter und könnte im Rennen um die internationalen Plätze am Ende zu wenig sein.

          Bundesliga

          Paderborn hätte solche Sorgen gerne. Für den Aufsteiger wird es immer schwieriger, den direkten Wiederabstieg noch zu verhindern. Gewinnt Fortuna Düsseldorf am Sonntag beim 1. FC Köln würde der Rückstand des Tabellenletzten aus Ostwestfalen auf den Relegationsplatz bereits acht Punkte betragen.

          Zwei Plakate, auf denen Anhänger ihren Unmut über Geisterspiele äußerten und einige Fanklub-Banner waren im Paderborner Stadion so ziemlich das einzige, was an normale Bundesliga-Atmosphäre erinnerte. Die Spieler ließen sich von den tristen Rahmenbedingungen jedoch nicht beeindrucken. Vor leeren Rängen entwickelte sich von Beginn an eine abwechslungsreiche Partie, in der Hoffenheim den besseren Start erwischte.

          Pavel Kaderábek setzte sich auf der rechten Außenbahn stark durch, passte in die Mitte und dort traf Skov mit einem harten Schuss in den Winkel. Paderborn zeigte sich jedoch keinesfalls geschockt. Angetrieben vom gewohnt agilen Baumgart an der Seitenlinie, dessen Rufe laut durch die leere Arena schallten, wurden die Gastgeber offensiver und schon fünf Minuten nach dem Rückstand mit dem Ausgleich belohnt. Nach einem Fehler des neu in die 1899-Startelf gerückten Ermin Bicakcic schlenzte Srbeny den Ball sehenswert aus der Distanz ins Netz. Im sechsten Pflichtspiel war es das erste Tor des SCP überhaupt gegen die TSG.

          Anstatt nach dem Ausgleich weiter Druck zu machen, zogen sich die Paderborner in der Folge wieder etwas weiter zurück. Hoffenheim übernahm, die Kontrolle und erspielte sich Chancen zur abermaligen Führung. Der auffällige Skov (20.) und Baumgartner (28.) nutzten die Gelegenheiten jedoch nicht. Auf der anderen Seite hatten die Gäste Glück, als Sebastian Vasiliadis nach einer Flanke von Gerrit Holtmann nur die Latte traf (35.).

          Nach dem Seitenwechsel veränderte sich das Bild zunächst nicht. Hoffenheim agierte überlegter und wirkte reifer, ohne, dass die TSG den SCP komplett beherrschte. Florian Grillitsch verfehlte aus elf Metern knapp das 1:2 (57.).

          Paderborn stemmte sich mit Kampf, Einsatz und zwischendurch durchaus auch Spielwitz gegen das technisch überlegene Schreuder-Team. Am gegnerischen Strafraum fehlte jedoch die nötige Präzision. Nach einem Foul an Ihlas Bebou sah Klaus Gjasula seine 14. Gelbe Karte der Saison. Diese Zahl an Verwarnungen am 27. Spieltag bedeutet nach Angaben des Datendienstleisters Opta Bundesliga-Rekord. Fouls und Unterbrechungen prägten in der Schlussphase immer mehr das Geschehen. Darunter litt der Spielfluss. Vor den Toren passierte nicht mehr viel.

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