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Bundesliga-Kommentar : Aufrecht in die zweite Liga

  • -Aktualisiert am

Erstklassige Fans reichen nicht zum Klassenverbleib: Paderborn nimmt Abschied von der Bundesliga Bild: dpa

Aus dem Denkzettel für verfehlte Vereinspolitik in Stuttgart und Hamburg wird nichts, es erwischt doch die kleinsten Klubs Paderborn und Freiburg. Wehmütig, aber nicht geknickt sollten sie in die zweite Liga gehen.

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          Für Fußball-Romantiker erfüllten nur die ersten Spielminuten des letzten Spieltages der Bundesliga alle Träume: Nach der frühen Paderborner Führung stand der Aufsteiger auf dem Relegationsplatz und der SC Freiburg war gerettet – viele neutrale Fans hätten durchaus Sympathien für einen solchen Ausgang gehabt. Doch aus dem Denkzettel für die nicht nur in dieser Saison verfehlte Vereinspolitik in Stuttgart und Hamburg wurde nichts, stattdessen erwischte es schließlich doch die beiden Klubs mit dem kleinsten Etat der Liga.

          Der SC Paderborn, dem vor der Saison so gut wie niemand auch nur die Spur eine Chance auf den Klassenverbleib eingeräumt hatte, stürzte nach dem sensationellen zehnten Platz in der Hinrunde als schlechteste Mannschaft der zweiten Saisonhälfte noch ab. Und Freiburg, das vor der Saison wieder einmal wichtige Spieler hatte ziehen lassen müssen, belegte zwar Platz zwölf in der Rückrundentabelle, war aber hinter Bremen und Dortmund das erfolgloseste Team der Hinrunde – hinter jenen beiden Vereinen, die sich am letzten Spieltag um einen Platz in der Europa League stritten.

          Freiburg und Paderborn gehen aufrecht in die zweite Liga, ohne Skandale, ohne wüste Beschimpfungen ihrer Fans, ohne Trainerwechsel – einzig orientiert am Machbaren und nicht in Träumereien verfangen wie in Hannover, Stuttgart und Hamburg. Dort sah man sich zu Saisonbeginn und im Fall Hannover auch zum Rückrundenstart als Kandidat für die Europa League – der HSV benötigte am Ende gleich vier Trainer, um sich wenigstens noch in die Relegation zu zittern.

          Der noch nie abgestiegene Dino der Liga darf einmal kurz Luft holen und sollte dabei besser nicht darauf setzen, dass es wie im vergangenen Jahr in den beiden Spielen gegen den Dritten der zweiten Liga auch ohne Sieg reichen könnte. Eines dürfte gewiss sein: Weder Darmstadt noch Karlsruhe oder Kaiserslautern werden im Fall des Falles vor Ehrfurcht erstarren.

          Klopp geht wehmütig, aber nicht geknickt

          Von dieser Saison wird neben dem Herzschlagfinale im Abstiegskampf vor allem der zwischenzeitliche Absturz des BVB in Erinnerung bleiben, der letztlich zum vorzeitigen Abschied von Jürgen Klopp und dem Ende einer Ära führte. Den BVB von Platz 18 aus nach dem 18. Spieltag noch in die Europa League geführt zu haben, ist eine große Leistung, nebenbei kann die Borussia am kommenden Wochenende auch noch Pokalsieger werden.

          So wie Klopp sich nach sieben Jahren echter Liebe beim BVB verabschiedete, kann man ihn sich in der Bundesliga nirgendwo anders als Trainer vorstellen. Er geht wehmütig, aber nicht geknickt – und dieses Gefühl sollte auch in Freiburg und Paderborn nach einer kurzen Zeit der Trauer vorherrschen.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

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