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Hertha-Neuzugang Sami Khedira : „Er hat eine sensationelle Karriere hinter sich“

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Herzlich Willkommen zurück in der Bundesliga: Sami Khedira spielt jetzt für Hertha BSC. Bild: EPA

Nach mehr als zehn Jahren kehrt Sami Khedira in die Bundesliga zurück. Der Gegner könnte nicht prominenter sein. Vor dem Duell mit dem FC Bayern frotzelt Thomas Müller. Und Hansi Flick ist voll des Lobes.

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          Thomas Müller frotzelte vor dem Wiedersehen mit Weltmeisterkollege Sami Khedira. Auf dem Weg des FC Bayern zur Club-Weltmeisterschaft als nächstem großen Titelziel soll sich die Bundesliga-Station Berlin nicht als Stimmungsdämpfer entpuppen. „Ich bin gespannt, wie es für Sami nach seiner Rückkehr laufen wird, hoffe aber natürlich, dass es am Freitagabend noch nicht so gut für ihn ausgeht“, sagte Müller mit einem Lachen.

          Bundesliga

          Beim Bundesliga-Comeback nach über zehn Jahren hätte es keinen namhafteren Gegner als den Triplesieger geben können. Und gleich eine Reihe von früheren Mitstreitern, die wie Khedira im Sommer 2014 in Rio de Janeiro den WM-Triumph bejubelten, sind an diesem Freitag (20.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei DAZN) dabei. „Schön, dass er zurückgefunden hat in die Bundesliga. Er hat eine sensationelle Karriere hinter sich. Von daher können wir uns alle auf ihn freuen“, sagte Trainer Hansi Flick, einst Ko-Trainer unter Joachim Löw.

          Damals jubelten auf dem Rasen im Maracanã-Stadion auch Müller, Manuel Neuer oder Jérôme Boateng, der für das Hertha-Spiel in seine Geburtsstadt zurückkehrt. Der 32-Jährige, der in dieser Woche sein Beziehungsaus publik machte, warb in den vergangenen Wochen mit guten sportlichen Auftritten für eine Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrages. Der „Kicker“ schrieb nun, dass der Trend „aktuell klar zu einem Nein – trotz ordentlicher Leistungen“ gehe.

          „Aber wir müssen nicht jetzt schon Dinge entscheiden, die zum 1. Juli fällig sind“, hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erklärt. Vorstand Oliver Kahn versicherte, dass man eine „saubere Lösung“ bei Boateng finden werde.

          Für Flick ist all das aktuell kein brennendes Thema. „Wir wollen in Berlin den fünften Sieg in Folge holen und damit auch ein Zeichen an die Liga senden, dass wir wieder in der Erfolgsspur sind“, sagte der 55-Jährige. Erst danach werde man sich intensiv mit der Klub-WM in Qatar befassen. „Wir wollen das durchziehen und den nächsten Titel für den Klub holen. Das wäre der sechste Titel in einem Jahr und die Mannschaft würde Geschichte schreiben“, sagte Flick.

          Neuer, Boateng, Müller, David Alaba, und Javi Martínez waren schon beim ersten Klub-WM-Erfolg der Bayern 2013 in Marokko dabei. „Wir wollen diesem überragenden Jahr mit dem Sieg bei der Klub-WM die Krone aufsetzen“, verkündete Müller am Donnerstag auf der Internetseite des Vereins.

          Eine perfekte Einstimmung auf das Halbfinale der Klub-WM am kommenden Montag soll im Berliner Olympiastadion glücken. Nach dem Spiel geht’s gleich weiter in den WM-Ort von 2022. Um keine Zeit zu verlieren, wurde die Partie gegen Hertha extra um eine halbe Stunde vorverlegt. Wie es nach positiven Corona-Tests von Martínez und Leon Goretzka um das Mitwirken in Qatar steht, bleibt abzuwarten. „Nach der Quarantäne müssen sie einen Test machen, den müssen wir abwarten“, sagte Flick.

          In der Vorbereitung auf das Khedira-Debüt gegen die Bayern kramte Hertha-Trainer Pal Dardai tief in seinen Erinnerungen an erfolgreiche Berliner Spiele gegen die Münchner. Zwölf Jahre ist es her, auch damals war es der 20. Bundesliga-Spieltag. Die Münchner waren ebenfalls als Tabellenführer angereist, Trainer war in jenem Februar 2009 allerdings ein viel später auch mal in Berlin kurzzeitig engagierter Jürgen Klinsmann. Hertha gewann mit einem kaum einsatzfähigen Dardai als Organisator der Berliner mit 2:1.

          Glückt Khedira nach mangelnder Spielpraxis nach seiner Station Juventus Turin nun ein ähnlicher Glückstag? „Wenn er die Möglichkeit hat zu spielen, muss er als Organisator viel leisten“, betonte Dardai und erzählte gut gelaunt weiter die Anekdote vom Februar 2009, als der damalige Hertha-Coach Lucien Favre mangels „Sechsern“ ihn drei Wochen nach einer Meniskusoperation angerufen und gesagt hatte: „’Pal, Sie müssen spielen.’ Ich hab gesagt, ich kann nicht spielen, wie soll ich spielen. Er hat gesagt, es reicht, wenn Sie auf dem Platz spielen und dirigieren, wir spielen gegen Bayern München. Ich brauche einen Profi, der die Mannschaft zusammenhält.“

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