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Salihamidžić über Transfers : „Gegen manche finanzielle Kräfte ist im Moment nichts zu machen“

  • Aktualisiert am

Sportvorstand beim FC Bayern: Hasan Salihamidžić Bild: AFP

Bayerns Hasan Salihamidžić hat nochmal deutlich gemacht, wie schwierig der Transfermarkt mittlerweile für den FC Bayern geworden ist. Auf Ausfälle will man bei den Münchnern deswegen auch nicht reagieren, dafür einen Neuzugang starkreden.

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          Sportvorstand Hasan Salihamidžić hält Bayern München auf dem Transfermarkt gegen die wirtschaftlich schlagkräftigere internationale Konkurrenz für machtlos. „Die Situation ist nicht einfach, wenn man sieht, wie einige Klubs investieren können. Gegen manche finanzielle Kräfte ist im Moment nichts zu machen“, sagte Salihamidžić am Dienstag bei der Doppelpack-Vorstellung des Franzosen Dayot Upamecano und des englischen Außenverteidigers Omar Richards. Der deutsche Fußball-Rekordmeister versuche, „immer kreativ zu bleiben und für die Spieler anders sexy zu sein“, ergänzte er. Das gelang etwa beim ehemaligen Leipziger, den die Münchner für 42,5 Millionen Euro verpflichteten.

          Weitere Top-Transfers scheinen aber kaum möglich: Die Bayern rechnen wegen der Coronakrise mit Einnahmeverlusten von 150 Millionen Euro. Salihamidžić plant unter anderem deshalb keine Verpflichtungen mehr für die personell dezimierte Defensive ein.

          „Das ist kein Thema und nicht das, was wir wollen“, sagte er über einen möglichen Ersatz für Lucas Hernandez (Knie) und Alphonso Davies (Sprunggelenk). Zwar sei es „keine glückliche Situation, dass diese Stammspieler ausfallen, wir werden zusehen müssen, dass wir gut reinkommen“, betonte der Sportvorstand mit Blick auf den Saisonstart, „aber wir haben einen guten Kader und auf diesen Positionen einen guten Konkurrenzkampf“. Hernandez und Davies werden Trainer Julian Nagelsmann „irgendwann im August“ zur Verfügung stehen. „Ich denke, dass Alphonso vier bis sechs Wochen brauchen wird.“ Beide Profis müsse man aber „eher bremsen“.

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          Die Verletzungen der beiden Spezialisten für die Position links hinten hinterlässt eine Lücke, sodass Richards schnell eine Bewährungsprobe erhalten könnte. Der 23-Jährige war ablösefrei vom englischen Zweitligisten FC Reading zum deutschen Meister gewechselt. „Im Fußball weiß man nie, was passiert. Man muss bereit sein. Wenn die Möglichkeit kommt, muss man zupacken“, verkündete Richards. „Ich arbeite hart im Training und sauge alle Informationen auf. Ich bin bereit, sobald ich gebraucht werde.“

          Upamecano soll „Big Boss“ der Abwehr werden.

          Richards stellte sich schon mit einigen deutschen Worten vor („Mir gefällt es gut hier, alle sind sehr nett zu mir“), Upamecano hat schon in seinen vier Jahren in Leipzig entsprechende Sprachkenntnisse sammeln können. Er soll gleich der Big Boss in der Abwehr des FC Bayern werden. Die Münchner Führungsriege erwartet von ihm Chef-Kommandos. „Er braucht keine große Eingewöhnungsphase. Er weiß, dass er von Anfang an mit seinen Leaderqualitäten gefragt ist“, so Salihamidžić. Niklas Süle erlebte mit nur einem Einsatz eine unbefriedigende EM, Tanguy Nianzou (19) hofft in seinem zweiten Bayern-Jahr auf Spielanteile.

          Upamecano, der es im Gegensatz zu seinen etablierten französischen Bayern-Verteidigerkollegen Hernandez und Benjamin Pavard nicht in den EM-Kader geschafft hatte, hinterließ bei Salihamidžić jedenfalls mächtig Eindruck, als er im Büro des Sportvorstands kurz nach der Vertragsunterschrift den Stift beiseite legte und eine kleine Rede hielt. „Es war wichtig für mich auszudrücken, wie glücklich und zufrieden ich bin, hier zu sein“, erzählte Upamecano, der weiterhin einen engen Kontakt zu seinem früheren Leipziger Trainer und Förderer Ralf Rangnick pflegt.

          Der mit einem Vertrag bis Ende Juni 2026 ausgestattete Franzose will seinen Worten schnell auch Taten folgen lassen. Upamecano möchte auf dem Platz mitreißen. „Wenn es einen Spieler gibt, der nicht so ins Spiel reinfindet, muss man ihn reinbringen“, erläuterte er seine Rolle als Organisator in der Abwehr und versicherte: „Ich will für diesen großen Verein kämpfen.“

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