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Finanzprobleme in Bundesliga : Kritik an Gutachten zu Gehaltsgrenze im Fußball

  • -Aktualisiert am

Thomas Oppermann gab ein Gutachten zu Gehaltsobergrenzen in Auftrag. Bild: dpa

Die Corona-Krise mit ihren negativen Auswirkungen für die Finanzen der Bundesligaklubs belebt die Diskussion um Gehaltsobergrenzen für Spieler. Nun gibt es dazu zwei Gutachten – und prompt Kritik an den Ergebnissen.

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          Die Corona-Krise mit ihren negativen Auswirkungen für die Finanzen der Bundesligaklubs belebt die Diskussion um Gehaltsobergrenzen für Spieler. Nachdem der SPD-Politiker und Vorsitzende der Ethikkommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Thomas Oppermann bei den Wissenschaftlichen Diensten des Bundestages zwei Gutachten dazu in Auftrag gegeben hatte, gibt es nicht nur Zustimmung zu den jetzt bekanntgewordenen Ergebnissen.

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          „In unserer sozialen Marktwirtschaft regelt der Markt den Preis. Wenn es darum geht, den Fußball zukünftig krisenfester aufzustellen, sollten wir in erster Linie dafür sorgen, dass die Klubs mehr Eigenkapital bilden müssen und bessere Sicherungsinstrumente eingeführt werden“, sagte einer der beiden Geschäftsführer der Fußballspielergewerkschaft VDV, Ulf Baranowsky, der F.A.Z. Eine isolierte Diskussion um die Einführung von Gehaltsobergrenzen helfe nicht, das eigentliche Einnahmen-Ausgaben-Problem zu lösen.

          In der Bundesliga lägen die Personalkosten für Spieler und Trainer nur bei rund 37 Prozent des Gesamtaufwandes, was im Vergleich zu anderen internationalen Top-Ligen ein sehr niedriger Wert sei. Das Durchschnittsgehalt von Bundesligaprofis schwankte in der abgelaufenen Saison laut Angaben von „Statista“ zwischen 420.000 Euro beim SC Paderborn und etwas mehr als acht Millionen Euro bei Meister FC Bayern.

          In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hatte der frühere Bayern-Präsident Uli Hoeneß betont, dass ein Salary Cap im europäischen Fußball „nicht funktionieren“ würde. Dies sei in der Branche nicht durchsetzbar. Die Gutachten, welche innerhalb einiger Wochen auf Bestreben Oppermanns von den Fachbereichen Kultur, Medien und Sport sowie Europa der Wissenschaftlichen Dienste im Bundestag angefertigt wurden, sind dem DFB und der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorgelegt worden.

          An diesem Dienstag treffen die 36 Profiklubs der ersten und zweiten Liga zu einer Videokonferenz zusammen. In einem der Gutachten heißt es, dass Gehaltsobergrenzen nach deutschem und europäischem Recht „zulässig“ seien. Diese rechtliche Möglichkeit gelte auch „für Spielerberater sowie eine Deckelung von Ablösesummen“. Angeraten wird, statt neuer Gesetze staatlicherseits eine „Selbstregulierung“ über den Europäischen Fußballverband (Uefa) mit Tarifverträgen anzustreben.

          DFB-Präsident Fritz Keller sieht sich in seiner Auffassung bestätigt: „Ich habe bereits vor einigen Wochen auf die Sinnhaftigkeit von Gehaltsobergrenzen sowie eine sinnvolle wirtschaftliche Regulierung des Fußballs hingewiesen.“ Die Gutachten hätten die Analyse des DFB bestätigt. Selbstregulierung sei der beste Weg, man sei bereit, die Uefa „in einer starken Führungsrolle“ zu unterstützen. Auf Anfrage sagte Oppermann, er sei überzeugt davon, dass in vielen europäischen Ligen die Einsicht gewachsen sei, dass es so wie bisher nicht weitergehen könne. „Wenn der DFB und die DFL sich bei der Uefa für eine solche Begrenzung einsetzen würden, wäre dies sicherlich ein Faktor, der dort nicht ignoriert werden könnte.“

          Unterdessen gibt es Kritik an der Qualität der Gutachten. Diese seien keine taugliche und rechtssichere Absicherung für die Einführung eines Salary Cap. „Sie leiden an inhaltlichen Mängeln. Fehlerhaft wird behauptet, dass der Europäische Gerichtshof die Chancengleichheit als Rechtfertigung für Wettbewerbsbeschränkungen anerkannt hat“, bemängelt der Kartellrechtler Mark-E. Orth. Aktuelle Entscheidungen französischer und englischer Gerichte sowie von Schiedsgerichten im Rugby dazu seien unerwähnt geblieben.

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