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Warnung von Rummenigge : „Das wäre ein Drama“

  • Aktualisiert am

Klare Wort in Richtung des DFB: Karl-Heinz Rummenigge Bild: dpa

Karl-Heinz Rummenigge übt scharfe Kritik am DFB. Dazu mahnt er zur Eile beim Kampf um Hansi Flick als neuen Bundestrainer. Der kann sich irgendwann sogar eine Rückkehr zum FC Bayern vorstellen.

          5 Min.

          Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu schnellem Handeln in der Causa Hansi Flick geraten. „Hansi ist in Fußball-Europa ein sehr nachgefragter Trainer. Es wäre ein Drama, wenn er ins Ausland oder sonstwohin gehen und nicht beim DFB landen würde“, sagte Rummenigge am Samstag bei Sky und fügte an: „Hansi würde perfekt zum DFB passen. Er kennt den DFB, der DFB kennt ihn.“ Man könne dem DFB nur dringend empfehlen, diese Personalie „schnell mit Okay abzuhaken“, sagte Rummenigge. „Es wäre das erste positive Zeichen, dass der DFB erkannt hat, was auch notwendig ist.“ Offenbar ist dies der Fall. Laut DFB-Vizepräsident Rainer Koch sei man in „guten Gesprächen“ mit Flick.

          Bundesliga

          Für einen möglichen Wechsel von Flick zum DFB sei „ja alles geregelt“, hatte Rummenigges Nachfolger Oliver Kahn zuvor versichert. „Im Moment“ gebe es für solch einen Fall nach der Auflösung des Vertrags des Bayern-Trainers auch „keine finanzielle Kompensation“ vom DFB. Möglich sei aber weiter ein Spiel zwischen den Bayern und der Nationalmannschaft, dessen Einnahmen an den Klub gehen könnten. „Aber das ist Zukunftsmusik“, sagte Kahn. Flick hatte zuvor bestritten, dass seine Zukunft beim DFB bereits geklärt sei. „Nein, nein“, sagte er bei Sky auf eine Frage dazu.

          Flick deutete nach dem 6:0 der Bayern gegen Borussia Mönchengladbach auch an, dass der DFB nicht der einzige Ansprechpartner bei der Frage nach seiner Zukunft sein muss. „Ich habe Lust, weiter Trainer zu sein und mit einer Mannschaft zusammenzuarbeiten, die in der Lage ist, Titel zu gewinnen. Das macht wahnsinnig viel Spaß. Es ist meine absolute Überlegung, dass ich einen Verein oder ein Land trainieren möchte, die in der Lage sind, auch Titel zu holen“, sagt Flick.

          „Ein Job wie eine Harakiri-Aktion“

          Er hob allerdings abermals seine Verbundenheit zu vielen handelnden Personen beim DFB hervor. „Es war damals eine tolle Zeit mit Oliver Bierhoff, Jogi Löw und Andreas Köpke. Es war herausragend, es gab eine enorme Wertschätzung und Loyalität untereinander“, sagte der Noch-Trainer der Bayern. Er selbst wolle nun erst einmal abwarten. „Ich habe keinen Druck und werde schauen, was die nächsten Tage und Wochen ergeben. Ich kann nach dem 22. Mai schön in Urlaub gehen mit meiner Familie. Alles andere kommt, wie es kommen soll“, sagte Fick.

          Flick schloss sogar eine Rückkehr zum FC Bayern irgendwann in der Zukunft nicht aus. „Ich kann mir vieles vorstellen. Und dies ist natürlich auch nicht ausgeschlossen, weil Bayern München einfach eine sehr gute Adresse ist“, sagte er. In der Video-Pressekonferenz nach dem Spiel war er darauf angesprochen worden, dass in der Vergangenheit immer wieder mal erfolgreiche Trainer zum FC Bayern zurückgekehrt seien, etwa Jupp Heynckes.

          „Ich habe schon immer gesagt: Bayern München war schon immer mein Verein. Ich war in der Jugend absoluter Fan. Gerd Müller war mein großes Idol, Paul Breitner, Karl-Heinz Rummenigge. Ich habe hier gespielt und hier jetzt zwei fantastische Jahre als Trainer erlebt“, sagte Flick zu einer besonderen Verbindung zu dem Verein: „Dieses Miteinander tagtäglich zu erleben, ist herausragend. Es war eine tolle Zeit. Diese zwei Jahre waren sehr wertvoll für mich.“

          Rummenigge hat unterdessen nach eigener Aussage keine Ambitionen auf ein Spitzenamt beim krisengeplagten DFB. „Ich suche nicht einen Job, der einer Harakiri-Aktion gleichkommt“, sagte Rummenigge. Rekordnationalspieler und Sky-Experte Lothar Matthäus hatte zuvor Bayern Münchens Vorstandschef für eine Führungsposition ins Spiel gebracht. „Lothar weiß, dass ich so einen Job nicht möchte, weil es mich nicht interessiert“, sagte Rummenigge nun.

          Gleichzeitig kritisierte Rummenigge die aktuelle DFB-Führung um Präsident Fritz Keller scharf. „Der DFB muss einfach zur Ruhe kommen. Es ist eine permanente Unruhe seit Jahr und Tag. Die Leute müssen sich langsam fragen, ob es noch dem Fußball gerecht wird, was da passiert“, sagte er: „Dieses Theater gibt es nicht erst seit zwei Wochen, sondern seit der Aufarbeitung des Sommermärchens. In der Zeit haben drei Präsidenten die Rote Karte bekommen.“

          Rummenigge forderte zudem DFB-Vizepräsident Rainer Koch auf, Kellers Bitte um Entschuldigung für dessen verbale Entgleisung anzunehmen. „Ich habe Fritz Keller als seriösen, integren und auch liebevollen Menschen kennengelernt. Er hat sich entschuldigt. Ich fände es eine schöne Geste, die Entschuldigung nicht nur entgegen-, sondern auch anzunehmen.“

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