https://www.faz.net/-gtm-9s5zt

Bayern München : „Natürlich ist Müller kein Notnagel“

  • Aktualisiert am

Unzufrieden mit seiner Situation beim FC Bayern: Thomas Müller Bild: dpa

Karl-Heinz Rummenigge kann sich „beim besten Willen“ nicht vorstellen, dass Thomas Müller den FC Bayern im Winter verlässt. Zudem lobt der Vorstandsvorsitzende den unzufriedenen Ersatzspieler.

          2 Min.

          Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge geht nicht von einem Wechselwunsch des zuletzt unzufriedenen Thomas Müller in der Winterpause aus. „Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen“, sagte Rummenigge im Interview mit der „Welt am Sonntag“: „Das Verhältnis zwischen Thomas und dem FC Bayern ist total intakt. Er wird ein wichtiger Bestandteil unseres Klubs bleiben.“

          Die Unzufriedenheit des Offensivspielers kann der 64-Jährige nachvollziehen: „Wenn Thomas zufrieden auf der Bank sitzen würde, wäre er im falschen Verein. Das ist die Reaktion, die wir sogar wollen. Er muss aber trotzdem mit der Situation seriös umgehen. Das tut er vorbildlich.“ Müller kam in den letzten fünf Partien des Rekordmeisters nur als Ersatzspieler zum Einsatz.

          Unter der Woche hatte er sich öffentlich über seine derzeitige Rolle beklagt und seine Zukunft offen gelassen. „In den vergangenen fünf Spielen war ein Trend zu erkennen, der mich nicht glücklich macht“, sagte der 30-Jährige dem „Kicker“: „Wenn das Trainerteam mich in Zukunft nur noch in der Rolle des Ersatzspielers sieht, muss ich mir meine Gedanken machen. Dafür bin ich einfach zu ehrgeizig.“

          Bayern-Coach Niko Kovac hatte zudem bei Sky gesagt, dass Müller seine Einsätze bekomme, sofern „Not am Mann“ sei. Rummenigge fand diese Aussage „nicht glücklich“ und betonte die Bedeutung des gebürtigen Bayern: „Niko und Thomas haben sich am vergangenen Sonntag direkt ausgesprochen. Ich glaube, Thomas ist nicht nachtragend, und natürlich ist er kein Notnagel.“

          Rummenigge will derweil Sportdirektor Hasan Salihamidzic längerfristig beim FC Bayern halten. „Hasan macht seinen Job gut, und ich wünsche mir, dass sein im nächsten Sommer auslaufender Vertrag verlängert wird“, sagte er. Salihamidzic ist seit August 2017 FCB-Manager. Er will Sportvorstand werden und sagt, dass er unter jemand anderem in dieser Position nicht arbeiten würde. Im Januar fängt Oliver Kahn im Vorstand der Bayern an. Ob Salihamidzic die Beförderung erhalte, „muss der Aufsichtsrat entscheiden“, sagte Rummenigge. „Ich würde es begrüßen.“

          Rummenigge wird den Bayern-Vorstand planmäßig Ende 2021 an Kahn übergeben. Der 64-Jährige ist sich sicher, dass der frühere Torhüter in den zwei Jahren Übergangszeit fit für den Job wird. „Ich bin überzeugt, in dieser Zeit wird er sich freischwimmen, und danach wird er bereit sein, den Vorsitz im Vorstand zu übernehmen“, sagte er.

          Der noch amtierende Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende Uli Hoeneß hatte sich auch schon positiv über die Zukunft von Salihamidzic geäußert. Dieser habe „einen wesentlichen Beitrag geleistet, dass wir am Ende eine sehr gute Transferpolitik gemacht haben“, sagte der 67-Jährige. Im Verein werde Salihamidzic „sehr positiv“ gesehen. Dessen Dreijahresvertrag läuft Ende der Saison aus.

          Weitere Themen

          Einreise nur mit zwei negativen PCR-Tests Video-Seite öffnen

          Olympische-Spiele in China : Einreise nur mit zwei negativen PCR-Tests

          Kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele versucht China die Ausbreitung von Corona-Fällen mit strikten Maßnahmen zu verhindern. 72 Corona-Infektionen im Zusammenhang mit den Spielen wurden bereits bestätigt. Die breite chinesische Öffentlichkeit wurden vom Kauf der Tickets ausgeschlossen.

          Topmeldungen

          Ein Arzt hält in einem Testzentrum in Berlin das Teststäbchen für die Entnahme einer Probe bereit.

          Allensbach-Umfrage zu Corona : In Deutschland wächst die Gereiztheit

          Eine Mehrheit in Deutschland meint, Corona habe die Gesellschaft zum Schlechteren verändert. Lediglich jeder Vierte geht davon aus, dass sich 2022 das Leben wieder normalisiert. Der Anteil derjenigen, die bereit wären, gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren, wächst.
          „Mehr Frauen in der Politik sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Macht von dort längst abgewandert ist“, sagt Soziologin Doris Mathilde Lucke.

          Soziologin über Kabinett : „Das sind dekorative Postenvergaben“

          Was hat die Altkanzlerin dem Feminismus gebracht? Wie wichtig ist ein paritätisch besetztes Kabinett? Und was bedeuten mehr Frauen in der Politik? Ein Interview mit der Soziologin Doris Mathilde Lucke.
          Der amerikanische Präsident Joe Biden am 24. Januar im Weißen Haus

          Ukraine-Konflikt : Biden droht Putin mit direkten Sanktionen

          Die Liste der Maßnahmen, die Washington im Falle einer russischen Invasion der Ukraine verhängen will, wird länger. Der US-Präsident hält nun auch direkt gegen Russlands Präsidenten Putin gerichtete Sanktionen für möglich.