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Rudi Völlers Vorschlag : „Wir spielen die letzten 22 Minuten neu“

  • Aktualisiert am

Redebedarf nach dem Phantomtor: „Torschütze“ Stefan Kießling und Rudi Völler (rechts) Bild: dpa

In der Debatte nach Kießlings Phantomtor von Hoffenheim hat Leverkusens Sportdirektor Völler einen Vorschlag. Er will, dass nur 22 Minuten wiederholt werden. Schiedsrichter Brych pfeift derweil am Dienstag in der Champions League.

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          Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler schlägt nach dem Phantomtor von Stefan Kießling vor, dass die Partie bei 1899 Hoffenheim nur teilweise wiederholt wird. Bayer werde jedes Urteil des DFB-Sportgerichts akzeptieren, sagte Völler der „Bild am Sonntag“.

          „Aber mein Gerechtigkeitssinn spricht für eine andere Lösung: Wir spielen die letzten 22 Minuten neu. Beim Stande von 1:0 von Leverkusen geht es mit einem Abstoß für Hoffenheim weiter“, erklärte der 53-Jährige. Das habe er Wolfgang Niersbach, dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), in einem Telefongespräch auch so verdeutlicht. Dies sei die sauberste Lösung, so Völler.

          Leverkusens Stürmer Stephan Kießling hatte beim 2:1-Sieg am Freitagabend bei 1899 Hoffenheim in der 70. Minute einen Treffer zum 2:0 zugesprochen bekommen. Dabei war sein Kopfball tatsächlich am Pfosten vorbei gegangen und durch ein Loch im Netz im Tor gelandet. Dies zeigten die Fernsehbilder eindeutig. Schiedsrichter Felix Brych (München) gab den Treffer jedoch.

          Für den Rechtsexperten und Vizepräsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) lässt sich derweil aus dem Fall Thomas Helmer nicht unbedingt auf Konsequenzen im Skandalspiel von Hoffenheim schließen. Rainer Koch, beim DFB für Rechts- und Satzungsfragen zuständig, verwies darauf, dass der Weltverband Fifa in seiner Satzung die Regel 5 geändert habe und ausschließlich der Schiedsrichter das Spielergebnis feststelle. Dies sagte der Jurist am Sonntag in der TV-Sendung “Doppelpass“ von Sport1.

          Phantomtor : Entscheidung liegt bei Fifa

          Nach dem Phantomtor von Stefan Kießling am Freitagabend beim 2:1 von Bayer Leverkusen bei 1899 Hoffenheim haben die Kraichgauer beim DFB Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt. Sie beriefen sich gleich nach dem Anpfiff des Skandalspiels auf den Fall Helmer: Der Nationalspieler hatte 1994 beim 2:1 des FC Bayern gegen den 1. FC Nürnberg ebenfalls ein Phantomtor erzielt. Das Spiel wurde wiederholt, diesmal gewannen die Bayern 5:0.

          Nach diesem Urteil des DFB-Sportgerichts gab es damals heftigen Streit mit der Fifa, die sich stets auf Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters beruft. Der DFB hatte bereits am Samstag erklärt, sich mit der Fifa zu beraten.

          „Ich bin der Meinung, dass der Ball jetzt bei der Fifa liegt“, sagte Koch, der auch einräumte, dass es zu dem Tor keine zwei Meinungen gebe, aber: „Die Frage ist: Muss die Tatsachenentscheidung erschüttert werden?“ Ein Tor wie dieses anzuerkennen sei „nicht im Sinne der Schiedsrichter, des Fußballs, des Fairplays.“

          Er hoffe auf ein schnelles Signal des Weltverbandes. Koch hofft, dass das Sportgericht übernächste Woche den Fall verhandeln werde. „Wir haben natürlich die Situation mitbekommen, werden diese auf eine mögliche Anfrage des DFB analysieren und Stellung dazu nehmen“, erklärte Massimo Busacca, der Leiter der Fifa-Schiedsrichterabteilung.

          Vier Tage nach seinem Fauxpas beim Phantomtor von Hoffenheim wird Schiedsrichter Felix Brych derweil am Dienstagabend das Spiel zwischen dem AC Mailand und dem FC Barcelona (20.45 Uhr / Live im Champions-League-Ticker bei FAZ.NET) leiten. Die Uefa setzte den 38-Jährigen am Sonntag ungeachtet des Vorfalls vom Freitagabend für das Topspiel zwischen dem siebenmaligen und dem viermaligen Cup-Gewinner im Giuseppe-Meazza-Stadion an.

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