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Roy Makaay : Ein Mann für alle Fälle

  • -Aktualisiert am

Matchwinner: Roy Makaay Bild: REUTERS

Ruud van Nistelrooy ist wohl kein Thema mehr beim FC Bayern. Sein niederländischer Landsmann Roy Makaay ließ sein Können zum Auftakt der Fußball-Bundesliga beim 2:0-Erfolg gegen Borussia Dortmund wieder einmal aufblitzen und avancierte zum Matchwinner.

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          Uli Hoeneß umgab endlich wieder diese Aura des Erfolgreichen, die ihn so gelassen, so entspannt wirken läßt, als ob ihm nichts, aber auch gar nichts die Zornesröte ins Gesicht treiben könnte. Nach Tagen des leisen Zweifelns und entsprechender Explosionsgefahr beim Manager des FC Bayern München hat er am Freitag abend nicht genehme Fragen ganz ruhig, aber entsprechend pointiert beantwortet.

          Nur einmal, als es um Roy Makaay ging, genauer gesagt, um dessen Position im Spiel, hätte Hoeneß beinahe den Friedenspfad doch wieder verlassen. Er beharrte nicht mehr ganz so gelassen darauf, daß der Holländer einen klassischen Mittelstürmer gegeben habe und widersprach der Meinung, Makaay sei eher im offensiven Mittelfeld zu finden gewesen.

          Makaays Pfostenschuß nach 24 Sekunden

          Es war wohl eine Frage des Standpunktes, denn Roy Makaay war beim 2:0-Sieg der Münchner zum Bundesliga-Auftakt gegen Borussia Dortmund beinahe überall zu finden, sogar manchmal in der Defensive. Einmal rechts, einmal links, manchmal ganz vorne und dann wieder als klassischer Spielmacher im Mittelfeld. Er hat organisiert, delegiert, agiert und für das riesige Laufpensum, das er dieses Mal in 88 Minuten absolvierte, brauchte er bisher eine halbe Saison. Makaay hat mit einem Pfostenschuß nach nur 24 Sekunden „für die Mannschaft und für sich selbst ein Zeichen gesetzt“, sagt Trainer Felix Magath, „und mit seiner Sicherheit am Ball für die nötige Ruhe im Spiel gesorgt“. Dann ist er mit dem 1:0 auch noch seiner ganz originären Aufgabe, dem Toreschießen, nachgekommen. Er war an mehr als der Hälfte aller Angriffe beteiligt, die mit einem Schuß auf das Tor von Roman Weidenfeller endeten, am 2:0 durch Bastian Schweinsteiger allerdings nicht. „Das war eines der besten Spiele von Roy beim FC Bayern“, sagte Hoeneß.

          Matchwinner: Roy Makaay Bilderstrecke
          Roy Makaay : Ein Mann für alle Fälle

          Makaay hat wie immer nicht viel Aufhebens um seine Leistung gemacht. „Es hat sich so ergeben“, sagt er. Aber es war nicht unbedingt zu erwarten nach den Vorbereitungsspielen. Makaay gehörte zwar zu der Handvoll Bayern-Profis, die schon Anfang Juli ins Training eingestiegen sind, aber von diesem Vorsprung war im Ligapokal und im Lokalderby gegen den TSV 1860 nicht viel zu bemerken.

          „Podolski kennt die Laufwege noch nicht“

          Da hatte er meistens Lukas Podolski im Sturm an seiner Seite, und die beiden behinderten sich gegenseitig mehr, als daß sie zusammenspielten. Deshalb hat Magath auch nicht wie erwartet den Kölner Neuzugang von Anfang an aufgeboten, sondern ihn erst in den letzten Minuten gebracht, als Makaay mit seinen Kräften am Ende und das Spiel entschieden war. „Lukas kann uns im Augenblick noch nicht helfen. Er kennt die Laufwege noch nicht“, sagt Magath.

          Der Trainer ist nach der verkorksten Saisonvorbereitung kein großes Risiko eingegangen, hat mit Andreas Ottl und Owen Hargreaves zwei defensiver orientierte Spieler ins Zentrum gestellt und vorne mit Makaay und Roque Santa Cruz auf zwei Stürmer gesetzt, die aufeinander eingespielt sind. Einer der beiden sollte sich immer wieder etwas zurückfallen lassen, in die Lücke hinter dem Angriff. Vermutlich hat Magath diese Rolle eher Santa Cruz zugetraut, aber der wollte oder konnte gegen Dortmund nicht, Makaay dagegen um so besser. Er profitiere jetzt davon, von Anfang an bei der Vorbereitung gewesen zu sein. „Das ist für mich ganz wichtig.“ Er fühlt sich ähnlich fit wie im vergangenen Jahr, als er in den ersten drei Spielen sechs Tore erzielt hatte. „Das war aber vielleicht ein bißchen übertrieben“, findet Makaay.

          Makaay übernimmt Verantwortung

          Vor allem, weil er danach mehr denn je aufs Toreschießen reduziert wurde. Er hat sich in diese Rolle gefügt, aber auch unter der Kritik gelitten, als er nach einer Verletzung im Herbst seiner Form ungewöhnlich lange hinterherhinkte. Offensichtlich hegten auch die Verantwortlichen nach der vergangenen Saison ein wenig den Verdacht, Makaay könnte mit 31 Jahren seinen Zenit schon überschritten haben und buhlten vehement um Ruud van Nistelrooy. Makaay behauptete allerdings, nicht groß beunruhigt gewesen zu sein, daß ihm sein Landsmann wie zuvor schon in der Nationalmannschaft nun auch beim FC Bayern den Platz hätte streitig machen können. „Wenn ich wie heute meine Leistung bringe, ist es egal, wer kommt. Dann stellt sich nur die Frage, wer neben mir spielt.“

          Daß Makaay viel mehr kann als nur Toreschießen, hat er in den vergangenen drei Jahren in München zwar ein paarmal angedeutet, am Freitag aber zum ersten Mal ein ganzes Spiel lang gezeigt. Er hat die Verantwortung übernommen, die Magath in dieser Orientierungsphase nach dem Weggang von Michael Ballack eingefordert hat. Allerdings nicht nur von Makaay. Das Spiel müsse auf mehrere Schultern verteilt werden, sagte der Trainer immer wieder. Am Freitag, da lastete es allerdings hauptsächlich auf der des Holländers.

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