https://www.faz.net/-gtm-6vwym

Rot für Ribéry : Bayern München ist Herbstmeister

Zwei gelbe Karten innerhalb weniger Minuten: Franck Ribéry Bild: dapd

Bayern München musste im Spiel gegen den 1. FC Köln erst in Unterzahl geraten, um sein planloses Spiel abzulegen. Gomez schoss beim 3:0 sein 16. Saisontor.

          Fußball ist keine Mathematik, dozierte Bayern-Boss Karlheinz Rummenigge einmal. Sein Team hat die These in dieser Woche bestätigt. Am Sonntag tat sich der FC Bayern in Stuttgart in Überzahl lange schwer. Am Freitag nun hat er bei Gleichzahl gegen den 1. FC Köln planlos gespielt. Und erst in Unterzahl platzte der Knoten. Nach der Gelb-Roten Karte für Franck Ribéry (33. Minute) besiegten die Bayern die destruktiven Kölner durch Tore von Mario Gomez (48.), David Alaba (63.) und Toni Kroos (88.) völlig verdient 3:0 und sicherten sich damit die Herbstmeisterschaft.

          In den letzten fünf Partien gegen die Bayern waren die Kölner zwar eine Art Angstgegner für den Rekordmeister geworden, mit zwei Siegen und drei Unentschieden. Doch diesmal hatten sie sich mit einer mutlosen Darbietung nicht mal die Reisekosten verdient. Als Zeichen der Kapitulation wechselte Trainer Solbakken in der 69. Minute den wirkungslosen Torjäger Lukas Podolski aus.

          Binnen Sekunden sah Ribéry zweimal Gelb

          Der Spielverlauf wirkte auch deshalb so kurios, weil Ribéry bis zu seiner Hinausstellung der einzige gewesen war, der die dichte Fünferkette der Kölner in Verlegenheit bringen konnte. Nach zehn Minuten hatte der quirlige Franzose mit einem Flachschuss aus 18 Metern Torwart Michael Rensing, einst beim FC Bayern als Nachfolger von Oliver Kahn gescheitert, zu einem sehenswerten Tiefflug in die linke untere Ecke eingeladen.

          Drei Minuten später kam er nach einer überraschenden Eckball-Kombination über die Stationen Kroos und Lahm am linken Strafraumeck frei zum Abschluss, doch er brachte beim Versuch eines Schlenzers ins lange Eck den Ball nicht durch den übervölkerten Strafraum - Verteidiger Pedro Geromel hielt den Kopf hin. Und noch einmal eine Minute später spurtete Ribéry am linken Flügel davon, flankte hinein, fand die Stirn von Mario Gomez, doch in seiner einzigen Torszene der ersten Halbzeit köpfte der Torjäger vom Dienst neben das Tor.

          Gemeinsame Freude: Gomez (l.) traf zum 1:0 und freut sich mit Alaba nach dessen Tor zum 2:0

          Doch nach diesen flotten fünf Minuten war es dann auch schon vorbei mit dem Münchner Wirbel in der ersten Halbzeit - in einem Spiel, in dem die Kölner, die Mannschaft mit den wenigsten Torchancen aller Teams der Bundesliga-Vorrunde, praktisch nichts nach vorn versuchten - auch nicht in Überzahl. Zu dieser Überzahl kam es, nachdem zuerst der Ball und dann Ribéry die Facon verlor. Nach dreißig Minuten schoss zunächst Daniel van Buyten das Spielgerät kaputt. Beim harten Freistoß des belgischen Bayern-Verteidigers aus 24 Metern wurde der Ball von der Sohle des Kölners Sascha Riether geblockt und aufgeschlitzt. Aus der geplatzten Naht ergoss sich augenblicklich ein Teil der silbrigen Blase. Der Schiedsrichter unterbrach, und in seiner bis dahin besten Spielszene schoss Arjen Robben das eiernde und nunmehr unbrauchbare Ding ins Publikum, wo es als originelles Souvenir bejubelt wurde.

          Ribérys Zorn

          Drei Minuten nach dieser eher erheiternden Szene erhitzten sich die Gemüter an einer anderen. Nach einem Sturz im Strafraum legte sich Ribéry Kopf an Kopf mit seinem Gegenspieler Henrique Sereno an, der ihn offenbar einer Schwalbe bezichtigte. Dann, als beide dafür Gelb gesehen hatten und der Zorn verpufft schien, hatte der Franzose immer noch nicht genug, griff dem Portugiesen ins Gesicht und deutete einen Kopfstoß an. Das brachte ihm binnen weniger Sekunden die zweite Gelbe Karte ein - und damit Rot.

          Raul und Schalke setzen Zeichen: Nach dem Sieg gegen Bremen ist Schalke im Sinne der Spannung so etwas wie Herbstmeister der Herzen Bilderstrecke

          Zunächst schien alles beim Alten zu bleiben: Köln auch in Überzahl ohne Planänderung, Bayern ohne Plan. Doch nach der Pause stellten sich die destruktiven Kölner selbst ein Bein. Geromel wollte ein Zuspiel seines Torwarts Rensing durchlassen, übersah jedoch Müller, der sich den Ball holte, in den Strafraum stürmte und querlegte auf Gomez, der keine Mühe hatte, sein 16. Saisontor zu erzielen. Eine Viertelstunde später, die Kölner hatten immer noch keinen Angriff zustande gebracht, war die Partie entschieden, als die achte Ecke der Bayern, von einem halben Dutzend Spielern verpasst, beim eingewechselten Alaba landete, der den Ball im Fünfmeterraum noch stoppen konnte, ehe er ihn ins Netz setzte.

          Kölner Feuerwerk gab es nur auf der Tribüne

          Weitere Themen

          „Neuer ist Deutschlands Nummer 1“ Video-Seite öffnen

          Niko Kovač : „Neuer ist Deutschlands Nummer 1“

          Der Bayern-Trainer freut sich über den Auftaktsieg in der Königsklasse und fordert, die Torwartdiskussion zwischen Neuer und Ter Stegen endlich zu den Akten zu legen.

          Topmeldungen

          Künast hat sich bei zahlreichen Gelegenheiten von der früheren Position mancher Grüner distanziert.

          Hass-Posts gegen Renate Künast : Erlaubt ist alles

          „Stück Scheiße“, „Schlampe“, „Drecksau“ – solche und noch krassere Kommentare prasselten auf Renate Künast ein. Das Landgericht Berlin sieht darin keine persönliche Schmähung, sondern nur zulässige Sachkritik.
          Die Stadt Sassnitz auf der Insel Rügen hat etwa 9000 Einwohner.

          SPD kooperiert mit AfD : „Ich habe da kein schlechtes Gewissen“

          Immer wieder hat die SPD in Bund und Ländern bekräftigt, mit der AfD nicht zusammenarbeiten zu wollen. In Sassnitz auf Rügen reichen die beiden Parteien aber jetzt gleich sieben Anträge gemeinsam ein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.