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Roman Weidenfeller : „Ich hatte beim DFB nie eine Chance“

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Routinierter Rückhalt: Roman Weidenfeller ist Schlussmann und Seniorchef im jungen Dortmunder Team Bild: dpa

Dortmunds Torhüter Roman Weidenfeller über starke und zarte Spielertypen, den Titelkampf gegen die Bayern und das Vorbild Jens Lehmann.

          Borussia Dortmund ist mit der jüngsten Mannschaft in der Bundesligageschichte deutscher Meister geworden. Alle Welt jubelt über Götze, Kagawa, Hummels, Großkreutz. Fühlen Sie sich als einer der wenigen Routiniers in der Mannschaft zu wenig gewürdigt?

          Nein. Aufgrund meines Alters und meiner Position macht es mir nichts aus, nicht der Shootingstar der Mannschaft zu sein. Als Torhüter steht man positionsbedingt immer hinter der Mannschaft, aber das sehe ich nicht als Problem an. Meine Aufgabe ist es, Ruhe auszustrahlen. Wenn sich dem Gegner eine Chance bietet, möchte ich meinen offensiven Vorderleuten ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. Nach dem Motto: „Macht euch keine Sorgen, spielt ihr auf das gegnerische Tor, wir haben hinten alles unter Kontrolle.“ Die Offensive entscheidet Spiele, aber Meisterschaften werden in der Defensive gewonnen. Ich bin gerne Teil dieser Mannschaft.

          Mit 31 Jahren sind Sie der Seniorchef. Wie verstehen Sie sich mit den vielen Mitspielern, die etwa zehn Jahre jünger sind?

          Zwischen uns liegen mehrere Fußballer-Generationen, gar keine Frage. Trotzdem verstehen wir uns auf dem Platz glänzend, die Absprachen funktionieren. Privat ist es ein größerer Unterschied. Gegen die heutige Generation habe ich an der Play-Station oder bei anderen Computerspielen keine Chance. Auch wenn es um den internationalen Fußballmarkt geht, ist die jüngere Generation immer up to date. Die kennen jeden einzelnen Spieler, nicht nur bei Spitzenklubs wie Real Madrid oder Barcelona, sondern auch bei kleineren Vereinen, und sie wissen immer, wer gerade wohin gewechselt ist, wer in welchem Spiel das entscheidende Tor erzielt hat. Ich habe da nicht jedes Detail im Kopf.

          Ihr Rückstand am Computer könnte noch größer werden. Sie wollen noch mit vierzig Jahren im Tor stehen - wie Jens Lehmann, Ihr Vorgänger beim BVB?

          Ja, genau. Jens hat die Messlatte sehr hoch gelegt, nicht nur im Hinblick auf die Qualität, auch vom Alter her. Ich durfte viel von ihm lernen, und es würde mich extrem reizen, so lange spielen zu können wie er. Es gibt nichts Schöneres, als jeden Tag auf dem Platz zu stehen und den Jungs zuzuschauen, wie sie sich entwickeln. Ich habe beim BVB auch die Zeiten mitgemacht, in denen es nicht gut lief. Deswegen möchte ich umso mehr die Jahre genießen, die jetzt anstehen, in denen es bergauf geht.

          Im vorigen Jahr ist es steil bergauf gegangen. Ist der BVB schon stark genug, den Bayern die Vormachtstellung streitig zu machen?

          Es wäre fatal zu denken, wir könnten die Bayern jetzt schon angreifen oder ihnen gar wirtschaftlich die Stirn bieten. Aber ich glaube, dass wir im Laufe der Jahre aufschließen können. Ich will jetzt nicht den Titelkampf ausrufen, aber nach der Hinrunde sind wir nur drei Punkte entfernt. Mit dieser Ausgangslage haben wir die Möglichkeit, eine erfolgreiche Saison zu spielen. Vor allem wollen wir regelmäßig in der Champions League antreten. Dadurch ermöglichen wir dem Verein, auch weiterhin auf dem Transfermarkt zuzuschlagen wie zuletzt bei Marco Reus.

          Die Bayern einholen - ist das ein Grund, warum Sie so lange spielen wollen?

          Es wird schwierig, aber warum nicht? Ich nehme gerne mit, was möglich ist. Und bis ich vierzig bin, ist ja noch Zeit.

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