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Bittere Niederlage gegen FCA : Zentners Patzer kostet Mainz wichtige Punkte

  • -Aktualisiert am

Kopf hoch: Moussa Niakhaté (links) tröstet seinen Teamkollegen Robin Zentner. Bild: Patrick Scheiber/Jan Huebner

Gegen den FC Augsburg hätte Mainz einen echten Befreiungsschlag im Tabellenkeller landen können. Doch Torwart Zentner patzte schwer. Die Lage bleibt bedrohlich.

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          Noch bevor der Anpfiff erfolgt war, entschuldigte sich Martin Schmidt im „Sky“-Interview bei den Fans: „Ich erwarte ein sehr, sehr schwieriges, sehr intensives Spiel, vielleicht auch kein ganz so schönes“, sagte der Sportdirektor des FSV Mainz 05 eingedenk der Erfahrungen mit dem FC Augsburg aus den vergangenen Jahren. „Aber im Wissen, worum es geht, ist das legitim.“

          Für den Gegner ging es darum, sich nicht in den Abstiegskampf hineinziehen zu lassen – und für die Rheinhessen um den nächsten Schritt hin zum Klassenverbleib. Und der Spieltag schien ja auch wie gemacht für die Mainzer: Am Samstag hatten Arminia Bielefeld, Hertha BSC und der 1. FC Köln verloren, mit einem Sieg würde die Mannschaft von Bo Svensson erstmals seit dem achten Spieltag die Abstiegsplätze verlassen.

          Bundesliga

          Diese Chance nutzte sie aber nicht. Nach sieben Punkten aus den zurückliegenden drei Spielen riss ihre kleine Erfolgsserie. Sie unterlagen den Schwaben nach einem Blackout ihres Torwarts Robin Zentner 0:1 und verharren auf dem vorletzten Tabellenplatz. Nach drei Spielen mit identischer Anfangsformation hatte Svensson diesmal eine Veränderung vorgenommen: Dominik Kohr fiel wegen eines grippalen Infekts aus, dafür rückte Kevin Stöger in die erste Elf. „Als Joker hat er zuletzt zwei wichtige Tore geschossen“, sagte Sportdirektor Schmidt. „Wir hoffen, dass er jetzt von Anfang an zeigt, was er zuletzt hintenraus gezeigt hat.“

          Zu Abschlüssen aber kamen lange Zeit weder Stöger noch einer seiner Mitspieler. Mit langen Bällen aus der Abwehr heraus überbrückten die Mainzer meist das Mittelfeld, entweder in den Lauf von Karim Onisiwo oder auf Ádám Szalai, der die Kugel halten und weiterleiten sollte – und bei Ballverlusten hieß es Ausschwärmen zum Pressing. Auf diese Weise erarbeiteten sie sich zwar eine optische Überlegenheit, mehr als ein 17-Meter-Schuss von Danny Latza, der Torwart Rafal Gikiewicz nicht vor Probleme stellte, sprang bei den Bemühungen aber nicht heraus.

          Zentner leitet die Niederlage ein

          Die entscheidende Szene des Spiels trug sich in der 25. Minute zu. Gerade hatten sich die 05er nicht nur in der gegnerischen Hälfte, sondern sogar im dortigen Strafraum ein wenig festgesetzt, die Torraumszenen häuften sich, auch wenn die gefährlichen Abschlüsse noch auf sich warten ließen. Defensiv schien nichts zu anzubrennen, die Augsburger Angriffsversuche, die über das Mittelfeld hinausgingen, fing die Mainzer Dreierkette in der Luft oder am Boden ab. Auch Florian Niederlechners Antritt auf dem rechten Flügel: Moussa Niakhaté lief den ehemaligen 05-Stürmer lässig ab, passte zurück auf Torwart Robin Zentner – doch der spielte den Ball exakt in die Füße des nachsetzenden Niederlechner, der nur noch den vor dem leeren Tor freistehenden André Hahn bedienen musste.

          Die ohnehin schwierige Aufgabe war mit dem 0:1 noch einen Tick komplizierter geworden, jetzt brauchten die Mainzer Lösungen gegen einen Gegner, der noch tiefer stehen und noch stärker auf Konter setzen konnte. Diese Lösungen suchten Svenssons im Umgang mit längeren Ballbesitzzeiten nicht sehr versierten Leute vergebens. Am und im Augsburger Strafraum machten sie es oft zu umständlich und zu eng oder zu ungenau. Den ersten Torschuss nach der Pause verbuchte Latza in der 77. Minute, aus halbrechter Position zielte er zu hoch. Eine Minute später schoss Jean-Paul Boetius flach aus dem Rückraum, aber weder hart noch präzise ins Eck.

          Die Schlussphase in der Arena am Europakreisel hatte es in sich: Vier Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit traf Hahn bei einem Konter den Pfosten, im Gegenzug widerfuhr Onisiwo nach Kopfballablage von Leandro Barreiro das Gleiche. Mit seinem nächsten Schuss scheiterte der 05-Stürmer an Gikiewicz. Und über einen Joker für späte Tore verfügten die Mainzer diesmal nicht.

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