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0:1 in Düsseldorf : Zentner kann die Mainzer Niederlage allein nicht verhindern

Matchwinner: Rouwen Hennings trifft spät für die Fortuna gegen Mainz 05. Bild: dpa

Edimilson Fernandes erweist Mainz 05 einen Bärendienst: Eine durchwachsene erste Halbzeit beendet er mit einer Gelb-Roten Karte. In Unterzahl hat Mainz zurecht das Nachsehen. Nur Torhüter Robin Zentner verhindert Schlimmeres.

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          Es dauerte bis zur 82. Minute, ehe Mainz 05 bei Fortuna Düsseldorf in Rückstand geriet. Die 0:1-Niederlage freilich deutete sich im Spielverlauf fast von Minute zu Minute mehr an. Nach einer passablen Anfangs-Viertelstunde ließen die Mainzer zunächst in der Zweikampfführung fahrlässig nach. Anschließend verloren sie auch noch Edimilson Fernandes in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nach einem denkbar dummen Einsteigen. Schiedsrichter Felix Zwayer schickte den bereits verwarnten Schweizer zurecht mit Gelb-Rot vom Feld. Und dann hatte irgendwann auch der zuvor überragende Schlussmann Robin Zentner keine Chance mehr:  Bei einem Kopfball von Rouwen Hennings aus nur fünf Metern war der Schlussmann machtlos.

          Bundesliga

          „Das war heute von der ersten bis zur letzten Minute einfach zu wenig von uns“, sagte Torhüter Zentner beim Fernsehsender Sky und ließ auch die Unterzahl in der zweiten Halbzeit nicht als Entschuldigung für einen dürftigen Auftritt. „Auch zu zehnt kann man in Düsseldorf mehr ausrichten.“

          Der Mainzer Trainer Sandro Schwarz bot in der Startelf den Nigerianer Taiwo Awoniyi auf, dem man allerdings seine fehlende Spielpraxis anmerkte: Das erst 22 Jahre alte, vom FC Liverpool ausgeliehene Sturmtalent darf als Nicht-EU-Ausländer nicht in der U23 spielen, für seine Nationalmannschaft wird er nicht nominiert. Entsprechend vermochte er anders als einige Teamkollegen auch in der Länderspielpause keine Einsatzminuten zu sammeln. Awoniyi war 45 Minuten lang kaum zu sehen, ehe er zur Pause vom Feld musste.

          Bärendienst von Edimilson

          Wie in Paderborn agierten die Mainzer bis zur Dezimierung durch die Hinausstellung in einem klassischen 4-4-2. Auf diese Weise wollten die Mainzer zum einen die Düsseldorfer Innenverteidigung im Aufbauspiel stören, zum anderen das Fortuna-Spiel über die Außen blockieren. Beides gelang, bis auf Mainzer Seite eine unnötige Fahrlässigkeit im Passspiel und in der Zweikampfführung Einzug hielt.

          Nach 25 Minuten machte sich die fehlende Zweikampfschärfe bei den Mainzern bemerkbar: Bernard Tekpetey und Karaman und kamen fahrlässig leicht zum Schuss, weil Levin Öztunali und Pierre Kunde nicht hartnäckig genug waren. Nach einem Eckball kam Kaan Ayhan zum Kopfball, der unter der Woche noch per Kopfball für die Türkei in Frankreich ausgeglichen hatte und somit für den strittigen zweiten Fall von Salutjubel gesorgt hatte, ohne sich freilich selbst an der Militärgrußgeste zu beteiligen.

          Kurz vor der Pause blockte dann Moussa Niakhaté einen Hennings-Schuss in höchster Not, ehe Edimilson seinem Team nach einem fahrigen Auftritt noch einen Bärendienst, indem er in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit Gelb-Rot einhandelte. Bitter für Mainz, da eine Auswechslung des indisponierten und vorbelasteten Schweizers zur Pause nahegelegen hätte.

          Zentner alleine kann es nicht richten

          Schwarz opferte in der Pause erwartungsgemäß seinen bis dahin auch kaum in Erscheinung getretenen Awoniyi fürr einen Edimilson-Erdsatz: Kapitän Danny Latza nahm die Position ein, Mainz verzichtete entsprechend auch auf das aggressive Anlaufen der Innenverteidiger aus Halbzeit eins und verlagerte sich notgedrungen auf eine Abwehrschlacht, da nach vorne gar nichts mehr zusammen lief.

          Die Mainzer hatten es Torhüter Zentner zu verdanken, dass es lange beim torlosen Unentschieden blieb: In der 65. Minute wehrte er beispielsweise gleich zwei Kopfbälle des ghanaischen Innenverteidigers Kasim Adams binnen nur 30 Sekunden auf fast wundersame Weise ab. Einmal lenkte er den Ball im Reflex mit dem linken Arm zur Ecke, nach dem folgenden Eckstoß riss er die Fäuste ebenso blitzartig in die Höhe, um den nächsten scharfen Kopfball des starken Adams abzuwehren.

          Düsseldorf bewahrte die Ruhe und sicherte sich dann doch noch den verdienten Sieg. Hennings verwandelte eine perfekte Flanke des eingewechselten Kowinicki mit einem mustergültigen Kopfball zur Führung.

          „In der ersten Halbzeit hatten wir viel Ballbesitz, aber die nötige Gefahr vermissen lassen“, sagte Sportvorstand Rouven Schröder. „Mit einem Mann ist es immer schwierig, wir sind nie so richtig in die Situationen gekommen."

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