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Bayern-Kommentar : Wieso Ich-AG Lewandowski halten?

  • -Aktualisiert am

Robert Lewandowski möchte alsbald gerne ein anderes Trikot tragen. Bild: AFP

Dortmund dürfte den Umgang der Münchner mit dem Fall Lewandowski interessiert beobachten. Zuvor gab es oft gute Ratschläge der Bayern. Besonders ein Aspekt dürfte für besonderes Vergnügen beim BVB sorgen.

          Es ist ja schon sehr lange her, dass sie sich in Dortmund genüsslich zurücklehnen konnten, wenn es mal wieder um Transfergerüchte ging, die die gesamte Liga beschäftigten. Immer, wenn es spektakulär wurde, war schließlich der BVB involviert, erst bei Mario Götze, dann bei Robert Lewandowski und schließlich in der vergangenen Saison besonders aufsehenerregend bei Osmane Dembélé und Pierre-Emerick Aubameyang, die sich an ihre Verträge nicht mehr gebunden fühlten und nur noch eines wollten: weg aus Dortmund, hin zu einem noch größeren Verein.

          Was nie fehlte bei alldem Getöse um diese Transfers, waren gute Ratschläge aus München. Bei Götze und Lewandowski waren die Bayern direkt involviert, weil sie erst für Unruhe bei ihrem Herausforderer sorgten und diesen dann schwächten, bei Aubameyang vertrat Bayern-Präsident Uli Hoeneß eine eindeutige These: „Wir würden den Spieler fragen: Kannst du lesen, wie lange dein Vertrag läuft? Und dann wäre Ende der Diskussion. Haben Sie schon mal gelesen, dass ein Spieler dem FC Bayern auf der Nase herumtanzt?“ Und Dembélé hätte Hoeneß natürlich nicht gehen lassen.

          Könnte also sein, dass sie in Dortmund gerade ihren Spaß haben. Lewandowski fühle nämlich, dass er eine Veränderung und eine neue Herausforderung in seiner Karriere brauche, hat dessen Berater Pini Zahavi gesagt, und das stellt die Bayern vor ein Problem. Einen Wechsel in dieser Transferperiode haben Hoeneß und Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nämlich kategorisch ausgeschlossen, sogar Wetten darauf angeboten. Schließlich wissen sie ja, dass Lewandowski lesen kann, und dessen Vertrag in München läuft ja noch bis Juni 2021.

          Ende der Diskussion also, könnte man denken, wenn mal alles für bare Münze nimmt, was so erzählt wird in der Branche. Ganz so simpel ist das Geschäft aber nicht, und wenn die Bayern, wie Hoeneß vor kurzem sagte, beweisen werden, dass der Verein immer noch am längeren Hebel sitzt, verpassen sie möglicherweise ein Geschäft, das auch aus Vereinssicht durchaus Sinn ergeben würde. Als Ich-AG übertrifft Lewandowski schließlich jeden anderen Bayern-Spieler mühelos, und mit dem Münchner Folklore-Credo „mia san mia“ hat er ohnehin nichts am Hut. Das klingt schließlich immer ein wenig nach „verschworener Gemeinschaft“, was aber im Wortschatz von Lewandowski vermutlich nicht vorkommt.

          Er wird im August 30 Jahre alt, ist gerne notorisch unzufrieden, kam ablösefrei – und könnte in jeder Hinsicht einiges freimachen im Sinn eines Transfers im dreistelligen Millionenbereich, den Rummenigge eher im Sinn hat als Hoeneß. Was für besonderes Vergnügen in Dortmund sorgen dürfte, ist der Name des neuen Beraters, mit dem Lewandowski seit Januar zusammenarbeitet. Zahavi hat den 222-Millionen-Transfer von Neymar zwischen dem FC Barcelona und Paris St-Germain eingefädelt – und seine Tätigkeit bei Lewandowski soll am 31. August enden. Dass an diesem Tag auch das Transferfenster schließt, ist sicher reiner Zufall. Schau’n mer mal.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

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