https://www.faz.net/-gtm-9aocn

Hat Robert Lewandowski das Bayern-Trikot schon zum letzten mal getragen? Bild: Reuters

Fußball-Bundesliga : Lewandowski will die Bayern sofort verlassen

  • Aktualisiert am

Offensiv wie nie drängt der beste Stürmer der Münchner auf einen Wechsel. Dafür schickt er seinen neuen Berater vor. Der erklärt auch, wie Lewandowski aus seinem langen Bayern-Vertrag herauskommen soll.

          Robert Lewandowski will nach Angaben seines Beraters den FC Bayern München vor Beginn der neuen Saison verlassen. „Robert fühlt, dass er eine Veränderung und eine neue Herausforderung in seiner Karriere braucht. Die Verantwortlichen des FC Bayern wissen darüber Bescheid“, sagte Pini Zahavi der „Sport Bild“. Der 29 Jahre alte polnische Nationalstürmer steht beim deutschen Fußball-Rekordmeister noch bis 2021 unter Vertrag, will nun aber demnach die sofortige Freigabe für einen Wechsel in diesem Sommer. Seine Beweggründe seien „nicht Geld oder ein bestimmter Klub, denn fast alle Topklubs hätten gerne den besten Stürmer der Welt in ihren Reihen“, sagte Zahavi, der auch schon den 222-Millionen-Transfer des brasilianischen Stürmerstars Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain eingefädelt hatte. Der FC Bayern gab am Mittwochmorgen auf Anfrage keinen offiziellen Kommentar zum Thema Lewandowski ab.

          Lewandowski hatte sich Ende Februar nach zehn Jahren von seinem Berater Cezary Kucharski getrennt und den Israeli Zahavi engagiert. Dass diese Entscheidung mit einem möglichen Transferwunsch in  Zusammenhang stehe, bestritt Lewandowski damals. Der 74 Jahre alte Zahavi hofft bei seinem Vorstoß auf das Verständnis von Präsident Uli Hoeneß und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. „Jeder in der Klubführung des FC Bayern hat selbst eine große Karriere vorzuweisen. Sie sollten seine Situation verstehen.“ Lewandowski äußerte sich nur knapp: „Das sind Dinge, um die sich mein Agent kümmert. Ich konzentriere mich auf die Vorbereitung für die WM, das ist am Wichtigsten. Ich denke an nichts anderes“, sagte der Torjäger von Bayern München im WM-Trainingslager der polnischen Fußball-Nationalmannschaft in Arlamow.

          Lewandowski wird seit geraumer Zeit immer wieder mit Champions-League-Sieger Real Madrid in Verbindung gebracht. Laut „Sport Bild“ haben die Königlichen Abstand von einer Verpflichtung genommen. Das soll auch am Halbfinale der Champions League liegen. Lewandowski war nach seinen zwei Null-Tore-Auftritten beim Aus gegen Real im Halbfinale teilweise heftig kritisiert worden war. Beim Bundesliga-Spiel in Köln kam es dann sogar zu einem Disput mit Jupp Heynckes, als Lewandowski den Trainer seinen Unmut über die Auswechslung spüren ließ. Paris St. Germain, der FC Chelsea und Manchester United sollen im Gegensetz zu Madrid Interesse am Torjäger haben. Rummenigge hatte zuletzt jedoch erklärt: „Wir wissen, was wir an Robert Lewandowski haben. Es braucht sich keiner Gedanken zu machen, er wird auch im nächsten Jahr hier in München Fußball spielen.“ Mit 29 Treffern wurde Lewandowski in der abgelaufenen Saison zum dritten Mal Torschützenkönig in der Bundesliga.

          Zuletzt kokettierte auch Jerome Boateng trotz eines Vertrages beim Rekordmeister bis 2021 auffallend oft mit einem Wechsel ins Ausland. Erst vor dem Pokalfinale hatte er sich dahingehend geäußert. „Das Ausland ist immer interessant. Man hat nicht viele Chancen“, sagte der Nationalspieler. Er sei jetzt „in einem anderen Alter als damals bei Manchester City und jetzt an dem Punkt, an dem man nochmal darüber nachdenkt“. Es waren nicht die ersten Aussagen dieser Art. Bei den Bayern-Bossen um Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß kamen diese dem Vernehmen nach gar nicht gut an, auch wenn Boateng artig ergänzte, dass es natürlich „sehr schwer“ sei, „von Bayern wegzugehen. Das wäre auch keine Entscheidung gegen Bayern. Ich fühle mich seit Jahren sehr wohl in München.“

          Aber offensichtlich nicht wohl genug, um nicht doch über einen Wechsel nachzudenken. Angeblich fühlt sich der Verteidiger, der sich als Führungsspieler sieht, nicht genug wertgeschätzt. Der Rüffel nach der WM 2014 von Rummenigge, Boateng müsse schnell mal wieder „back to earth“ kommen, wirkt nach. Die Weltmeisterschaft wäre für den Innenverteidiger da eine ideale Bühne, um sich bei den großen Klubs auf der Insel oder in Spanien noch einmal eindringlich in Erinnerung zu bringen. In München bauen sie offenbar schon vor. Der neue Trainer Niko Kovac soll intensiv an Innenverteidiger Kevin Vogt von 1899 Hoffenheim interessiert sein.

          Spielplan der Fußball-WM 2018 in Russland

          Zuletzt hatte sich nach Coach Jupp Heynckes zudem auch Kotrainer Peter Hermann zumindest vorläufig in den Fußball-Ruhestand verabschiedet. „Ich gehe nach Hause und in Rente“, sagte der 66-Jährige dem „Kicker“. Der deutsche Fußball-Rekordmeister aus München habe Hermann zwar auch als Kotrainer für den neuen Chefcoach Niko Kovac halten wollen, sei aber bereits über den Schritt informiert, berichtete das Fachmagazin. Der Entschluss sei ihm schwer gefallen, versicherte Hermann. Er habe sich aber nun so entschieden, „weil alles zu kurz kommt zu Hause“. Die Bayern hatten Hermann im vergangenen Herbst aus seinem Vertrag bei Fortuna Düsseldorf herausgekauft, weil Heynckes dies für sein abermaliges Engagement bei den Münchnern zur Bedingung gemacht hatte. Schon beim Triple-Gewinn 2013 war Hermann als Heynckes-Assistent dabei gewesen.

          „Alle anderen hatten immer wieder einmal eine Auszeit, ich habe stets durchgezogen“, sagte Hermann. Er habe 44 Jahre ununterbrochen auf dem Platz gestanden, nun sei erst einmal Pause. Andere Angebote habe er ebenfalls abgelehnt, sagte der frühere Profi. „Ich wollte nicht bei Bayern aussteigen und anderswo anfangen.“ Eine Hintertür für ein Comeback im Fußball-Geschäft lässt sich Hermann jedoch offen. „Man sollte nie 'nie' sagen“, meinte er.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          2007 sitzt Kanzlerin Angela Merkel von dem Eqi Gletscher in Dänemark – heute ist der Klimawandel eine ihrer größten Herausforderungen. (Archivbild)

          Klimapolitik der CDU : Die größte Baustelle der Merkel-Ära

          Die CDU will endlich den gordischen Klima-Knoten durchschlagen. Es wäre aber schon viel gewonnen, wenn der Preis auf Kohlendioxid nicht so endet wie die Energiewende.

          Brexit-Treffen : Johnson blitzt bei Juncker ab

          Der britische Premierminister Johnson hatte Zuversicht verbreitet, doch seine Gespräche mit Kommissionschef Juncker blieben ohne konkretes Ergebnis. Das erste Treffen zwischen den beiden Politikern findet ein kurioses Ende.
          Samstagabend in Lampedusa: 82 Gerettete wurden an Land gebracht

          Italien und die Seenotrettung : Vorübergehend berechenbar

          Die neue Regierung in Italien dreht im Streit über private Seenotretter bei. Doch das Grundproblem des Dubliner Übereinkommens bleibt bestehen. Regierungschef Conte verlangt Reformen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.