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3:0 bei Schalke 04 : Bayern und die große Lewandowski-Show

  • -Aktualisiert am

Wohl dem, der einen Torjäger wie Robert Lewandowski in seinen Reihen hat. Bild: EPA

Nach dem Remis zum Start der Saison zeigen die Münchner „auf“ Schalke ihre ganze Klasse. Beim klaren Sieg ragt vor allem der Torjäger heraus. Es ist ein Spiel voller denkwürdiger Momente.

          Es war ein Spiel voller denkwürdiger Momente, das der FC Bayern München am Samstagabend 3:0 beim FC Schalke 04 gewonnen hat. David Wagner erlebte seine Heimpremiere als Trainer des königsblauen Traditionsvereins, der Nationaltorhüter Manuel Neuer traf zum ersten mal auf den Schalker Alexander Nübel, seinen möglichen Nachfolger im Tor der Bayern, und der Weltstar Coutinho betrat nach 57 Minuten die Bühne der Bundesliga. „Ich bin sehr glücklich hier und freue mich, mein Debüt gegeben zu haben. Es war ein sehr schöner Abend“, sagte der Brasilianer bei Sky.

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          Doch die Erinnerungen an diesen warmen Sommerabend werden in einigen Wochen keine besonders intensiven Emotionen mehr wecken. Ohne wirklich zu glänzen, gewannen die Bayern durch drei Treffer des herausragenden Robert Lewandowski ein Spiel gegen zwar leidenschaftliche, aber viel zu harmlose Schalker, die einfach nicht gut genug waren, um dem Rekordmeister Punkte zu stehlen.

          Aber sie können sich damit trösten, dass immerhin die energetische Aufladung stimmte in diesem ersten Heimspiel mit neuem Coach, der ja vor allen Dingen eine neue Haltung und einen leidenschaftlichen Fußball versprochen hatte. In dieser Kategorie machte der FC Schalke deutliche Fortschritte zur Vorsaison. Aber die vielen Chancen der Münchner konnten sie trotzdem nicht verhindern.

          Schon ganz früh hätte Lewandowski treffen können (4.), etwas später musste Nübel nach einem Kopfball von Benjamin Pavard retten (17.), die Bayern waren drückend überlegen. Und irgendwann ergaben sich daraus dann ernstere Konsequenzen. Jonjoe Kenny ließ sich während eines Dribblings von Kingsley Coman zu einer Grätsche hinreißen, verfehlte den Ball, und traf das Bein seines Gegenspielers. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Lewandowski zum 0:1 (21.).

          Nun mussten die Schalker leiden. Die Bayern hatten den Ball, spielten konzentriert, engagiert und aufmerksam, die Statistiken zeigten nach einer halben Stunde einen Münchner Ballbesitzanteil von 78 Prozent an. Das Team von Wagner war gezwungen, weite und anstrengende Wege zurückzulegen, aber sie erledigten diesen Job mit großem Pflichtbewusstsein. So wurden zumindest weitere Münchner Großchancen verhindert, und mit etwas Glück hätte der Revierklub sogar den Ausgleich schießen können. Doch Omar Mascarells Schuss aus 20 Metern flog an Neuers Tor vorbei (29.), bevor ein weiterer Abschluss von Amine Harit aus guter Position genau in den Armen des Münchner Torhüters landete.

          Coutinho, der neue Superstar der Bundesliga, beobachtete all das zunächst von einem bequemen Sitz auf der Münchner Auswechselbank. Der Brasilianer sei „noch nicht auf dem Fitnessniveau, das er braucht“, hatte Trainer Kovac im Vorlauf der Partie erklärt. Dafür feierte Lucas Hernandez sein Startelfdebüt beim FC Bayern, der Innenverteidiger rückte ins Team, weil Thiago aufgrund von Wirbelsäulenbeschwerden ausgefallen war. Joshua Kimmich übernahm die Rolle des Spaniers im Mittelfeldzentrum, Pavard spielte dafür außen, wodurch der Innenverteidigerposten neben Niklas Süle für Hernandez frei wurde.

          Und diese Formation spielte dann eine ganz und gar souveräne zweite Halbzeit. Schon bald nach der Pause zirkelte Lewandowski einen Freistoß über die Schalker Mauer ins Tor (50.), der Pole ist schon früh in der Saison hervorragend in Form. Und kurz darauf durfte er dann auch noch erstmals mit seinem neuen Mitspieler kombinieren. In der 57. Minuten betrat Coutinho für Thomas Müller den Platz, was die Schalker kurioserweise zu einer kurzen intensiven Angriffsphase inspirierte.

          Doch immer wieder wurden Schüsse und Pässe vors Tor geblockt, mehrmals forderten die Schalker Handelfmeter, wirklich souverän wirkte der FC Bayern in dieser Phase nicht immer, aber sie hielten Stand, und als Lewandowski sein drittes Tor erzielte (75.) war die Partie endgültig entschieden. „Ich kann immer besser spielen, ich habe noch Potential, noch besser zu werden. Du kannst allein ein Spiel gewinnen, aber mit der Mannschaft Titel“, sagte Lewandowski, der bestätigte, dass er kurz davor steht, seinen Vertrag, der noch bis Mitte 2021 gilt, um zwei weitere Jahre zu verlängern: „Es ist noch nicht alles klar, aber zu 95 Prozent.“

          Der Stürmer hat damit alle fünf bisherigen Saisontreffer der Münchner erzielt, sein Klub hat den Worst Case verhindert. Der Rückstand auf den Tabellenführer aus Dortmund ist nicht noch weiter angewachsen. Und weil sich nun auch noch das Ende der Transferperiode nähert, können sie sich vielleicht demnächst wieder ganz dem Kerngeschäft widmen: dem Spiel mit dem Ball.

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