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Verletzung des Torjägers : Glück im Unglück für Bayern bei Lewandowski-Ausfall

Au weia: Robert Lewandowski muss pausieren. Bild: Imago

Nie war Robert Lewandowski ernsthaft verletzt. Nun muss der aktuell beste Mittelstürmer der Welt aber länger pausieren. Der Gau, als den viele sein Fehlen für die Bayern sahen, hätte aber noch schlimmer ausfallen können.

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          Er ist der Mann, der nie ausfiel. Der Mann, der auch nie ausfallen durfte. Wenn es einen Unersetzlichen im Kader des FC Bayern gibt, dann Robert Lewandowski. Nun wird ihn doch einer ersetzen müssen, mindestens vier Wochen lang. Und sollte Trainer Hansi Flick nicht wider Erwarten auf einen der beiden einzigen anderen gelernten Mittelstürmer setzen, die er hat, die aber beide noch Lehrlinge sind, den 18 Jahre alten Jonathan Zirksee, bisher zehn Bundesliga-Minuten, den 20 Jahre alten Fiete Arp, null Minuten, wird wohl eine größere personelle Verschiebung nötig sein, um den Verlust des derzeit torgefährlichsten Angreifers Europas auszugleichen. Diese Testphase, die angesichts der knappen Abstände an der Tabellenspitze für die Bayern zugleich ein akuter Ernstfall ist, beginnt mit dem Bundesligaspiel in Hoffenheim an diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) und dem Pokal-Viertelfinale bei Schalke 04 am Dienstag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal, in der ARD und bei Sky).

          Bundesliga
          Christian Eichler
          Sportkorrespondent in München.

          Naheliegend wäre die Variante, Serge Gnabry vom rechten Flügel ins Sturmzentrum zu verschieben, dafür Thomas Müller, zuletzt hinter der Spitze aktiv, auf die Gnabry-Position und Philippe Coutinho, den bisher enttäuschenden Königstransfer der Saison, auf die Müller-Position zu stellen. Müller hat selbst auch schon im Sturmzentrum gespielt, ist in anderen Rollen aber wirkungsvoller. Und Ivan Perisic, von Flick einmal als Mittelstürmer eingesetzt – im unwichtigen letzten Vorrundenspiel der Champions League gegen Tottenham, der bisher einzigen Saisonpartie, in der Lewandowski ruhen durfte –, kuriert noch einen Knöchelbruch aus.

          Dennoch, der Gau, als den viele einen möglichen Lewandowski-Ausfall für die Bayern sahen, hätte noch schlimmer ausfallen können – wäre er etwa einige Wochen später geschehen. So aber wird der Pole, sollte sich die Prognose von Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt bewahrheiten, in rund vier Wochen, also rechtzeitig zum Bundesliga-Klassiker in Dortmund am 4. April, wieder einsatzfähig sein. Und rechtzeitig zum Champions-League-Viertelfinale, das in der darauf folgenden Woche beginnt. Daran, dass die Bayern es auch ohne ihren Superstar im Rückspiel gegen Chelsea am 18. März in München erreichen werden, bestehen dank der vorerst letzten Lewandowski-Gala mit einem Treffer und zwei Torvorlagen auf Gnabry beim 3:0-Sieg in London am Dienstag kaum ernsthafte Zweifel.

          Leichtfüßig wie in den neunzig Minuten zuvor hatte der 31-Jährige noch beim Auslaufen auf dem Rasen der Stamford Bridge, mit den Kollegen plaudernd, seine Runden gedreht. Auch beim mitternächtlichen Bankett im Zentrum von London war seinem Gang und seiner Haltung keinerlei Beeinträchtigung anzusehen. Deshalb kam die Nachricht vom Mittwoch, wonach sich der Angreifer beim Spiel „einen Anbruch der Schienbeinkante am linken Kniegelenk“ zugezogen hatte, völlig überraschend. Umso mehr, als er in bisher fast 13 Jahren als Profi, vier davon bei Borussia Dortmund, knapp sechs in München, keine ernsthafte Verletzung erlitten und nie mehr als zwei Spiele nacheinander verpasst hatte.

          Nun werden es mindestens sechs sein, vier in der Liga, eins im Pokal, eins in der Champions League. Das Bein werde nun zehn Tage mit einem Gipsverband ruhiggestellt, teilte der Verein mit, danach solle bereits das Aufbautraining beginnen. „Drückt die Daumen“, schrieb Lewandowski am Mittwoch an seine Fans. „Ich werde bald zurück sein und werde bereit sein zu kämpfen.“

          Verabschieden muss er sich fürs erste wohl nur von der Chance, den lange für unerreichbar gehaltenen Rekord von Gerd Müller zu brechen, der in der Bundesligasaison 1971/72 vierzig Tore geschossen hatte. Mit 16 Treffern lag Lewandowski nach elf Spielen deutlich über dessen Quote und wäre auch mit nun 25 Toren nach 23 Spieltagen noch in Reichweite des größten deutschen Torjägers. Doch nun bleiben ihm nach der Zwangspause nur noch maximal sieben Ligaspiele – in denen er 15 Mal treffen müsste, um Müllers Marke zu erreichen. Etwas, das selbst für den aktuell besten Mittelstürmer der Welt kaum machbar erscheint.

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