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Fußball-Start in der Krise : Skepsis beim RKI zu Corona-Tests in Bundesliga

  • Aktualisiert am

Wann rollt der Ball in der Fußball-Bundesliga wieder? Bild: dpa

Am 9. Mai könnte die Fußball-Bundesliga möglicherweise wieder starten. Dabei soll es offenbar Schnelltests auf Corona für die Beteiligten geben. Das Robert-Koch-Institut steht dem aber sehr skeptisch gegenüber.

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          Lars Schaade, der Vizepräsident des Robert Koch-Instituts, steht den geplanten Coronavirus-Tests in der Fußball-Bundesliga sehr skeptisch gegenüber. „Ich sehe nicht, warum bestimmte Bevölkerungsgruppen, ob die nun Sportler sind – man kann sich ja auch alles andere ausdenken, was möglicherweise ein gewisses gesellschaftliches Interesse hat, – warum die routinemäßig gescreent werden sollen“, sagte Schaade am Dienstag auf der RKI-Pressekonferenz in Berlin.

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          Er plädierte dafür, die Coronavirus-Tests für „medizinische Indikationen“ einzusetzen. Also dann, wenn ein Grund für den Einsatz einer therapeutischen oder diagnostischen Maßnahme bei einem bestimmten Krankheitsbild angebracht ist. In diesem Fall könne ein Fußballprofi getestet werden. „Wenn er eine medizinische Indikation hat, gerne. Wenn er ein Teil eines Ausbruchsgeschehens ist, auch“, sagte er. Allgemein meinte der RKI-Vizepräsident zur Test-Problematik in der Fußball-Bundesliga: „Das ist eine schwierige Frage.“

          Nach fast zwei Monaten Corona-Auszeit könnte die Bundesliga ab dem 9. Mai ihre Saison fortsetzen. Dieses Datum hatten die Ministerpräsidenten Markus Söder (Bayern) und Armin Laschet (Nordrhein-Westfalen) am Montag ins Gespräch gebracht. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht von einem „Stück Normalität, wenn auch im leeren Stadion“.

          Im Gespräch ist, dass die Bundesliga-Spieler regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden. Die DFL erwägt offenbar Spieler, Trainer und Mitglieder der Funktionsteams alle drei Tage mit einem Schnelltest auf Corona zu testen, um die Sicherheit bei den möglichen Geisterspielen zu garantieren. Bis zum Saisonende würden so wohl etwa 20.000 Tests fällig. Momentan können die Labore in Deutschland laut Robert Koch-Institut rund 730.000 dieser Tests pro Woche durchführen. Allerdings hat die Große Koalition in naher Zukunft eine deutliche Aufstockung geplant.

          Das Bundesinnenministerium ist derweil strikt dagegen, jetzt schon einen Termin für die Wiederaufnahme von Bundesliga-Spielen zu nennen. Das geht aus einem Schreiben des parlamentarischen Staatssekretärs Stephan Mayer (CSU) an die Vorsitzende der Sportministerkonferenz, die Bremer Senatorin Anja Stahmann (Grüne), hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. In dem Schreiben vom Dienstag heißt es, die von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder zunächst bis zum 3. Mai vereinbarten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gälten „uneingeschränkt“ auch für den Sport. Dies sei auch bei der Telefonschaltkonferenz der Sportminister am Montag so besprochen worden.

          Das für den Sport zuständige Bundesinnenministerium sei zwar bereit, „an konzeptionellen Überlegungen mitzuwirken“. Angesichts der weiterhin schwierigen Pandemielage sollten aber derzeit noch keinerlei Öffnungen oder Lockerungen für den Sportbetrieb „zu einem konkreten Termin“ in Aussicht gestellt werden. Vor einer Entscheidung über die Durchführung von sogenannten Geisterspielen seien erst „die weiteren Entwicklungen der Pandemie in Deutschland und die noch nicht bekannten Konzepte des Deutschen Fußball-Bundes e. V. (DFB) und der Deutschen Fußball Liga GmbH (DFL) abzuwarten“.

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