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1. FC Köln gegen Gladbach : Ziemlich größte Feinde

  • -Aktualisiert am

Boyz do cry: Der Kölner Fan-Gruppe (Foto aus dem September 2016) ist ihre Fahne abhandengekommen – Grund zur Sorge vor dem Derby gegen Gladbach. Bild: Picture-Alliance

„Eskalation wie in Glasgow“: In der Bundesliga ist kein Spiel brisanter als das Derby zwischen Köln und Gladbach. Das liegt vor allem an gegenseitigen Hochschaukeleien – und Bannerdiebstählen.

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          Aus der Kölner Südkurve werden am kommenden Samstagnachmittag immer wieder alarmierte Blicke den Block mit den Gästen aus Mönchengladbach auf der Nordseite abscannen. Werden die grün-schwarzen Rivalen tatsächlich irgendwann ein vor eineinhalb Jahren erbeutetes Banner in Rot und Weiß zeigen? Es wäre der Gipfel der Provokation, eine Demütigung für die Kölner. Eine neue Eskalationsstufe in einem Duell jenseits des Spiels mit dem Ball, das eigentlich ziemlich lustig sein könnte. Wäre es nicht so gefährlich.

          Dem Ehrenkodex der Ultrabewegung zufolge verliert nämlich jede Gruppierung ihre Existenzberechtigung, sobald ihnen ihr Banner abhandenkommt. Von den Legionen des Alten Roms wurde diese Usance übernommen. Und genau das ist den Kölner „Boyz“ vor eineinhalb Jahren bei einem Spiel in Hoffenheim passiert: Gladbacher Anhänger hatten sich inkognito Tickets für Plätze neben dem Kölner Gästeblock gekauft, kletterten in einem günstigen Moment über den Zaun, rissen das Stofftuch ab und flüchteten. Die „Boyz“, die zu den präsentesten Gruppen der Kölner Fanszene zählten, gibt es jetzt nicht mehr. Dafür sind am Samstag eine Menge Leute mit Rachegelüsten in Müngersdorf unterwegs. „Wenn ein Banner verlorengeht, dann ist das etwas, das bestimmte Fans eines Vereins tief trifft“, sagt Rainer Mendel, der Leiter der Fan- und Fanklubbetreuung des 1. FC Köln.

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