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0:0 in Leipzig : Hoeneß poltert nach Verschiebung der Meisterfeier

Chance vertan, Meisterfeier verschoben: Robert Lewandowski und David Alaba können es nicht fassen. Bild: Reuters

Keine Tore, keine vorzeitige Meisterschaft: Nach einem torlosen Remis in Leipzig muss der FC Bayern bis zum letzten Spieltag um die Meisterschaft kämpfen. Präsident Uli Hoeneß poltert gegen den Videoschiedsrichter.

          Der FC Bayern hat vor 19 Jahren seine letzte von seitdem 13 deutschen Meisterschaften bei einem Heimspiel perfekt gemacht. Damals, im Mai des Jahres 2000, kam es in München zu einem Herzschlagfinale. Bayern siegte – und Bayer Leverkusen glitt durch eine gleichzeitige Niederlage in Unterhaching der sicher geglaubte Titel noch aus den Händen. In dieser Saison haben es die Bayern nun noch einmal unfreiwillig spannend gemacht. Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac verpasste am 33. Spieltag durch ein gerechtes 0:0-Unentschieden bei RB Leipzig in einem guten, aber nicht hochklassigen Spiel den vorzeitigen Titelgewinn.

          Bundesliga
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          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Nach dem Dortmunder 3:2-Sieg gegen Düsseldorf beträgt der Vorsprung nur noch zwei Punkte. Damit steht der Bundesliga ein finaler Spieltag bevor, wie es ihn seit Jahren nicht mehr gegeben hat. Mit einem Remis gegen seine frühere Mannschaft Eintracht Frankfurt kann Kovac den Titelgewinn mit den Bayern wegen der deutlich besseren Tordifferenz am kommenden Samstag perfekt machen. Falls Dortmund sein letztes Spiel in Mönchengladbach gewinnen sollte, dürfen die Bayern ihre Partie nicht verlieren, sonst endet nach sechs Meisterschaften nacheinander die große Serie der Münchner.

          Kovac gegen ehemaligen Klub

          "Das Leben schreibt die schönsten Geschichten", sagte Kovac mit Blick auf das Duell mit der Eintracht, mit der er im vergangenen Sommer den DFB-Pokal gewonnen hatte. Angesichts der klar besseren Tordifferenz reicht den Bayern aller Voraussicht nach ein Unentschieden, um erstmals seit 19 Jahren wieder im eigenen Stadion Meister zu werden. "Die Stimmung wird sicher außerordentlich gut werden in München. Wenn es am Ende ein Happy End ist, kann ich damit leben, dass ich jetzt noch eine Woche warten muss", sagte Kovac.

          Wer nach dieser internationalen Fußball-Verwöhnwoche mit den Aufregern in Liverpool, Amsterdam und London auf ein ebenso packendes Fernduell in der Bundesliga um den Titel gehofft hatte, durfte schon nach der ersten Halbzeit zumindest auf Dramatik hoffen. An den Voraussetzungen fehlte es da schon nicht.

          Bayern druckvoll, aber kontrolliert

          Bereits zur Pause war der Vorsprung der Bayern von vier Punkten durch die Dortmunder Führung auf zwei geschmolzen. Spielerisch allerdings bot der Rekordmeister im Spitzenspiel keinen internationalen Spitzenfußball. Von Beginn an leisteten sich beide Mannschaften viel zu Fehler und Ungenauigkeiten. Und leidenschaftlichere Auftritte hatte man in dieser Woche auch schon gesehen. Was Bayern und Leipzig zwei Wochen vor ihrem DFB-Pokalfinale in Berlin boten, war, mit Blick auf diese Spielzeit, dennoch deutsche Spitzenklasse. Nicht weniger, aber leider auch nicht mehr.

          An Peter Gulacsi fanden Serge Gnabry und der FC Bayern kein Vorbeikommen. Bilderstrecke

          Die Bayern starteten druckvoll, aber kontrolliert. Die leichte Überlegenheit wich nach zehn Minuten, dann fand Leipzig besser in sein defensives grundiertes Spiel mit der Hoffnung auf sich bietende Umschaltmomente. Die erste Chance erarbeiteten sich die Münchner nach 28. Minuten, als sich Robert Lewandowski gegen drei Leipziger im Strafraum durchkämpfte. Seine flache Hereingabe erreichte Serge Gnabry, aber Torwart Gulacsi blockiert den Ball des Stürmers aus kurzer Entfernung. Nach einer halben Stunde setzten sich die Bayern regelmäßiger in der Leipziger Hälfte fest, aber an klaren Chancen und Durchsetzungskraft fehlte es. Außer einem Volleyschuss von Gnabry nach einer Ecke, den Gulasci abwehrte, geriet Leipzig bis zur Pause nicht in Gefahr (39.). Ihre beste Gelegenheit, ein Konter in der 40. Minute über Marcel Halstenberg, ließen die Leipziger ebenfalls ungenutzt. Seinem Pass auf den freistehenden Timo Werner fehlte die nötige Präzision. Dem Torschuss von Werner aus dem Stand fehlte so die nötige Power.

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